Tropensturm Harvey bedroht Ölverarbeitung – Euro gibt nach

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Der Tropensturm Harvey leutet die Hurrikan-Saison im Golf von Mexico ein. Erste Unternehmen haben die Förderung auf hoher See und ihre Raffinerieproduktion eingestellt. Bisher gibt es allerdings keine starken Auswirkungen auf den Rohölpreis. Der Euro gibt etwas nach. Heizöl heute teurer.

Ölpreisentwicklung

Am Mittwoch verursachten die Daten des DOE-Bestandsberichts teils kräftige Kurssteigerungen. Am Donnerstag konnte dieses Potenzial allerdings nicht mehr in weiter steigende Preise umgesetzt werden. Die Kurse bewegten sich in engen Grenzen auf und ab. Mit der Aufstufung des Tropensturms Harvey zu einem Hurrikan der Kategorie 2, kam dann doch noch Bewegung in die Märkte. Die Kurse für Rohöl blieben trotzdem weitestgehend stabil, die Kurse der Produkte, vor allem Benzin, stiegen hingegen an.

Begründet ist dies vor allem durch die Auswirkungen Harveys auf die Raffinerieproduktion. Die US-Amerikanische Golfküste ist aufgrund der Nähe zu den Förderanlagen auf hoher See, ein traditioneller Raffineriestandort. Da der Sturm direkt auf die Region Houston (Texas) zieht, ist die Lage angespannt. Rund um Houston befindet sich eine Vielzahl von Raffinerien. Aus Sicherheitsgründen haben erste Betreiber die Produktionen ihrer Anlagen gedrosselt, teilweise komplett eingestellt.  

Da die abgeschalteten Raffinerien in ihrer Summe potenziell täglich mehr Rohöl verarbeiten, als durch die Auswirkungen des Sturms nicht gefördert werden können, könnte es in den nächsten Tagen zum Aufbau von Rohölbeständen kommen. In der Folge würden daraus sinkende Ölpreise resultieren. Die Verfügbarkeit von Ölprodukten, allen voran Benzin, könnte in der  Region zeitgleich kurzfristig gestört werden, weshalb die Produktkurse weiter anziehen könnten.

Die Wetterprognosen verheißen indes nichts Gutes für die Region und ihre Einwohner: Sollten die Berechnungen der Wettermodelle zutreffen, wird sich Harvey in seiner Intensität weiter ausweiten. Eine Aufstufung zu einem Hurrikan der Kategorie 3 ist nicht unwahrscheinlich. Die Modelle gehen weiter davon aus, dass der Sturm beim Auftreffen auf die Küste, noch tagelang bis zur Auflösung verharren wird. Die Wassermassen könnten für Überflutungen und damit für Stromausfälle sorgen, was die Ölverarbeitung weiterhin negativ beeinflussen würde.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel der europäischen Referenzsorte Brent kostet am Freitagmorgen 52,46 US-Dollar. Gestern zur gleichen Zeit waren es noch 51,75 US-Dollar. Der Schlusspreis am Donnerstag lag noch wesentlich niedriger bei 52,04 US-Dollar. Begründet ist der nächtliche Kursanstieg durch das Mitziehen der Rohölpreise durch die Produktpreise.

Der Kurs des maßgeblichen Indikators für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert heute Morgen hingegen stärker als noch gestern zur gleichen Zeit. 1000 Liter kosten zum Handelsstart am Freitag 486,00 US-Dollar für die Lieferung im September. Am Donnerstagmorgen waren es noch 482,25 US-Dollar. Das entspricht auch dem Schlusspreis vom Donnerstag. Begründet ist der Anstieg vor allem dadurch, dass es sich bei ICE Gasoil bereits um eine Produktnotierung handelt.

Wie groß das Potential von Harvey für weiter steigende Preise ist, kann nur spekuliert werden. Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für die Heizölpreise der Vergangenheit, finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Entwicklung Eurokurs

Die Europäische Gemeinschaftswährung startet heute mit 1,1802 US-Dollar in den Handel und ist im Vergleich zum Vortag damit leicht gesunken. Der EZB-Referenzkurs liegt für Donnerstag bei 1,1806 US-Dollar.

Der Grund für die leichte Abschwächung, liegt in nur schwach gestiegenen Importpreisen für den Monat Juli im Vergleich zum gleichen Monats des Vorjahres. Die Einfuhrpreise gelten als wichtiger Indikator für Verbraucherpreise. Die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von Deutschland um 0,6% im zweiten Quartal des aktuellen Jahres, hatte hingegen keinen größeren Einfluss auf die Euro-Dollar-Kursentwicklung.

Wie schon die ganze Woche, wird heute vor allem das Treffen der Währungshüter, allen voran EZB-Präsident, Mario Draghi und FED-Chefin, Janet Yellen, im Fokus der Märkte stehen. Umwälzende geldpolitische Entscheidungen werden zwar nicht erwartet, doch hofft man auf Äußerungen Draghis zur Zukunft des von vielen Marktteilnehmer als kritisch betrachteten EZB-Staatsanleihen-Aufkaufprogramms.  

Heizölpreisentwicklung

Gesunkene Ölpreise, gestiegene Produktpreise und ein leicht nachgebender Euro – diese Konstellation sehen Markteilnehmer wie auch Verbraucher nicht alle Tage. Für den innländischen Heizölverbraucher ergeben sich allerdings keine guten Nachrichten aus diesem Gefüge, denn die aktuelle Konstellation führt heute zu steigenden Heizölpreisen.    

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt am Freitag rund 54,64 Cent pro Liter Heizöl. Gesten waren es noch 53,16 Cent pro Liter.

Wenn Sie jetzt auf den Heizölkauf setzen, sichern Sie sich dennoch ein attraktives Preisniveau. Die weiteren Auswirkungen von Hurrikan Harvey könnten die Preise weiter steigen lassen. Insbesondere wenn sich ihr Tank leert empfehlen wir Ihnen den jetzigen Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

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