Trump regt Austausch mit Iran an

31. Juli 2018, Peter Dudda

Heizölpreis steigt zum Dienstag etwas an 31.07.2018

Ist es die typisch trumpsche Kehrtwende? Die Nachricht aus Washington, dass der US-Präsident dem Iran ein Gesprächsangebot unterbreitet hat, dürfte gestern für Überraschung gesorgt haben. An den Ölbörsen wurde mit Gewinnmitnahmen reagiert. Erfahren Sie hier die Auswirkungen auf die Heizölpreise.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • OPEC und Russland vor weiterer Produktionsausweitung?
  • Anzahl von US-Öl-Bohranlagen gestiegen
  • Brent bei 74,69 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 661,50 US-Dollar
  • Euro steigt auf 1,1706 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt leicht auf 70,16 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

 Angriff auf saudische Öltanker / Exportstopp nach Europa
 China investiert in die Infrastruktur
 DOE: Vorräte an US-Öl sinken
 Nachfrage im US-Markt zieht an
 Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
 Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten

  Gesprächsangebot USA an Iran
  Einvernehmliches Ergebnis im Handelsstreit zwischen USA und EU

 Spekulationen um OPEC-Produktionsausweitung
 Mehr US-Ölbohranlagen
 Debatte um Abbau der strategischen US-Öl-Reserven
 EIA: US-Ölförderung wird im Juli und August stark steigen
 Wachstum der globalen Ölnachfrage verlangsamt sich
 Handelsstreit zwischen USA und China

 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 31.07.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Dienstagmorgen bei 74,69 US-Dollar.  Zum Wochenstart waren es noch 74,33 US-Dollar. Der Schlusspreis zum Monatag wurde bei 74,97 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert mit 661,50 US-Dollar zum Dienstagmorgen nahezu auf dem gleichen Niveau wie noch am Montag  Der Schlusspreis wurde am Montag bei 662,75 US-Dollar festgelegt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Der Handel zum Wochenstart war vor allem von der Meldung bestimmt, dass Russland eine abermalige Ausweitung der Förderquoten im Rahmen des OPEC-Förderkürzungsdeals anstrebt. Entsprechend zurückhaltend waren die Kursausschläge, wenn die Tendenz insgesamt auch für ein leichtes Plus auf den Tafeln sorgte. Die große Überraschung kam mal wieder aus dem Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump zeigt plötzlich Gesprächsbereitschaft mit dem Iran. Die Auswirkungen auf die Ölpreise waren zwar verhalten, doch sorgten vermehrte Gewinnmitnahmen für ein leichtes Minus. Das zeigt sich auch in den Notierungen von heute Morgen, die sich im Vergleich zu gestern nahezu nicht von der Stelle bewegt haben.
 

Entwicklung Eurokurs

Zum Wochenstart konnte die Gemeinschaftswährung wieder zulegen und notiert heute Morgen bei 1,1706 US-Dollar.  Am Montagmorgen waren es noch 1,1657 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1684 US-Dollar fest.  

Das der Euro nach der kleinen Talfahrt der vergangenen Woche wieder im Aufwind ist, verdankt er vor allem einem schwächeren Dollar. Für heute stehen Wirtschaftsdaten auf den Märkten diesseits und jenseits des Atlantiks an, die Potenzial auf eine Einflussnahme für den Wert des Euro haben können. So werden in Europa Zahlen zu Inflations- und Wachstumsentwicklung erwartet. In den USA stehen ebenfalls Inflationsdaten auf dem Programm.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik

  • USA und Iran bald im konstruktiven Gespräch?

 

Welche Auswirkungen hätte eine Einigung zwischen den USA und dem Iran auf die Ölpreisentwicklung?

Diese Frage kann im Prinzip ganz einfach beantwortet werden: Sollte es zu einer nachhaltigen Einigung zwischen dem Iran und der USA kommen, die USA in der Folge die Sanktionen gegen den Iran zurücknehmen, wäre die Gefahr eines Wegfalls von täglich 0,7 bis 1,5 Millionen Öl vom Weltmarkt gebannt.

In den letzten Wochen hatte sich das Verhältnis zwischen den beiden Kontrahenten immer negativer zugespitzt. Sowohl Trump, wie auch der iranische Staatsführer Rouhani geizten nicht mit dem Aufbau von dramatischen Drohkulissen. Doch wie kam es eigentlich so weit? Zuletzt hatte sich das Verhältnis der Weltgemeinschaft zum Iran eigentlich immer weiter entspannt. Grundlage für diese Entspannung war der sogenannte Atom-Deal zwischen dem Iran und einem Bündnis von westlichen Staaten, darunter auch die USA.

Der Iran sollte im Rahmen des Deals dauerhaft seine Atomprogramme einstellen, im Gegenzug sollte das Land von den bereits seit Jahrzehnten anhaltenden Sanktionen befreit werden und damit die inländischen Märkte geöffnet werden. Mit Blick auf die marode iranische Infrastruktur eigentlich ein Glücksfall für das Land. Binnen weniger Jahre gab es unzählige Investitionen westlicher Unternehmen, vor allem der Ölsektor profitierte stark von der Öffnung.  

Der Atom-Deal wurde noch zu Zeiten des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama eingefädelt. Schon während der Wahlkampfphase zu den letzten US-Präsidentschaftswahlen machte Donald Trump keinen Hehl aus seiner Ablehnung der Einigung mit dem Iran. Immer wieder bezichtigte er die iranische Staatsführung der Lüge und torpedierte damit indirekt auch den Deal. Tatsächlich gab es nach Angaben der neutralen Organisationen, welche die Einhaltung des Abkommens überwachen, keine Hinweise, dass der Iran weiter im atomaren Sektor aktiv ist.

Nach unzähligen Drohungen gegenüber dem Iran und der Weltgemeinschaft den Deal einseitig aufzukünden, folgten im Mai diesen Jahres Fakten. Die USA zogen sich offiziell aus dem Atom-Deal zurück. Doch nicht nur das, auch die Sanktionen wurden wieder auf den Plan gerufen. Außeriranische Unternehmen mussten sich so binnen Wochen wieder aus dem Land zurückziehen. Auch die Ölexporte, vor allem nach Europa wurden innerhalb weniger Tage beschränkt. Bisher fand der Iran zwar immer noch Abnehmer seines Öls, doch die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Ausgemachtes Ziel Trumps sei es nach eigenen Twitter-Verlautbarungen, dass der Iran keinen einzigen Tropfen Öl mehr außer Landes bringe.

Umso größer die Überraschung gestern: Im Rahmen einem Interviews bot Trump Rouhani ein Treffen an. Trump gab sich dabei ungewohnt friedfertig und betonte die Notwendigkeit von persönlichen Treffen, vor allem wenn es um Krieg und Tod ginge. Zusätzlich betonte er auf Nachfrage, dass es keine Bedingungen für das Treffen geben soll. Die Bedingung wäre lediglich, dass man gemeinsam mit dem Iran etwas Bedeutsames auf den Weg bringt. Der US-Außenminister relativierte die Bedingungslosigkeit später. So müsse unter anderen der Iran bereit sein ein neues Atomabkommen zu schließen, was die Entwicklung von Atomwaffen durch den Iran tatsächlich ausschließt.

Nun bleibt abzuwarten wie der Iran auf die Gesprächsbereitschaft Trumps reagiert. Sollte es tatsächlich zu einer neuen, dauerhaften Einigung mit dem Iran kommen und sollten dadurch die iranischen Ölexporte gesichert sein, würden die Ölpreise mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich nachgeben. Den der Faktor Iran-Sanktionen ist zu einem gehörigen mitverantwortlich für die aktuelle Stabilität der Preise auf hohen Niveau. Sollte es hingegen nicht zu einer Einigung kommen, würde die Anspannung bei der Versorgungslage weiter zunehmen. Vor allem im Herbst und im Winter wäre dann mit weiter steigenden Ölpreisen zu rechnen.

 

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,16 Cent. Am Montag waren es noch 69,82 Cent pro Liter Heizöl.

Die ausbleibenden Auswirkungen der drei tendenziell preissteigernden Meldungen von letzter Woche verwundern und haben eigentlich nur wenig Auswirkungen auf die Heizölpreise gehabt.  Das der Sprung über die Marke von 70 Cent zum Wochenende lag vor allem am schwächeren Euro. Entspannung bringen die Aussagen des russischen Energieministers von Gestern und die Diskussionsbereitschaft Trumps zum Thema Atom-Deal mit dem Iran – wie lange diese allerdings anhält bleibt abzuwarten.

Wenn sich der Tank leert, sollten Sie keine Experimente eingehen. Zu angespannt ist die Versorgungslage und auch die Prognosen sprechen nicht für fallende Preise, wie wir heute weiter oben im Artikel schon betonten. Machen Sie sich also möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig, die den Markt seit Wochen immer wieder überraschen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

     Peter Dudda - Autor
            

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