Heizölpreise: Versorgungslage hält Preise im Griff

27. Juli 2018, Peter Dudda

Heizölpreis zum Wochenende gestiegen 27.07.2018

Die Ölpreise sind aufgrund der gesunkenen US-Rohölbestände und der Einstellung der Schifffahrtsroute durch das Rote Meer im Aufwind. Neben Saudi Arabien erwägt jetzt auch Kuwait die lange Route um den afrikanischen Kontinent für seine Öltransport zu nutzen. Die Reaktion der Heizölpreise zum Freitag.

Ölpreisentwicklung – Wichtiges auf einen Blick

  • Saudische Öltanker unter Beschuss: Zieht Kuwait nach?
  • Euro: Verluste nach EZB-Sitzung
  • Brent bei 74,55 US-Dollar / ICE-Gasoil bei 664,75 US-Dollar
  • Euro fällt auf 1,1641 US-Dollar
  • Heizölpreis steigt auf 70,30 Euro / 100L
     

 Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Ölpreisentwicklung
 

▲ Angriff auf saudische Öltanker / Exportstopp nach Europa
▲ China investiert in die Infrastruktur
▲ DOE: Vorräte an US-Öl sinken
▲ Iran und USA drohen sich gegenseitig
▲ Nachfrage im US-Markt zieht an
▲ Produktionsschwierigkeiten in Kanada bis September
▲ Steigende Ölproduktion in OPEC-Staaten begrenzt Reservekapazitäten
▲ Weniger US-Ölbohranlagen

 Einvernehmliches Ergebnis im Handelsstreit zwischen USA und EU
 Libysche Ölhäfen wieder geöffnet, doch Lage weiterhin angespannt

 Debatte um Abbau der strategischen US-Öl-Reserven
 EIA: US-Ölförderung wird im Juli und August stark steigen
 US-Sanktionen: Ausnahmen für Abnehmer iranischen Öls
 Wachstum der globalen Ölnachfrage verlangsamt sich
 Handelsstreit zwischen USA und China

 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Heizölpreisentwicklung der letzten 30 Tage Stand: 27.07.2018 // Alle Angaben ohne Gewähr

Der Kurs der europäischen Referenzölsorte Brent notierte am Morgen im Vergleich zu gestern nahezu unverändert bei 74,55 US-Dollar. Der Vergleichswert von Donnerstagmorgen lag bei 74,39 US-Dollar, der Schlusspreis wurde gestern bei 74,54 US-Dollar festgesetzt.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, stand am Morgen bei 664,75 US-Dollar, 4 US-Dollar mehr als noch am Vortag. Der Schlusspreis wurde gestern bei 663,75 US-Dollar festgelegt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Weitere aktuelle Notierungen finden Sie täglich neu auf unserer Heizölpreisseite.
 

Die Preisentwicklung im Überblick

Gestern bewegten vor allem drei Nachrichten das Treiben an den Parketts: Deutlich gesunkene US-Rohölbestände, Angriffe auf saudische Öltanker und eine mögliche Einigung im Handelskonflikt zwischen der EU und den USA. Alle drei Meldungen verheißen für die Versorgungslage am globalen Ölmarkt nicht sonderlich Gutes.

Vor allem die Einstellung der saudischen Öltransporte durch die Straße von Bab el-Mandeb und damit durch das Rote Meer und letztlich auch durch den Suez-Kanal, könnten die Versorgung in Europa in den nächsten Tagen negativ beeinflussen. Die Ausweichroute nach Europa führt um den afrikanischen Kontinent herum, entsprechend Kosten- und Zeitintensiver sind künftige Öltransporte. Neben Saudi Arabien vermeldet nun auch Kuwait Konsequenzen aus den Angriffen auf die beiden Öltanker in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag und zieht eine Ausweichroute in Erwägung.

Die Preise bleiben indes unbeeindruckt und das Preisniveau bleibt trotz der Meldungen stabil. Beachtet man die Unwägbarkeiten bei den gestern veröffentlichten US-Ölbeständen und zudem die Sprunghaftigkeit im Weißen Haus, ist das letztlich auch nicht verwunderlich. So gibt es vorerst zwar eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU, aber ob die beschlossenen Maßnahmen auch schnell umgesetzt werden können bleibt unwahrscheinlich. Vor allem der Exportüberschuss Deutschlands ist der US-Administration ein Dorn im Auge, welches schnell ohne Nachteile für die EU nicht zu entfernen ist.

Heizölverbraucher sollten dennoch nicht voreilig auf kurzfristig fallende Preise setzen. Sollten sich die Spannungen in der Versorgungslage in den nächsten Tagen und Wochen verfestigen, könnte es auch mit den Ölpreisen wieder bergauf gehen. Darauf verweist auch Investmentbank Goldman Sachs. Sie sieht vor allem in der Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran das Potenzial, dass den Märkten schnell große Ölmengen verloren gehen. US-Präsident Trump hat sich ganz offen zum Ziel gesetzt, die iranischen Ölexporte auf „null“ zu setzen. Ein weiterer Faktor für steigende Preise ist aus Sicht von Goldman Sachs die unsichere Produktionslage in Ländern wie Venezuela und Libyen. Letztlich sind sich alle Marktbeobachter wohl in Einem einig: Kurzfristige Lieferausfälle, egal aus welcher Richtung, werden die Preise nach oben treiben.
 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat seine Erholungsphase wieder beendet und im Vergleich zu gestern Morgen um fast einen Cent nachgegeben. Zum Freitagmorgen kostete er 1,1641 US-Dollar. Der Vergleichswert für Donnerstag betrug 1,1685 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis zuletzt am Donnerstagnachmittag noch auf 1,1716 US-Dollar fest.

Auslöser für die Talfahrt ist das Festhalten der EZB an ihrer Niedrigzinspolitik – eigentlich keine Überraschung. Bis zum Sommer 2019 wird sich wohl nichts nennenswertes tun und die Zinsen damit weiter auf ihrem extrem niedrigen Niveau verharren. Für heute gibt sich ein gemischtes Bild: Wirtschaftsdaten aus Deutschland stützen den Euro. Gleichzeitig sorgen Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung aus Frankreich für einen Dämpfer.
  

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 70,30 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es 69,57 Cent.

Die ausbleibenden Auswirkungen der drei tendenziell preissteigernden Meldungen von gestern verwundern und haben eigentlich nur wenig Auswirkungen auf die Heizölpreise gehabt.  Das der Sprung über die Marke von 70 Cent heute dennoch geschafft wurde liegt vor allem am schwächeren Euro. Je schwächer der Euro, desto teurer der Einkauf von Öl, welches weltweit in US-Dollar gehandelt wird.

Wenn sich der Tank leert, sollten Sie keine Experimente eingehen. Zu angespannt ist die Versorgungslage und auch die Prognosen sprechen nicht für fallende Preise, wie wir heute weiter oben im Artikel schon betonten. Machen Sie sich also möglichst schnell von allen Marktmechanismen und Kehrtwenden unabhängig, die den Markt seit Wochen immer wieder überraschen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

 

     Peter Dudda - Autor
            

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