US-Bestandsaufbauten drücken den Ölpreis

30. März 2016

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Mit der Erwartung erneuter deutlicher Bestandsaufbauten bei Rohöl in den USA gaben die Ölnotierungen im gestrigen Tagesverlauf deutlich nach. Aufgefangen wurde diese Abwärtsbewegung dann jedoch von der Aussage Janet Yellens. Die US-Notenbank-Chefin verteidigte die Verzögerung der Zinsanhebung, womit der Dollarkurs nachgab. Infolgedessen zog der Ölpreis wieder etwas an.

Ölpreisentwicklung

Bereits gestern Morgen deuteten sich Abwärtsspielräume an, da Marktteilnehmer schon Anfang der Woche von steigenden Rohölbeständen ausgegangen waren. Die Prognose des American Petroleum Institute (API - größter Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie) stütze diese Meinung, wenn auch nicht im selben Ausmaß.  Die Aussage Janet Yellens sorgte am Nachmittag dann für eine Gegenbewegung, sodass die Notierungen einen Teil der Tagesverluste wieder gut machen konnten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 39,41 US Dollar je Barrel gehandelt. Die Notierung für ICE Gasoil, welche für den inländischen Heizölpreis von entscheidender Bedeutung ist, liegt am heutigen Morgen bei 348,50 US Dollar je Tonne und ist damit um fast 20 US-Dollar günstiger als noch letze Woche.

Insgesamt deutete sich mit den Daten des API weder eine preisstützende noch eine preisdrückende Richtung an. Zwar weisen die Bestandsaufbauten klar auf Abwärtssignale hin. Die leicht gesunkenen Bestände in Cushing/Oklahoma, einem der wichtigsten Öllager der USA, dämpfen den Abwärtstrend jedoch etwas ab.

Marktteilnehmer warten heute auf die offiziellen Daten des DOE (Departement of Energy - Energieministerium der Vereinigten Staaten). Bereits letzte Woche übertrafen diese die Erwartungen des API, was den Ölpreis nochmals drückte. Kommt es in dieser Woche zu einer Wiederholung, ist ein erneuter Preisabrutsch nicht unwahrscheinlich.

In den Augen einiger Analysten sei das Erreichen eines Gleichgewichtspreises eine mittlerweile kaum zu bewältigende Aufgabe. Vor allem im Bereich der amerikanischen Schieferölproduktion seien Gefahren verborgen. So hätte man dort während der des sehr niedrigen Preisniveaus weiter viele Quellen angebohrt, jedoch nicht fertig erschlossen.

Ein nun steigender Preis würde es wieder rentabel machen, diese Quellen fertig zu erschließen. Die Fertigstellung könnte dann innerhalb kürzester Zeit erfolgen, sodass dem sowieso schon überversorgten Markt schnell zusätzliche Ölmengen zugespült werden könnten. Das Resultat wären wahrscheinlich wieder sinkende Ölpreise.

Deswegen setzen viele Hoffnungen in das anstehende Meeting der OPEC mit anderen großen Ölproduzenten am 17. April. Das Ziel dieses Treffens ist eine Produktionsbeschränkung für die wichtigsten Ölproduzenten. Sogar eine Teilnahme des Irans ist nicht ausgeschlossen, allerdings nur an den Gesprächen selbst. Zu Kürzungen ist das Land zum aktuellen Zeitpunkt nicht bereit.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs konnte deutlich zulegen und wird aktuell bei 1,1321 US-Dollar notiert.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte gestern den Spekulationen um eine baldige Fortsetzung des Zinsanhebungskurses ein wenig den Wind aus den Segeln genommen. Infolgedessen gab der Dollarkurs deutlich nach.
Damit wird das grundsätzlich in US-Dollar gehandelte außerhalb der USA günstiger, was den Notierungen an der Börse bereits gestern Abend Auftrieb gewährte. Somit steigert der etwas schwächere Dollarkurs auch heute das Kaufinteresse für Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 44,89 Euro pro 100 Liter. Damit kostet Heizöl heute in etwa 2 Cent/L weniger als letzten Mittwoch.

Da sich momentan an der Marktlage nicht viel zu ändern scheint, rechnen wir auch für den Rest der Woche nicht mit starken Preisausschlägen nach oben. Heizöl wird somit für die nächste Zeit günstig bleiben.

Die Heizöl-Nachfrage hat in den letzten Tagen stark nachgelassen hat. Somit ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.