Stimmung am Markt scheint umzuschlagen – Ölpreise sichtbar fester

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Obwohl die vergangenen Wochen von Sturm-Reaktionen auf dem Ölmarkt bestimmt waren, kündigt sich auch grundsätzlich ein „Wetterumschwung“ an: Die Möglichkeit höherer Ölpreise wird für 2017 nun doch noch wahrscheinlich. Deshalb gingen die Preise Freitag auch trotz fehlender Nachrichten nach oben.

Ölpreisentwicklung

Gingen die Ölpreise vor dem Wochenende noch leicht nach unten, weil es keine richtungsweisenden Impulse gab, sind sie heute Morgen trotz fehlender News gestiegen – und das sichtbar. Beide Marktreaktionen zeigen, dass die Händler grundsätzlich eine andere Einstellung zum Ölmarkt 2017 als noch vor einigen Wochen zu haben scheinen: Pessimismus scheint vorsichtigem Optimismus zur Preisentwicklung zu weichen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 55,72 US-Dollar, exakt 40 Cent über dem Freitagswert. Der Schlusspreis am Freitag lag ebenfalls schon bei 55,62 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, macht die Entwicklung wiederum deutlich: Er notierte am Morgen bei 534,00 US-Dollar, was den Freitagsstart um rund 6 Dollar übertrifft. Der Schlusspreis für Freitag lag bei 534,75 US-Dollar.

Die aktuellen Notierungen finden Sie täglich auf unserer Heizölpreisseite.

Wenn es sonst in diesem Jahr an Neuigkeiten fehlte, tendierte der Markt dazu, mit Verkäufen die Preise nach unten zu korrigieren. Seitdem die Stürme in den USA gewütet haben, ist die Stimmung umgeschlagen – auch wenn man hier sicher von Zufall sprechen kann, dass beide Ereignisse zusammenfielen.

Vielmehr zeigen aktuelle Berichte von OPEC und statistischen Agenturen wie der International Energy Agency (IAE), dass der Ölmarkt inzwischen weitaus knapper an Ölangebot ist, als man zunächst noch angenommen hatte.

Da auch immer mehr andere Experten zu dem Schluss kommen, dass die Kürzungen von OPEC und Deal-Ländern wohl doch Früchte tragen und der Ölpreis so stabiler werden könnte, neigt der Markt nun offenbar dazu, die Preise auch ohne große Nachrichten hoch zu halten. Ob das nun eine selbsterfüllende Prophezeiung, eine Momentreaktion des Marktes oder ein Zeichen für den Rest des Jahres 2017 ist, bleibt abzuwarten.

Wieder weniger US-Ölbohranlagen

Schon das zweite Mal in Folge vermeldet der wöchentliche Baker Hughes-Report zu aktiven US-Ölbohranlagen einen Rückgang. Insgesamt sieben Anlagen weniger wurden gezählt.

Man darf aber davon ausgehen, dass auch hier die Stürme Harvey und Irma bei den Zahlen eine Rolle spielen. Schließlich hatten die Betreiber alle Hände voll zu tun, bestehende Anlagen gegen die Stürme zu schützen und danach wieder sicher in Betrieb zu nehmen.

Dennoch zeichnet sich aktuell der Trend zu weniger neuen Anlagen ab. Einerseits, weil die Frage im Raum steht, bei welchem Barrelpreis sich das Ganze überhaupt lohnt. Andererseits, weil die schon angebohrten Anlagen, die in den vergangenen Monaten so rasant hinzu kamen wie noch nie, erst vollständig erschlossen und in Betrieb genommen werden müssen.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 18.09.2017

  • Verbraucherpreisindex, Eurozone
  • EZB-Mitglied Lautenschläger spricht öffentlich

Dienstag, 19.09.2017

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA

Mittwoch, 20.09.2017

  • EZB-Sitzung (nicht zur Geldpolitik)
  • Erzeugerpreisindex, Deutschland
  • Zinssatzentscheidung, US-Notenbank Fed
  • FOMC-Bericht der Federal Reserve zu Wirtschaftswachstum, USA
  • EIA Rohöl Lagerbestand

Donnerstag, 21.09.2017

  • Zahlen zum Arbeitslosenmarkt, USA
  • Verbrauchervertrauen, Eurozone

Freitag, 22.09.2017

  • Einkaufsmanagerindex, Eurozone
  • Markit PMI, Eurozone
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

 

Entwicklung Eurokurs

Im Eurokurs könnte mit Blick auf die Termine in dieser Woche sehr viel Potential für Bewegungen nach oben und unten stecken. Momentan notiert er relativ stabil bei1,1949 US-Dollar, die Bewegungen sind aktuell minimal. Der EZB-Referenzpreis für Freitag lag bei 1,1963 US-Dollar.

Mit der Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch und diversen wichtigen Konjunkturdaten aus den USA steht zunächst einmal fest, dass der Dollarkurs sehr beweglich sein wird. Das färbt natürlich sofort auf den Eurokurs ab. Aktuelle Einschätzungen gehen von Rückenwind für den Dollar aus, was natürlich in der Realität auch ganz anders kommen kann.

Heizölpreisentwicklung

Zwar nimmt der stabile Euro der Entwicklung auf den Ölmärkten etwas den Wind aus den Segeln, doch die inländischen Heizölpreise sind heute Morgen dennoch gestiegen: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,77Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 57,43 Cent.

Mit jedem Tag, den es mehr in die Herbst- und damit die Heizsaison geht, wird die Nachfrage nach Heizöl auf dem heimischen Markt größer. Das ist ein weiterer Aspekt, der für Ihre Kaufentscheidung wichtig ist.

Andere Faktoren auf den globalen Märkten machen sowieso deutlich, dass es mit den niedrigsten Preisen der ersten Jahreshälfte vermutlich vorbei ist. Wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden, kommen Sie dieser Entwicklung zuvor und sichern sich ein gutes Preisniveau.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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