Waldbrände in Kanada stützen Ölpreis

9. Mai 2016

Heizoelpreis steigt 09-05-2016

Aufgrund von Produktionsausfällen in mehreren Ländern sinkt das Angebot von Rohöl. Insbesondere die verheerenden Waldbrände in Kanada stützen momentan die Ölpreise. Der Heizölpreis steigt dadurch zum Beginn dieser Woche.

Ölpreisentwicklung

Nach der Tendenz fallender Ölpreise in der letzten Woche, startet diese Woche nun mit einem zunächst leicht ansteigenden Ölpreis.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell um die 46,00 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei rund 400,00 US-Dollar je Tonne.

Produktionsausfälle sind momentan der Hauptgrund, dass die Ölpreise nicht weiter fallen. Neben den anhaltenden Problemen in Venezuela und Nigeria, sind es nun zu großen Teilen die Waldbrände in Kanada, die das Ölangebot reduzieren und damit für steigende Ölpreise sorgen.

Besonders die USA, die mit rund 75 Prozent der größte Abnehmer kanadischen Rohöls sind, leiden nun unter der fehlenden Menge von rund einer Million Barrel pro Tag.

Bisherigen Meldungen zufolge, scheinen keine größeren Schäden an den kanadischen Förderanlagen entstanden zu sein. Eine vollständige Inbetriebnahme aller momentan runtergefahrenen Anlagen kann jedoch erst erfolgen, sobald keine Gefahr mehr von den Bränden aus geht. Wann das der Fall sein wird, ist noch unklar.

Auf der anderen Seite bestätigte sich inzwischen der angekündigte Anstieg der Exportmenge aus dem Iran. Dieser scheint jedoch vorerst nur den Aufwärtstrend des Ölpreises zu bremsen.

Eine weitere Neuigkeit dieses Wochenendes ist, dass Khalid Al-Falih zum neuen Erdölminister Saudi-Arabiens ernannt wurde. Der bisherigere Manager der weltweit größten Erdölfördergesellschaft Saudi Aramco löst damit seinen Vorgänger Al-Naimi nach 11 Jahren im Dienst ab.
Marktteilnehmer erwarten jedoch keine Veränderungen in der Politik der OPEC durch diesen Wechsel, sondern vielmehr eine andauernde Vermeidung von Produktionskürzungen.

Am Mittwoch werden die amerikanischen Ölbestandsdaten in den Fokus der Händler rücken. Aufgrund weiterer Schließungen der Produktionsanlagen in den USA könnte mit einer geringeren gelagerten Menge an Rohöl gerechnet werden. Auch der Blick auf die fehlenden Importe aus Kanada stützt diese Vermutung.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 10.05.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 11.05.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)

Freitag, 13.05.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Bruttoinlandsprodukt Eurozone

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist aktuell ca. 1,14 US-Dollar wert. Damit befindet sich der Wechselkurs auf demselben Level, wie vor einem Monat.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet nach dem Wochenende im bundesweiten Durchschnitt 48,61 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Aufgrund der aktuellen Produktionsausfälle zeigt die Entwicklung des Ölpreises momentan eher aufwärts. Wenn ihr Heizöl-Vorrat zur Neige geht, sollte demnach vorerst nicht auf sinkende Heizölpreise spekuliert werden.

Mittelfristig besteht beim Ölpreis durchaus noch Abwärtspotenzial, da die Produktionsausfälle voraussichtlich temporärer Natur sind. 

Wir empfehlen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.