API-Daten zu mehr US-Öl stoppen Kursanstiege

heizoelpreise-steigen-leicht-am-mittwoch-190717

Gestern ging es zunächst durch verschiedene Impulse mit den Ölpreisen nach oben – Saudi-Arabien will weniger Öl exportieren, der starke Euro sorgte für Kauflaune außerhalb der USA. Erst die US-Ölbestandsdaten laut API bremsten den Anstieg aus – die US-Rohölvorräte haben überraschend zugenommen.

Ölpreisentwicklung

Nachdem das OPEC-Sondermeeting von Montag (für den Markt) ohne Ergebnisse blieb und Ecuador seinen Ausstieg aus dem Kürzungsdeal verkündet hatte, betreibt OPEC-Wortführer Saudi-Arabien jetzt offenbar „Schadensbegrenzung“ und kündigt weitere Exportkürzungen an.

Dies trieb die Ölpreise gestern genauso nach oben wie der weiterhin starke Euro, der für Käufe außerhalb der USA sorgte. Erst die Zahlen des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen bremsten am Nachmittag den Anstieg aus – es gab überraschende Aufbauten bei Rohöl. Die US Energy Information Administration (EIA) sieht unterdes die US-Ölindustrie vor einem Boom – und das schon im August.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 48,71 US-Dollar. Der Schlusskurs für Dienstag lag bei 48,84 US-Dollar, etwa 0,40 US-Dollar über dem gestrigen Tagesstart. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis liegt bei 446,00 US-Dollar, genau zwei Dollar über dem gestrigen Vergleichswert. Der Schlusspreis am Dienstag notierte bei 446,25 US-Dollar.

Saudi-Arabien kündigt weitere Exportkürzungen an

Nachdem Ecuador seinen Ausstieg aus dem Kürzungsdeal bekannt gegeben hat, steuert Saudi-Arabien nun offenbar mit einer für die OPEC positiven Meldung gegen. Der größte Produzent des Ölkartells und Wortführer im Deal kündigte weiter Exportkürzungen an. Diese sollen signifikant ausfallen.

Eine Ankündigung allein heißt zwar noch nichts, doch hatte die saudische Ölindustrie bereits mehrfach die Exportquoten gesenkt, um ein positives Signal für die Wirksamkeit des Kürzungsdeals zu setzen. Experten berechnen allerdings auch mit ein, dass sinkende Exportquoten im Sommer aus dem Golfstaaten normal sind, da viel Öl für den Betrieb von Klimaanlagen und Kühlsystemen im eigenen Land gebraucht wird.

US-Ölindustrie ganz kurz vor Boom?

Die US-Amerikanische Energy Information Administration (EIA) gab gestern bekannt, dass der von Analysten erwartete Boom der US-Ölindustrie bereits im August sein Gesicht zeigen könnte. Danach wartet eine bisher unbekannte Anzahl an noch nicht vollständig erschlossenen Ölquellen für Schieferöl auf die Inbetriebnahme.

Und diese Inbetriebnahme ist notwendig, damit die Investitionen, die bereits in die Erschließung der Quellen geflossen sind, wieder reingeholt werden. Sie sind sehr kurzfristig startbereit und könnten das globale Angebot an Öl binnen kurzer Zeit signifikant erhöhen.

Noch reagiert der Markt auf diese Meldung eher verhalten, schließlich ist bereits seit Jahresanfang bekannt, welches Potential die US-Ölindustrie bisher zurückhielt. Sobald das Öl allerdings physisch auf dem Markt angeboten wird, könnte es heftige Preisreaktionen geben – es sei denn, die OPEC steuert in irgendeiner Weise mit weiteren Kürzungen gegen.

API vermeldet Anstieg bei Rohöl

Der ausschlaggebende Faktor für den aktuellen Kursstand bei Öl war gestern wieder einmal der Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen. Bei Benzin sind die Vorräte deutlich und weit über den Erwartungen gesunken, was so interpretiert werden kann, dass die Sommernachfrage auf dem US-Markt endlich mit den Erwartungen übereinstimmt.

Allerdings vermeldete API Bestandsauf- statt -abbauten bei Rohöl und gestiegene Vorräte in Cushing Oklahoma, dem größten Öl-Umschlagplatz in den USA. Wie immer ist der API-Bericht aufgrund seiner relativ kleinen Datenbasis jedoch nicht in der Lage, diese Tatsachen für den Markt hinreichend zu erklären. Das schafft eher der Bericht des Department of Energy (DOE), der heute Nachmittag folgt.

Man sollte in dieser Woche den Einfluss des API-Berichts nicht überbewerten, schließlich verlaufen die beiden wichtigsten Posten Rohöl und Benzin gegensätzlich. Darum bremste der API-Bericht die Preisentwicklung zwar aus, sorgte aber nicht für die heftigen Reaktionen, die wir bereits öfter beobachtet haben.

Entwicklung Eurokurs

Es darf vermutet werden, dass der starke Euro momentan ebenfalls dafür sorgt, dass die Ölpreise relativ fest sind. Denn der aktuelle Stand von 1,1532 US-Dollar hebt die Kauflaune außerhalb der USA. Der EZB-Referenzpreis für Dienstag lag allerdings noch bei 1,1555 US-Dollar.

Zwischenstände von über 1,158 US-Dollar im gestrigen Tagesverlauf waren allein auf eine allgemeine Dollarschwäche zurückzuführen. Anleger reagierten teils heftig auf die gescheiterte Reform Präsident Trumps der Gesundheitsreform von Barack Obama.

Dieser Effekt nutzt sich jetzt allerdings etwas ab und es stehen auch kaum weitere wichtige Konjunkturdaten in dieser Woche an. Am Donnerstag will die Europäische Zentralbank ihre aktuelle Zinssatzentscheidung bekannt geben. Zwar wäre alles andere als eine weitere Nullrunde eine Sensation, trotzdem scheint der Markt abzuwarten.

Heizölpreisentwicklung

Es ist ziemlich schwierig, heute Morgen aus Dollarkurs und Ölpreisen rein rechnerisch eine Tendenz bei den Heizölpreisen abzuleiten. In diesem Fall muss einbezogen werden, dass die Ölpreise zwar nur wenig, aber eben gestiegen sind und der Euro zwar weiterhin stark, aber eben gefallen ist. Darum hängen die Heizölpreise an diesem Mittwoch deutlich von anderen Faktoren wie Verfügbarkeit und momentane Nachfrage ab. Das schlägt sich so in den Preisen nieder, dass eine 3.000 Liter Standard Lieferung aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,23 Cent pro Liter Heizöl kostet. Am Dienstag waren es noch 52,85 Cent.

Wer jetzt von einem günstigen Preisniveau profitiert und sich für den Heizölkauf entscheidet, kann den weiteren Entwicklungen auf dem Markt in der nächsten Zeit gelassen entgegensehen und braucht nicht zu rechnen, welcher Faktor gerade den Ausschlag gibt.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?