Thanksgiving und straffer Dollar bremsen Aufwärtstrend beim Heizöl

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In den OPEC-Verhandlungen um eine Reduktion der Fördermenge hat der Irak überraschend eingelenkt. Spannend bleibt, wie sich der Iran verhält. Dies verzögert noch einen Anstieg der Ölpreise, ebenso wie das lange Thanksgiving Wochenende in den USA und der starke Dollar.

Ölpreisentwicklung

Nach den schwierigen OPEC Verhandlungen Anfang der Woche zum Thema Produktionskürzungen zeigt sich nun der Irak überraschend kompromissbereit. Bislang hatte das Land auf Ausnahmeregelungen gepocht, so wie auch Nigeria und Libyen eine Produktionssteigerung eingeräumt wird. Nun lenkt der Irak ein und stimmt einer Kürzung der eigenen Förderung zu, um die Preise an den Ölbörsen zu stützen. Um nicht die Investmentbereitschaft in der Ölindustrie durch ein niedriges Preisniveau zu gefährden, ist von einer gemeinsamen Produktionskürzung der OPEC um 900.00 B/T die Rede.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Am heuteigen Morgen  kostet ein Fass des europäischen Nordseeöls Brent etwa 48,90 US-Dollar und somit so viel wie zum gestrigen Schlusskurs von 48,95 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird mit 445 US-Dollar pro Tonne notiert uns ist somit ebenfalls unverändert zum Vortag. 

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Entwicklung der Ölpreise sind die  Ölbestände.

Gestern hatte das DOE (US Energieministerium) die US Ölbestandsveränderungen der letzten Woche bekannt gegeben. 

In Zusammenhang mit einer gestiegenen Raffinerieauslastung ist bei den US-Ölbeständen eine Abnahme der Rohölvorräte zu verzeichnen. Der Hintergrund: Da die meisten Raffinerien ihre saisonalen Wartungsarbeiten mittlerweile abgeschlossen haben, können sie ihre Produktivität wieder steigern und verbrauchen demzufolge mehr Rohöl. Gleichzeitig sind jedoch die Rohölimporte stark gesunken, ein Rückgang der landesweiten Ölvorräte ist die Folge.

Die höhere Kapazitätsauslastung der Raffinerien bringt naturgemäß einen Zuwachs bei den Produktbeständen mit sich. Besonders deutlich ist der Anstieg der Bestände beim Benzin, wo gleichzeitig die Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche zurückging. In Bezug auf die Summe der Produktgruppen hat die Nachfrage jedoch insgesamt zugelegt.

Während die US-amerikanischen Rohölimporte zurückgegangen sind, hat die USA ihre Rohölförderung um +9000 B/T erhöht. Besonders stark zog die Produktion in den US-Staaten an, die eine Schieferölförderung betreiben.

Ölpreisniveau bislang trotzdem unverändert

Mit dem Einlenken des Irak ist die OPEC ihrem seit September andauerndem Bestreben näher gekommen, ein funktionierendes Abkommen über eine Produktionsmengenbegrenzung zustande zu bringen. Ob der Deal beim OPEC-Meeting nächste Woche in Wien tatsächlich besiegelt werden kann, hängt jedoch noch von der Zustimmung des Iran ab. Nur wenn alle Kartellmitglieder an einer Drosselung mitwirken, wäre auch Russland bereit, die eigene Fördermenge zu senken.

Auch wenn eine Produktionskürzung nun wahrscheinlicher geworden ist, hatte dies bislang kaum Auswirkungen auf die Preisniveaus an ICE und NYMEX. Grund hierfür ist zum einen das ungeklärte Verhalten des Iran. Gleichzeitig hält man sich angesichts des heutigen Thanksgiving-Festes und einem bevorstehenden langen Wochenende in dem  USA mit neuen Risikopositionen zurück.

Der potenzielle Anstieg des Ölpreises wird im Gegenzug durch einen weiterhin starken Dollar abgeschwächt. Damit werden die in Dollar gehandelten Rohstoffe außerhalb der USA teurer und entsprechend weniger attraktiv.

Entwicklung Eurokurs

Am Morgen rutschte die europäische Gemeinschaftswährung nahe an die 1,05 US-Dollar-Marke. Zuletzt war diese Marke vor einem Jahr zu sehen. Die ESZ  (Europäische Zentralbank) hatte den Referenzkurs gestern noch auf 1,0602 Dollar festgesetzt.

Heizölpreisentwicklung

Heizöl wird heute wohl nahezu unverändert zu gestern erwartet, womit der Aufwärtstrend der Heizölpreise zumindest ein vorläufiges  Ende gefunden hat.

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 55,94 Euro pro hundert Liter Heizöl.

In diesen Tagen ist mit dem „Thanksgiving“ Feiertag und auch durch den darauf folgenden „Black Friday“ der Börsenhandel in den USA stark eingeschränkt. Die meisten Händler nutzen den Feiertag für ein langes Wochenende.

Da Händler vorher kaum noch spekulative und damit risikoreiche Positionen aufbauen werden, erwarten wir bis zum Ende der Woche nur wenig Bewegung beim Heizölpreis. Auch danach sind deutliche Preisnachlässe nicht sehr wahrscheinlich. Die Ölpreise werden bei positivem Ausgang der OPEC Verhandlungen eine feste Tendenz behalten und ein steigender Eurokurs ist momentan nicht in Sichtweite.

Gerade bei einem  niedrigen Füllstand im Heizöltank raten wir unseren Kunden daher auch weiterhin zum baldigen Heizölkauf. Sehr kurzfristige Lieferungen sind in mehreren Regionen nur nach telefonischer Abstimmung möglich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen

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