US-Ölbestände stoppen Preisanstieg bei Öl

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Der Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu US-Ölbeständen verzeichnete Anstiege bei den Rohölvorräten und stoppte den Kursanstieg an den Börsen. Der IEA-Monatsbericht schien nur wenige Auswirkungen zu haben. Der steigende Eurokurs gibt zusätzlich Impulse für Preisnachlässe bei Heizöl.

Ölpreisentwicklung

In jeder Handelswoche setzt der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu den US-Ölvorräten wichtige Impulse für die Ölkurse. In dieser Woche verzeichnete er überraschende Anstiege bei Rohöl, was den Preisanstieg vorerst stoppte.

Der Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) korrigierte erwartungsgemäß seine Prognosen für das Ölangebot 2017 nach oben, sodass aus diesen Zahlen kaum Impulse für den Markt hervorgingen.

Überraschend war hingegen die Meldung, dass die Ölförderung aus der Nordsee in den nächsten zwei Jahren steigen könnte.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent liegt momentan bei 51,17 US-Dollar. Der Schlusspreis von Dienstag lag noch bei 51,65 US-Dollar. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert aktuell bei 452,00 US-Dollar für die Lieferung im Juni und ebenfalls unter dem Schlusspreis für Dienstag (458,00 US-Dollar).

API-Bericht verzeichnet Anstiege bei Rohöl

Auch wenn die Werte aus dem API-Bericht zu US-Ölbeständen in vielen Wochen als „überraschend“ eingestuft werden, so muss stets im Blick behalten werden, dass das American Petroleum Institute mit einer eher überschaubaren Menge an Daten arbeitet und nicht die breite statistische Basis wie der heute folgende Bericht des Department of Energy (DOE) hat.

Da sich aber API stets vor DOE zu Wort meldet, haben die API-Werte trotz statistischer Unsicherheit häufig einen sichtbaren Effekt auf die Ölkurse, zumal die beiden Berichte in den vergangenen Wochen immer wieder die Erwartungen der Anleger enttäuscht haben.

In dieser Woche verzeichnet die API überraschende Anstiege bei Rohöl (+0,9 Mio. Barrel). Dies wurde anders erwartet, da in dieser Jahreszeit die Auslastungen der Raffinerien aufgrund einer erhöhten Nachfrage eigentlich steigen sollten – was einen höheren Rohölverbrauch begünstigen würde.

Die Vorräte an Benzin als Endprodukt der Raffinerieproduktion, nach dem die Verbraucher letztendlich fragen, sind auch erwartungsgemäß gefallen, sogar stärker als vorher angenommen (-1,8 Mio. Barrel).

Da die Rohölvorräte im Ort Cushing, im US-Bundesstaat Oklahoma, als größtem Umschlagplatz der USA für Rohöl gesunken sind, stellen sich Analysten wie schon mehrfach in den vergangenen Wochen die Frage, wo das Rohöl eigentlich herkommt.

Denn die OPEC-Kürzungen sollten sich rein rechnerisch langsam auch in den USA bemerkbar machen, die trotz hoher Eigenproduktion zu den größten Rohölimporteuren der Welt gehören. Eine Antwort auf diese Frage kann der API-Bericht nicht liefern. Der DOE-Bericht hingegen wird heute Nachmittag auch Importdaten sowie Werte zur aktuellen Nachfragesituation auf dem US-Markt beinhalten.

IEA-Bericht fällt erwartungsgemäß aus

Der Monatsbericht der International Energy Agency (IEA) als wichtiges statistisches Prognoseinstrument fiel hingegen wenig überraschend aus. So geht aus den Daten hervor, dass der OPEC-Deal zwar durchaus greife, doch hätten die beteiligten Länder in Sachen Exporte bisher kaum nachgelassen.

Es sei schließlich in allen Exportländern genug Rohöl vorhanden, um die eigenen Marktanteile zu behaupten und von der bisher erreichten Preisstabilisierung zu profitieren. Weil parallel auch Raffinerien gewartet wurden, sei der Eigenbedarf an Rohöl verträglich mit den Kürzungen gesunken.

Ein interessanter Punkt ließ sich im Monatsbericht dennoch finden: Da die OPEC keine belastbaren Daten zu den Rohölbeständen ihrer Mitgliedsstaaten veröffentlicht, kann der Markt auch nicht direkt beurteilen, wie stark die globalen Ölbestände sinken bzw. inwieweit die Bemühungen zu Förderkürzungen greifen.

Dies ist nur über Umwege und Prognosen möglich (wie etwa mit dem API-Bericht bzw. den Erwartungen dazu). Und: Wirklich bemerkbar werden sich Kürzungen der OPEC erst dann machen, wenn auch die Exporte sinken und damit die Bestände der OECD-Staaten (für die es Berichte gibt) sinken.

Aus Beobachtersicht ist dieses Vorgehen gerade im Hinblick auf den 25. Mai, wenn das Ölkartell über die Dealverlängerung entscheiden will, kaum nachvollziehbar: Damit beraubt sich die OPEC eines gewichtigen PR-Instruments, denn Zahlen – wie all die Monats- und Wochenberichte von amerikanischer Seite zeigen – sind stets ein Impuls für die Kurse.

Ölförderung aus der Nordsee könnte steigen

Analysten haben angemerkt, dass die Ölförderung aus der Nordsee in den nächsten zwei Jahren sichtbar ansteigen könnte. Das ist insofern eine Überraschung, als dass diese Art der Rohölförderung bisher als eine der teuersten der Welt galt – auch wenn Nordseeöl zu den hochwertigsten Rohölvarianten gehört.

Da es aber auch hier neue technologische Fortschritte geben würde, nehme die Rentabilität immer weiter zu. Damit könnte neben der US-Schieferölindustrie ein weiteres Gegengewicht zur OPEC an Bedeutung gewinnen.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro legte gestern noch weiter zu und notiert momentan bei 1,1085 US-Dollar. Zwischenzeitlich hatte er sich am frühen Morgen sogar auf ein 6-Monatshoch von 1,1117 US-Dollar gearbeitet.  Der EZB-Referenzpreis für Dienstag liegt bei 1,1059 US-Dollar.

Erfreuliche Konjunkturdaten aus der Eurozone und eher wenig Neues aus der amerikanischen Wirtschaft sind nur ein Faktor für das momentane Kursbild. Die aktuelle Lage in Washington sei als noch gewichtiger einzuschätzen, wie Experten festhalten.

US-Präsident Trump soll angeblich die Arbeit von Ermittlern zu seinen Russland-Verbindungen behindert und zusätzliche geheime Informationen an den russischen Außenminister weitergegeben haben. Die daraus entstehende Unsicherheit für die amerikanische Politik wirke sich auch auf den Dollarkurs aus – zumal dieser in den vergangenen Wochen entscheidend davon getragen wurde, was Trump hinsichtlich Steuersenkungen etc. in Aussicht gestellt hatte. Diesen Aussichten und Absichtserklärungen folgten jedoch bisher keine Taten.

Heizölpreisentwicklung

Geringere Rohölpreise und ein weiterhin stabiler Eurokurs sorgen für Preisnachlässe bei Heizöl. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,41 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 56,06 Cent.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Heizölkauf, denn die Entspannung an den Märkten (für inländische Verbraucher) könnte sich bereits in den nächsten Tagen drehen. Schließlich ist gerade der Eurokurs, der die momentanen Preisnachlässe entscheidend begünstigt, sehr agil und auch ein Wertverlust könnte durchaus möglich sein.

Mit einem baldigen Heizölkauf machen Sie sich komplett unabhängig von den Entwicklungen in den nächsten Tagen und Wochen und können zum Beispiel auch Stichtage wie den 25. Mai (OPEC-Entscheidung) entspannt aus Beobachtersicht an sich vorbeiziehen lassen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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