Trübere Stimmung sorgt für niedrigere Ölpreise

31. Oktober 2018, Nicola Bergau

Heizölpreise am Mittwoch stabil 31.10.18

Ein verhaltenes Handelsinteresse sorgte dafür, dass die anfänglichen Preisnachlässe mit Monatsrekordniveaus doch moderater ausfielen. Neue Trump-Drohungen und die abermals gestiegenen US-Bestände laut API zementierten den Preisabschwung, von dem Heizölkunden leider immer noch nicht profitieren.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • API: Erneut Bestandsaufbauten bei Rohöl, erneut weniger Produkte
  • Trump droht mit weiteren Strafzöllen gegen China
  • Brent bei 76,93 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 703,75 US-Dollar
  • Euro bei 1,1349 US-Dollar
  • Heizölpreis bei 93,42 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung

China: Importstopp für iranisches Öl
Saudi-Arabien erwägt Produktionskürzungen
Spekulation um Brent-Preis bei 100 US-Dollar bis Ende des Jahres
Kein Freigabe strategischer US-Ölreserven
Sicherheitslage im Irak angespannt – Ölindustrie bedroht
Iranische Ölexporte wegen US-Sanktionen rückläufig

USA baut weiteres Export-Terminal für Öl
Russland weitet Förderreserven aus
USA: Rentabilität von Schieferölproduktion steigt
Russland will wohl Tauschgeschäft mit Iran umsetzen

Trump droht mit neuen Strafzöllen gegen China
Saudi-Arabien und Russland haben Ölförderung um 1,5 Mio. Barrel pro Tag angehoben
Libyen mit ausbaufähiger Ölförderung
US-Bestände nach DOE und API mit Aufbauten bei Rohöl
Irak auf Exporthoch – mit noch freien Kapazitäten
OPEC und IEA erwarten sinkende Nachfrageentwicklung

 

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 76,93 US-Dollar. Der Vergleichswert von Dienstag betrug noch 77,27 US-Dollar, der Schlusspreis wurde bei 75,91 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 703,75 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 701,75 US-Dollar, der Schlusspreis bei 702,50 US-Dollar.

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 31.10.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Ein unterdurchschnittliches Handelsinteresse sorgte gestern einerseits dafür, dass die Kursverluste der wichtigsten Ölnotierungen Brent und WTI zwischenzeitlich deutlich fielen. Andererseits verloren die wenigeren Handelsteilnehmer auch schnell wieder das Vertrauen in die Entwicklung, sodass die Preise von ihren zwischenzeitlichen 2-Monatstiefs heute Morgen wieder leicht abgewichen und gestiegen sind.

Die US-Ölbestandsdaten nach dem American Petroleum Institutes decken sich im Überblick mit der vergangenen Woche: die Rohölbestände sind gestiegen, die Produktbestände sind gefallen. Insofern gibt es hier nur wenige neue Impulse für den Markt.

Wichtiger ist da schon eher, dass Trump erneute Strafzölle gegen China angekündigt hat. Auch das ist keine Neuigkeit, doch droht der US-Präsident nun damit, ein weiteres Handelsvolumen von 267 Milliarden zu belegen – und damit faktisch die gesamte chinesische Exportwirtschaft gen USA. Pikant ist, dass diese Drohung ausgerechnet vor einem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping ausgestoßen wird, bei dem es genau um dieses Thema geht. Nicht wenige sehen hinter diesem Schritt ein Muskelspiel, dass die USA in die Position bringen soll, den von Trump gewünschten „großartigen Deal“ abzuschließen.

Nachdem der Heizölpreis nun schon seit Wochen von der Entwicklung an den Ölbörsen abgekoppelt ist und aufgrund niedriger Rheinpegel und der damit verbundenen Lieferschwierigkeiten im Inland kontinuierlich gestiegen ist, können Heizölkäufer heute immer noch nicht aufatmen. Zwar bleiben die Preissteigerungen vergleichsweise gering, doch bis die gewünschte Bewegung in die Differenz kommt, braucht es unbedingt Regen.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1349 US-Dollar, Dienstag um die gleiche Zeit waren es 1,1373 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Dienstag wurde bei 1,1372 US-Dollar festgesetzt.

Erneut musste die Gemeinschaftswährung leichte Verluste aufgrund eines schwächeren Wirtschaftswachstums in der Eurozone hinnehmen. Doch wenigstes waren die Verluste dieses Mal nicht so dramatisch wie bei den Auswirkungen der trüben Börsenstimmung vor rund einer Woche.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • API-Daten der Woche erneut mit widerstreitenden Tendenzen
     

API-Werte setzen Trend fort

Erneut meldete das API die gleichen Tendenzen wie in der Vorwoche: deutliche Bestandsaufbauten bei Rohöl werden von Abbauten bei den Produkten ausbalanciert.
 

Die API-Daten im Überblick

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-44-311018 // Alle Angaben ohne Gewähr

 

Werden sonst Einzelwerte als Ausgangsbasis für Handelsentscheidungen genommen, verlegen sich Analysten nun darauf, die Gesamtveränderung der US-Bestände unter die Lupe zu nehmen. Denn wenn Rohöl steigt, die Produkte aber abnehmen, muss man analysieren, wie die Vorratssituation insgesamt aussieht.

Und da zeigen die API-Daten dieser Woche, dass die Gesamtvorräte wohl weiter sinken. In der vergangenen Woche ließ sich aus den detaillierteren Zahlen des DOE interpretieren, dass die Gesamtbestände um rund 8 Mio. Barrel gesunken sind. Ein ähnlicher Abbau könnte auch in dieser Woche vermeldet werden, sollte das DOE die aktuellen API-Zahlen bestätigen. Allerdings täuscht das nicht darüber hinweg, dass die US-Ölindustrie momentan auf einem Rekordniveau produziert. Morgen können wir mit den Werten des DOE festhalten, ob die Import- und Exporttätigkeiten und die Nachfrage auf dem US-Markt diese fieberhafte Produktion rechtfertigt oder nicht.

Für heute reichen die API-Zahlen aufgrund ihrer widerstreitenden Befunde jedoch nicht, um dem Markt einen deutlichen Anschub zu geben. Der scheint momentan sowieso etwas von der Achterbahnfahrt der vergangenen Wochen erschöpft und hält sich mit Handelsplatzierungen zurück.
 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 93,42 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es 93,11 Cent.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Nicola Bergau - Leiter Onlinehandel
            

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