US-Bestände sinken – Ölpreise ziehen wieder kräftig an

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Bestandsabbauten an Rohöl und stabile Bestände an Ölprodukten sowie eine stabile Nachfrage im US-Markt sorgen am Donnerstag für höhere Ölpreise. Der Euro hat indes weiter nachgegeben. Heizöl wieder etwas teurer.

Ölpreisentwicklung

Es war ein typischer Mittwoch an den Handelsplätzen. Wie so häufig, war der gestrige Mittwochshandel vor allem von der Erwartung an die Veröffentlichung des DOE-Bestandsberichts bestimmt. Bis zum frühen Nachmittag zogen die Kurse enge Bahnen, ohne das eine besondere Tendenz zu erkennen war.

Die Wieder-Inbetriebnahme der erst vorgestern abermalig ausgefallenen Pipeline am größten libyschen Ölfeld, dem Sharara-Feld, hatte keinen weiteren Einfluss auf die Preisentwicklung. Da es sich wie bereits gestern berichtet, um einen technischen Defekt handelte, war die schnelle Aufnahme der Funktionsfähigkeit von den Marktteilnehmern ohnehin erwartet worden.

Mit der Veröffentlichung des US-Ölmarktberichts des US-Amerikanischen Department of Energy (DOE), kam kurz nach 16:00 Uhr dann doch noch Bewegung in die Märkte. Die relevanten Kurse kannten nur noch eine Richtung: Aufwärts. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem von der weiterhin hohen Raffinerieauslastung, den deutlichen Abbauten an Benzinbeständen, aber auch durch den Abbau von Rohölbeständen, allerdings bei gleichzeitiger Zunahme der Importe.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Am Kurs für die europäische Referenzsorte Brent lässt sich die Entwicklung deutlich ablesen. Kostete das Barrel am Mittwochmorgen noch 51,75 US-Dollar, sind es heute Morgen immerhin schon 52,58 US-Dollar. Der Schlusspreis am Mittwoch lag auf gleichem Niveau bei 52,57 US-Dollar.

Der Kurs des maßgeblichen Indikators für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert heute Morgen ebenfalls stärker als noch gestern zur gleichen Zeit. 1000 Liter kosten zum Handelsstart 482,00 US-Dollar für die Lieferung im September. Am Mittwoch waren es noch 470,75 US-Dollar. Der Schlusspreis lag gestern noch etwas niedriger bei 479,00 US-Dollar.

Wie groß das Potential von DOE für weiter steigende Preise ist, kann nur spekuliert werden. Eine Übersicht über die Kursentwicklung der ausschlaggebenden Notierungen für die Heizölpreise der Vergangenheit, finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

DOE-Bericht: Bestandsabbauten bei Rohöl und Benzin

Bei genauerer Betrachtung des DOE-Berichts ergibt sich auch in dieser Woche kein eindeutiges Bild. Es gibt sowohl eine Vielzahl von preissteigernden, aber auch ausreichend preissenkende Faktoren für die Ölpreisentwicklung.

Zu den preissteigernden Faktoren zählt vor allem die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum immer noch hohe Raffinerieauslastung von knapp über 95 Prozent. Die hohe Auslastung begünstigt auch die Entwicklung hinsichtlich der Rohölbestände. Diese konnten im Vergleich zur Vorwoche 3,3 Millionen Barrel abgebaut werden. Das liegt leicht über den durchschnittlichen Erwartungen, aber eben auch leicht unter den von API vermeldeten Abbauten.

Die Abbauten an Rohöl werden aber im Vergleich zur Vorwoche von erhöhten Importen begleitet. Doch aufgrund des Preisgefälles zwischen der europäischen Rohölsorte Brent und der amerikanischen Sorte WTI in Höhe von durchschnittlich 4 US-Dollar, konnten wiederum die Exporte erhöht werden. Die Import- und Exportbilanz wird daher als neutral von den Märkten eingestuft.

Eher preisdrückend wirkt hingegen die abermalige Zunahme der US-Rohölförderung. Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Förderung der US-Produzenten um etwas mehr als täglich 25.000 Barrel erhöht. Von den mehr als 700 Förderanlagen in den USA, sind zwar vergangene Woche 5 Anlagen geschlossen worden, doch diese sind mehrheitlich auf die Schieferölproduktion gefallen. Die nun erreichte Mehrmenge liegt hälftig in Alaska, wo immerhin noch konventionell gefördert wird. Es bleibt abzuwarten ob sich der Förderanlagenrückgang in der nächsten Berichtswoche auswirkt.

Der wohl wichtigste Faktor für steigende Preise aus dem aktuellen DOE-Bericht sind wohl die Bestandsdaten zu den Ölprodukten, mehrheitlich Benzin und Destillate (Diesel & Heizöl). Auch wenn die Nachfrage nach Destillaten gesunken ist, sind die Bestände doch immerhin stabil. Die Bestände an Benzin konnten hingegen mit 1,2 Millionen Barrel deutlich abgebaut werden. Zurückzuführen ist das auf eine weiterhin stabile Nachfrage.

In der Kombination all dieser Faktoren überwiegen für den Handel klar die preistreibenden Faktoren. Doch Verbraucher können entspannt bleiben, zur Zeit gibt es immer noch zu viel schnell verfügbares Rohöl am Weltmarkt, so dass dauerhaft stark anziehende Preise nahezu auszuschließen sind.

Golfküste: Tiefdruckgebiet Harvey mit Potenzial zum Hurrican?

Die Golfregion an der Südküste der USA steht seit jeher für eine Vielzahl von Öl-Förderanlagen. Im gesamten Golf von Mexiko befinden sich hunderte Bohrinseln, auf dem Festland die entsprechenden Verlade- und Verarbeitungsanlagen. Jahr für Jahr wird diese Region im Spätsommer und Herbst von Tropenstürmen und Hurrikans heimgesucht. Aktuell liegt über dem gesamten Golf das Tiefdruckgebiet Harvey, welches – je nach herangezogenen Wettermodell – das Potenzial zu einem Tropensturm hat.

Experten gehen indes davon aus, dass das Tief keine großen Auswirkungen auf die Öl-Förderung auf hoher See haben wird. Die Gefahr besteht eher durch die Störung der Verlade- und Verarbeitungsanlagen durch Dauerregen, Überflutungen und daraus resultierenden Stromausfällen und Unterbrechungen der Schiffsverkehre. In der Folge könnten Raffinerien ihre Produktion drosseln müssen, was in wiederum zu infrastrukturellen Engpässen führen könnte. Doch noch heißt es abwarten und die Lage weiter beobachten.

Entwicklung Eurokurs

Die Europäische Gemeinschaftswährung startet heute mit 1,1811 US-Dollar in den Handel. Die EZB legte den Refenzkurs für Donnerstag auf xx.xxx US-Dollar fest.

Nachdem die Kursentwicklung vorgestern zum Handelsschluss eine gehörige Delle nach unten im Preisgraph verkraften musste, konnte sich der Euro am Mittwoch wieder erholen und kehrt auf Positionen oberhalb der 1,18-US-Dollar-Marke zurück.

Die Gründe liegen vor allem in stabilen Konjunkturdaten aus der Eurozone, wobei deren Einfluss ohne schwache Konjunkturdaten aus den USA sicher nicht so stark gewesen wären. Insgesamt wird die US-Währung auch weiterhin durch das unvorhersehbare Agieren der US-Administration, namentlich durch US-Präsident Donald Trump, negativ beeinflusst. So gibt es nach wie vor keine konkreten Aussichten auf die Durchsetzung von wirtschaftsfreundlichen Wahlversprechen, wie zum Beispiel eine groß angekündigte Steuerreform.

Heizölpreisentwicklung

Deutlich gestiegene Ölpreise und ein stärkerer Eurokurs sind nur bedingt eine gute Konstellation für den Heizölverbraucher, da vor allem die Kursentwicklung des Euro nicht ausreicht, die in US-Dollar gehandelten Ölprodukte preismäßig auszugleichen.

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet daher aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,16 Cent pro Liter Heizöl. Gesten waren es noch 53,24 Cent pro Liter. Der Heizölpreis ist damit wieder auf dem Niveau vom Wochenstart angelangt.

Wenn Sie jetzt auf den Heizölkauf setzen, sichern Sie sich dennoch ein attraktives Preisniveau. Doch gerade der vergangene Freitag hat deutlich gezeigt, dass bereits kleinste Meldungen für turbulente Preisanstiege sorgen können. Insbesondere wenn sich ihr Tank leert empfehlen wir Ihnen den jetzigen Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekontonutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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