US-Feiertag sorgt für wenig Handel – Ölpreise kaum verändert

Heizoelpreise sinken 290517

Die Amerikaner begehen heute den Memorial Day und entsprechend frühzeitig haben sich vergangene Woche viele Trader ins lange Wochenende verabschiedet. Die Ruhe an den Märkten sieht man den Ölpreisen an, die sich kaum verändert haben. Dennoch bleibt der US-Markt im Fokus.

Ölpreisentwicklung

Sobald die USA einen Feiertag begehen, beruhigen sich die Ölmärkte – so es keine wichtigen Ereignisse gibt – deutlich. Das zeigt sich heute Morgen am Memorial Day an kaum veränderten Ölpreisen. Es zeigt aber auch, wie wichtig der US-Markt für die globale Preisentwicklung ist, zumindest als Indikator.

Deshalb ist der aktuelle Baker Hughes-Report zu aktiven US-Ölbohranlagen auch so interessant, zeigt er doch, dass der Wachstumskurs der US-Ölindustrie ein wenig an Fahrt verliert. Gleichzeitig will Saudi-Arabien angeblich demnächst weniger Öl in die USA exportieren, wie Insider zu Protokoll gaben.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Beide für uns wichtige Ölpreise zeigen sich zum Wochenstart nur wenig bewegt.  Der europäischen Ölpreis Brent notiert bei 52,17 US-Dollar. Der Schlusskurs am Freitag wurde mit 52,15 US-Dollar festgesetzt, am Donnerstag nach der OPEC-Entscheidung waren es 51,46 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt sich ebenfalls kaum verändert. Mit aktuell 463,75 US-Dollar für die Lieferung im Juni liegt der Wert knapp über dem Schlusspreis für Freitag von 461,25 US-Dollar. Am Mittwoch vor der OPEC-Entscheidung waren es noch 480,25 US-Dollar, am Donnerstag fiel der Schlusspreis bereits deutlich auf 474,50 US-Dollar.

Startschuss für eine größere Nachfrage nach Öl in den USA?

Ganz abgesehen von der Enttäuschung über den Ausgang des OPEC-Treffens am vergangenen Donnerstag schaut der Markt weiterhin ganz genau auf die Entwicklung in den USA. Und hier gibt es aktuell mehrere Tendenzen zu beobachten.

Ein wichtiger Preismotor (für Anstiege) ist die allgemeine Nachfrage nach Öl, die in diesem Jahr bisher stark hinter den Erwartungen zurückblieb. Das Memorial Day-Wochenende gilt gemeinhin als Startschuss für die Sommer-Reise-Saison und damit als Ausgangspunkt für eine steigende Nachfrage nach Benzin. Ob dies tatsächlich so ist, kann momentan natürlich nur vermutet werden.

US-Ölindustrie wächst langsamer

Zweiter wichtiger Faktor, der bisher aber eher für Preisnachlässe verantwortlich war, ist die US-Ölschieferindustrie. In den vergangenen Monaten ging es hier Schlag auf Schlag, laut Baker Hughes-Plattformzählung kamen wöchentlich in bisher kaum gekannten Maße neue Bohranlagen hinzu.

Der aktuelle Bericht zeichnet nun ein verhalteneres Bild. So seien nur zwei Anlagen hinzugekommen, was die Gesamtzahl auf 722 erhöht. Allerdings ist die 19. Erhöhung in Folge immer noch ein Rekordwert, auch wenn der Durchschnitt sonst bei 11 Anlagen lag.

Aus diesen Werten Schlüsse für die Gründe und Auswirkungen zu ziehen, ist etwas verfrüht, allerdings dürften sich die Faktoren mehr Nachfrage und weniger US-Öl demnächst auf die US-Ölbestandsdaten auswirken. Sollten diese fallen, kann dies Preisanstiege nach sich ziehen.

Saudi-Arabien will angeblich Ölexporte nach USA kürzen

Auch die dritte Meldung dieses Morgens dreht sich um die USA, wobei mit Saudi-Arabien ein wichtiges OPEC-Mitglied ins Spiel kommt. Der arabische Staat will laut Insidern demnächst seine Exporte in die USA kürzen.

Das ist zwar in dem Sinne nicht überraschend, da die Golfstaaten ihr Öl im Sommer meist selbst benötigen, um Klima- und Kühlgeräte am Laufen zu halten. Interessant ist allerdings, dass die Staaten wegen des verlängerten OPEC-Deals nicht einfach ihre Förderung erhöhen können, um die Exporte hoch zu halten. Dies haben sie sonst gemacht.

Damit zeigt der verlängerte OPEC-Deal relativ kurzfristig eine bisher kaum betrachtete (Signal-)wirkung und die sinkenden Importe dürften sich spätestens im Juli in den Bestandsdaten der USA zeigen.

Eine Insiderinformation ohne genaue Quellenangabe ist zwar nichts Offizielles und zumindest aus Glaubwürdigkeitssicht durchaus fragwürdig. Und auch der Zeitpunkt der Meldung direkt nach den negativen Marktreaktionen auf den OPEC-Beschluss scheint aus Beobachtersicht ein wenig zu gut gewählt.

Aber wie wir schon in den vergangenen Wochen und Monaten festgehalten haben, ist die OPEC – da die Mitgliedsländer keine offiziellen Zahlen veröffentlichen – genau auf solche Meldungen angewiesen, um den Markt in ihrem Sinne ein wenig zu steuern. Und eine „Erfolgsmeldung“ (zumindest kann man sie aus OPEC-Sicht so interpretieren) kommt nach den Reaktionen auf den 25. Mai gerade recht.

Die Handelswoche im Überblick

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 29.05.2017

  • Rede Mario Draghi, EZB-Präsident

Dienstag, 30.05.2017

  • Industrie- und Verbrauchervertrauen, Eurozone
  • Konsumausgaben, USA

Mittwoch, 31.05.2017

  • Wöchentlicher Rohöllagerbestand American Petroleum Institute (API), USA
  • Verbraucherpreisindex, Eurozone

Donnerstag, 01.06.2017

  • Wöchentlicher Report EIA Rohöl Lagerbestand, USA
  • Markit PMI Herstellung, USA

Freitag, 02.06.2017

  • Konjunkturdaten, USA
  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Auch der Euro bliebt heute Morgen recht stabil. Momentan notiert er bei 1,1179 US-Dollar, der Referenzpreis der EZB am Freitag betrug jedoch noch 1,1179 US-Dollar.

Heute Nachmittag will EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Europäischen Parlament sprechen und seine Worte könnten kurzfristigen Einfluss auf den Euro/Dollarkurs haben. Marktbeobachter erhoffen sich Aussagen zur zukünftigen Geldpolitik der EZB – vor allem, wann sie ihre lockere Geldpolitik perspektivisch beenden könnte.

Heizölpreisentwicklung

Ein hauchdünn gestiegener Gasoil-Preis und ein ganz leicht fallender Eurokurs sorgen im Endeffekt für ebenso ganz leicht gestiegene Heizölpreise. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,79 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 55,59 Cent.

Der ideale Zeitpunkt für den Heizölkauf wird wohl nie kommen, aber momentan lohnt es sich, den Tank aufzufüllen. Mit den Ausführungen zur Entwicklung in den USA dürfte deutlich geworden sein, dass momentan mehr Indizien für einen Preisanstieg als einen Nachlass sprechen.

Wenn Sie sich mit dem baldigen Heizölkauf ein gutes Preisniveau sichern, greifen Sie den Entwicklungen in Ihrem Sinne vor und machen sich unabhängig von den Preisveränderungen an den Märkten.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Finanzierung oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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