US-Bestände sorgen für steigende Ölpreise – Euro klettert über 1,14 Dollar

29. Juni 2017

Der Bericht des Department of Energy (DOE) hat den Zahlen des API-Berichts zu US-Ölbeständen widersprochen und teilweise sinkende Vorräte vermeldet. Das trieb die Ölpreise nach oben. Der Euro ist auf einem Jahreshoch über 1,14 US-Dollar – offenbar immer noch aufgrund der Draghi-Äußerungen.

Ölpreisentwicklung

Fast erwartungsgemäß liefern die Zahlen des DOE-Berichts zu den US-Ölbeständen ein anderes Bild des US-Ölmarkts als der API-Bericht, der stets einen Tag vor DOE veröffentlicht wird. Die Aufbauten bei Rohöl seien geringer als vom American Petroleum Institute am Dienstag noch angegeben, Die Benzinvorräte seien sogar gesunken. Beide Werte wurden vom Markt in steigende Ölpreise umgesetzt.

Der Höhenflug des Euro hält an, wohl immer noch als Reaktion auf die positiven Äußerungen des EZB-Chefs Mario Draghi zur wirtschaftlichen Entwicklung im Euroraum. Zwar steht die Möglichkeit der Misinterpretation im Raum, doch interessierte das Anleger gestern scheinbar wenig.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert aktuell bei 47,43 US-Dollar, der Schlusspreis von Mittwoch lag noch bei 47,31 US-Dollar.

Auch ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert mit aktuell 431,50 US-Dollar sichtbar über dem Schlusspreis von Mittwoch mit 427,50 US-Dollar für die Lieferung im Juli.

DOE-Bericht sorgt für Preisanstiege

Die Anleger hatten sich gestern zunächst in Zurückhaltung geübt, wohl weil sie warten wollten, zu welchem Ergebnis der DOE-Bericht zum US-Ölmarkt kommen würde. Fast erwartungsgemäß zeichnete dieser hochoffizielle Bericht der Bundesbehörde dann auch ein anderes Bild als der zuvor veröffentlichte Bericht des American Petroleum Institute (API).

Bei Rohöl wurden vom DOE zwar ebenfalls Aufbauten im Bestand festgehalten, doch fielen diese mit 0,1 Mio. Barrel wesentlich geringer aus als die von API verkündeten 0,8 Mio. Barrel. Bei Benzin, dem zweiten wichtigen Faktor der Berichte, wurden gar Ab- statt Aufbauten vermeldet (-0,9 Mio. Barrel).

Beide Berichte waren sich jedoch einig, dass die Raffinerieauslastung abgenommen habe. Zusätzlich hält das DOE fest, dass zwar die Nachfrage deutlich hinter den saisonalen Erwartungen zurückbleibt, dass dafür aber auch die Rohölförderung deutliche Einbrüche zu verzeichnen habe.

Dies sei aber nur ein kurzfristiger Effekt, so Experten, der sich mit Wartungsarbeiten an Förderanlagen in Alaska erkläre und auf den Tropensturm im Golf von Mexico zurückzuführen sei.

Dennoch schienen Anleger gestern eher geneigt, sich auf jene Indikatoren des DOE-Berichts zu konzentrieren, der Preisanstiege begünstigt. Das ist im aktuellen Marktklima auch nicht weiter verwunderlich, denn momentan regieren Käufer, die mit kurzfristigen Kontrakten die aktuell niedrigen Preise ebenso kurzfristig für sich nutzen wollen.

Das alles ist jedoch bisher kein Signal dafür, dass sich der Markt von seiner pessimistischen Grundstimmung zur Entwicklung der Ölpreise verabschiedet.

Entwicklung Eurokurs

Mit aktuell 1,1429 US-Dollar ist der Eurokurs momentan so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Und aktuell zeigt die Tendenz stetig weiter nach oben. Der EZB-Referenzpreis für Mittwoch lag bei 1,1375 US-Dollar.

Laut Experten ist für diesen unbeirrbaren Aufwärtstrend immer noch eine einhellige Marktreaktion auf Aussagen des EZB-Präsidenten Mario Draghi verantwortlich. Dieser hatte sich optimistisch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone geäußert.

Der Markt schien geneigt, diesen Optimismus als Zeichen dafür zu interpretieren, dass es mit der lockeren Geldpolitik im Euroraum bald vorbei sein könnte. Wir hatten gestern bereits festgehalten, dass Draghi selbst keine konkrete Aussage in dieser Hinsicht gemacht hatte, vielmehr beruhte der Euroaufschwung nur auf den Schlussfolgerungen, die Anleger aus dessen ungewohntem Optimismus zogen.

Das lässt viel Spielraum für Enttäuschungen, sobald es konkrete Aussagen gibt, und so mancher Experte meldete sich bereits gestern zu Wort, dass der Markt einer Fehlinterpretation der Draghi’schen Worte aufgesessen sei.

Diese Stimmen verhallten jedoch offenbar bisher ungehört – was zumindest ein Indikator dafür ist, dass der Markt nach all den pessimistischen Äußerungen der EZB sehr wohl bemerkt, dass die Zeichen auf Umschwung stehen könnten.

Der ungewohnt starke Euro ist jedenfalls ein Vorteil für alle Ölkäufer außerhalb der USA, da Öl stets in Dollar gehandelt wird.

Heizölpreisentwicklung

Stärkere Ölpreise, starker Euro: Die aktuelle Marktkonstellation kann den Heizölpreisen einen Dreh sowohl in die eine als auch die andere Richtung geben – die Frage ist nur, welcher Faktor auf den Märkten momentan überwiegt. So kostet eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 52,45 Cent pro Liter Heizöl. Am Mittwoch waren es noch 52,37 Cent. Die Euromacht reicht heute Morgen also nicht aus, um die gestiegenen Rohölpreise vollständig auszugleichen.

Noch ist das Preisniveau für Verbraucher attraktiv, sodass sich ein Heizölkauf jetzt lohnt. Analysten gehen davon aus, dass der vorherrschende Pessimismus auf den Märkten durchaus bald vorbei sein könnte. Dann sind deutliche Preiskorrekturen nach oben nicht mehr auszuschließen. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf.  

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.