Unwahrscheinlichkeit eines OPEC-Abkommens drückt Ölpreis

Heizoelpreis-sinkt-04-04-2016

Die im März noch sehr wahrscheinlich erschienene Einigung der großen Ölproduzenten zur Einschränkung der Ölförderung scheint zunehmend unwahrscheinlicher. Nun kündigte Saudi-Arabien an, dass eine Beschränkung nur mit der Beteiligung des Irans vorstellbar sei. Eine Einigung verliert damit zunehmend an Wahrscheinlichkeit. Für heute ergeben sich somit deutlich gesunkene Heizölpreise.

Ölpreisentwicklung

Das Abwärtspotenzial war am Freitag zunächst begrenzt. Dann jedoch sorgte ein Kommentar des stellvertretenen  Kronprinzen Mohammed bin Salman für Bewegung am Markt. Er machte deutlich, dass eine Beteiligung an einer Beschränkung der Ölfördermengen nur dann vorstellbar sei, wenn auch der Iran sich beteilige. Da dieser sich aber weiterhin dagegen wehrt, sank in den Augen vieler Marktteilnehmer die Chance auf eine tatsächliche Einigung der großen Ölproduzenten beim Treffen am 17.April. Infolgedessen gab der Ölpreis deutlich nach und erreichte dabei zum Teil sogar den tiefsten Stand der letzten vier Wochen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 38,28 US Dollar je Barrel gehandelt. Hier ist der Preis binnen einer Woche um etwas mehr als vier Prozent gesunken. ICE Gasoil, welches den inländischen Heizölpreis maßgeblich beeinflusst, wird bei 332,25 US Dollar je Tonne notiert und hat damit im Vergleich zur Vorwoche um etwa fünf Prozent abgenommen.

Noch im März gingen viele Experten davon aus, dass die großen Ölproduzenten sich bei ihrem Treffen am 17. April auf das Einfrieren der Produktionsmengen auf das Niveau vom Januar einigen werden. Dementsprechend setzten viele Marktteilnehmer auf steigende Preise, womit der Ölpreis einen rasanten Anstieg zu verzeichnen hatte.

Zum aktuellen Zeitpunkt jedoch scheint diese Einigung mehr als unwahrscheinlich. Nicht nur, dass Saudi-Arabien nun doch auf die Beteiligung des Irans besteht. Auch machen die anderen potenziellen Teilnehmer des Abkommens momentan nicht den Anschein, tatsächlich an einer Reduzierung der Fördermengen interessiert zu sein.

So wollen Kuwait und Saudi-Arabien ein gemeinsam betriebenes Ölfeld wieder aktivieren. Und Russland hat im März seine Rekordfördermenge vom Januar nun noch mal selbst übertroffen, womit das Land so viel fördert, wie seit 30 Jahren nicht. Der Wunsch einer Reduzierung ist darin kaum zu erkennen. Mit der so sinkenden Wahrscheinlichkeit einer Produktionsbeschränkung sanken auch die Ölpreise. Desweiteren kündigte Libyen an, seine wichtigsten Ölterminals wieder in Betrieb zu nehmen, was das Überangebot weiter ausbauen könnte.

Zu alle dem sehen Analysten in der Fixierung der Fördermenge auf Januarniveau keine geeignete Maßnahme zur Reduzierung des Überangebots. Denn bereits im Januar förderte Russland auf Rekordniveau. Auch die OPEC Gesamtproduktion war zu dem Zeitpunkt über Durchschnittsniveau. Eine Fixierung auf dieses Niveau würde das akute Überangebot nur fixieren, jedoch nicht reduzieren.

Somit fehlt dem Ölpreis aktuell ein entscheidender Faktor, der die Notierungen stützen könnte. Weitere Abwärtspotenziale im Wochenverlauf sind damit nicht unwahrscheinlich.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 04.04.2016

  • Erzeugerpreisindex Eurozone

Dienstag, 05.04.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone
  • US-Handelsbilanz

Mittwoch, 06.04.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • FOMC Protokoll USA (Hinweis auf zukünftiger US-Zinspolitik)

Donnerstag, 07.04.2016

  • Ansprache des EZB Präsidenten Mario Draghis
  • Ansprache der Fed Vorsitzende Janet Yellens

Freitag, 08.04.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat wieder etwas nachgegeben, kann sich allerdings weiter über der 1,13 Dollar Marke halten und wird derzeit bei 1,1381 US-Dollar notiert.

In der letzten Woche wurde deutlich, dass die US-Notenbank Fed sich mit der Fortsetzung des Zinsanhebungskurses wohl noch Zeit lassen wird. Dies drückte den US-Dollar deutlich. Die am Freitag positiv ausgefallenen Daten zum US-Arbeitsmarkt konnten den Dollar dann allerdings wieder etwas stützen, sodass der Eurokurs heute etwas schwächer ist, als noch letzte Woche.

Heizölpreisentwicklung

Der gesunkene Ölpreis sorgt heute für einen sinkenden Heizölpreis. So kostet eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt 43,77 Euro pro 100 Liter Heizöl. Damit hat der Heizölpreis binnen einer Woche um knapp einen Euro abgenommen.

Da Marktteilnehmer zunehmend eher weniger von einer Einigung der großen Ölproduzenten ausgehen, ist mit starken Preisausschlägen nach oben in nächster Zeit eher weniger zu rechnen. Heizöl wird somit wahrscheinlich auch weiterhin günstig bleiben.

In den letzten Wochen hat die Heizöl-Nachfrage stark nachgelassen. Dementsprechend ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.

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