US-Ölbestände gestiegen, Heizöl teurer

14. August 2019, Ricarda Altrichter

Heizölpreis gestiegen - Aufbau von US-Rohölbeständen

Das API meldet überraschend Aufbauten der US-Rohölbestände. Die Spannung im Konflikt zwischen USA und China lässt nach, da die USA angekündigte Zölle zurücknimmt. Der Euro schwächelt neben einem stärkeren Dollar. Heizöl ist heute teurer.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick 

  • API: Unerwarteter Aufbau der US-Ölbestände
  • Brent bei 60,75 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 576,00 US-Dollar 
  • Euro bei 1,1172 US-Dollar
     

​Heizölpreis-Entwicklung 

  • Heizölpreis bei 67,29 Euro / 100L 

Eine 3.000 Liter Standard-Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 67,29 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag lag der Heizölpreis bei 65,62 Cent pro Liter Heizöl. 
 

Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung 

Iran überschreitet Limits des Atomabkommens
Vorerst keine weiteren US-Strafzölle gegen China
 Schärfere US-Sanktionen gegen Iran und Venezuela
 OPEC+ Kürzungen werden verlängert

EIA, OPEC und IEA-Berichte senken Nachfrageprognosen
▼ Produktionssteigerung in Kasachstan und Irak
USA steigern Produktion weiter deutlich
Verringerte Auslastung asiatischer Raffinerien

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE: 

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen bei 60,75 US-Dollar. Der Vergleichswert von gestern betrug noch 60,26 US-Dollar, der Schlusspreis wurde am Dienstag bei 60,94 US-Dollar festgesetzt. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 576,00 US-Dollar. Der Vergleichswert am Dienstag lag bei 555,50 US-Dollar, der Schlusspreis gestern ebenfalls bei 555,50 US-Dollar. 

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 14.08.2019 // Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite
  

Die Preisentwicklung im Überblick 

Am Dienstagmorgen blieb die Stimmung am Ölmarkt neutral. Preissteigernde Signale wechselten sich mit preissenkenden Einflüssen ab. Beispielsweise drückt die Ankündigung der USA, die Schieferproduktion im August zu steigern, den Preis nach unten während die Abbauten der US-Rohölbestände ihn stützen. Der Kurs blieb am Dienstagmorgen eher unentschlossen, da auch die Marktteilnehmer keine klare Richtung sahen. Die US-Strafzölle auf chinesische Waren ab September erzeugen eine allgemeine Verunsicherung am Ölmarkt.

So blieb der Ölkurs am Vormittag unentschlossen, zeigte jedoch am Nachmittag umso klarere Tendenzen. Die USA meldete, man wolle einige der angekündigten Zölle auf Importe aus China streichen oder deren Einführung verschieben. Der Ölmarkt hatte mit Spannung auf ein Signal dieser Art gewartet, denn er reagierte prompt mit einem starken Anstieg des Ölpreises. Rohöl wurde kurzzeitig um knapp 2 US-Dollar teurer. Auch der Dollar bekam Rückenwind, was wiederum dem Euro Druck bereitete.

In der Nacht veröffentlichte das American Petroleum Institute (API) seinen Wochenbericht, der entgegen der Erwartungen der Marktteilnehmer Aufbauen der Rohölvorräte verzeichnet. Das nahm dem Aufschwung am Ölmarkt etwas Wind aus den Segeln. Klare Reaktionen blieben jedoch aus, denn die Trader warten nun noch auf den detaillierteren Bericht des Department of Energy (DOE), der heute Nachmittag veröffentlicht wird.

Gestiegene Ölpreise und ein schwacher Euro sind keine guten Signale für Heizölkäufer. Beides begünstigt einen Anstieg des Heizölpreises für Deutschland. Erwartungsgemäß machte der Heizölpreis darum einen beachtlichen Sprung nach oben. Die weiteren Entwicklungen sind nun schwer abzuschätzen. Weitere Preisanstiege sind jedoch nicht auszuschließen. Sichern Sie sich deshalb einen vollen Heizöltank noch bevor die Nachfrage in Vorbereitung auf den kommenden Winter steigt und die Preise weiter anziehen.
 

Entwicklung Eurokurs 

Zum Tagesstart kostete der Euro 1,1172 US-Dollar, am Dienstagmorgen waren es 1,1197 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB wurde für Dienstag bei 1,1173 US-Dollar festgesetzt. 

Der Euro verlor gestern etwas Boden, nachdem die US-Regierung in Sachen Handelskonflikt mit China zurückruderte und ankündigte, einige Zölle fallen zu lassen oder auszusetzen. Der Dollar gewann daraufhin an Stärke, was dem Euro eine Kursrichtung nach unten bescherte. Generell scheint nun wieder Bewegung in die verfahrene Lage zwischen USA und China zu kommen. In zwei Wochen sind weitere Gespräche angekündigt.

Bis dahin wird der Blick der Devisenmarktteilnehmer auch nach Großbritannien fallen, denn noch immer droht ein chaotischer Brexit. Diese Aussicht belastet den Euro ebenfalls. Auch schwache Konjunkturzahlen aus Deutschland sind nicht gerade eine Stütze für den Eurokurs. Die Abwärtsbewegung hält sich dennoch derzeit in Grenzen. Weitere Impulse sind abzuwarten, um eine klare Tendenz des Eurokurses herauszufinden.
 

Im Detail: Einflussfaktoren am Markt und in der Politik 

  • API: Unerwarteter Aufbau der US-Ölbestände

Das API meldet in dieser Woche überraschend Auf- statt Abbauten der US-Rohölbestände. Der Einfluss dieser Meldung ist eher preissenkend, doch die Reaktion des Ölmarktes blieb eher verhalten. Statt sofort Preissenkungen zu verzeichnen, verweilt er in einer abwartenden Haltung, denn heute Nachmittag folgt der Bericht des DOE, der die Zahlen des API bestätigt oder widerlegt und dazu detailliertere Werte liefert. Ein wenig Sorgen bereitet der Wert der Benzinvorräte, der bedenklich gestiegen ist. Das deutet auf eine schwache Nachfrage hin, was wiederum von einer eher nachlassenden Wirtschaftsentwicklung zeugt. Das zieht eine geringe Ölnachfrage nach sich. Werden diese Werte des API durch das DOE bestätigt, könnten Ölmarktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen reagieren und damit den Ölpreis wieder senken.

API-Bericht-US-Ölmarkt-Kalenderwoche-33-140819 // Alle Angaben ohne Gewähr

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Ricarda Altrichter - Autorin

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