Welche Rechte haben Mieter, wenn im Winter die Heizung ausfällt?

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Draußen kalt, drinnen kalt? Ein Ausfall der Heizung mitten im Winter ist eine kleine Katastrophe. Mieter sollten schnell handeln und den Hausbesitzer informieren. Denn er ist in der Pflicht, schnell für Abhilfe und wohlige Wärme zu sorgen. Dauert die Reparatur länger, sollten Sie Ihre Rechte kennen.

Wie viel Wärme steht mir zu?

 

Für die deutsche Rechtsprechung ist die Lage eindeutig: Wohnräume müssen tagsüber eine Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius erreichen können, in der Nacht sollten es immer noch 18 Grad Celsius werden. Im Winter lassen sich solche Werte natürlich nur mittels Heizung umsetzen.

 

Haben Sie das Gefühl, dass es in Ihrem Zuhause kälter ist als sonst – trotz voll aufgedrehter Heizkörper –, sollten Sie zunächst eine Temperaturmessung vornehmen. Auch sollten Sie sicherstellen, dass nicht andere Mängel oder falsches Lüften für den Temperaturabfall verantwortlich sind. Letztendlich klärt auch ein Anfassen der Heizkörper die Sachlage.

 

Wie gehe ich vor, wenn die Heizung ausfällt?

 

Haben Sie den Mangel festgestellt, müssen Sie umgehend den Vermieter informieren. Je nach Schwere des Ausfalls bzw. je nach Außentemperatur hat er eine bestimmte Frist, um den Schaden zu beheben. Bei Minusgraden und Totalausfall ist sofortiges Handeln seitens des Vermieters erforderlich.

 

Erst wenn diese Frist ungenutzt verstrichen ist, dürfen Sie selbst ein Fachunternehmen beauftragen und die Kosten dem Vermieter in Rechnung stellen.

 

Wie dies geschieht – ob über eine Direktüberweisung oder über eine Verrechnung mit der Miete –, sollten Sie besser mit dem Vermieter abstimmen. Reagiert dieser nicht, ist eine Verrechnung mit entsprechender Dokumentation jedoch möglich.

 

Ab wann darf ich bei Heizungsausfall die Miete mindern?

 

Mietminderungen sind ein beliebtes Mittel, um den Vermieter auf Mängel aufmerksam zu machen, falls dieser nicht reagiert. Allerdings herrscht Uneinigkeit darüber, wie hoch die Minderung sein darf und wie lang sie dauert.

 

Hier sind Einzelfallentscheidungen zu treffen, die Sie zur rechtlichen Absicherung vor der Minderung dem Vermieter mitteilen sollten. Bei einem Totalausfall bei Minusgraden wird die Wohnung nach allgemeinem Rechtsverständnis unbewohnbar und die Miete kann weit über 50 Prozent gemindert werden – meist für den gesamten Zeitraum des Ausfalls bis zum Wiederherstellen der Bewohnbarkeit.

 

Bei moderaten Temperaturen und einem Teilausfall ist der Prozentsatz jedoch wesentlich geringer, auch wenn ebenfalls die gesamte Schadensperiode angesetzt wird.

 

In jedem Fall sind Mietminderungen nur dann akzeptabel, wenn Sie die umgehende Schadensmeldung bei Ihrem Vermieter vornehmen und das im Idealfall auch beweisen können.

 

Was gilt im umgekehrten Fall?

 

Eine kaputte Heizung kann auch für Tropenstimmung mitten im Winter sorgen. Auch das gilt vor dem Gesetz als unzumutbar. Hier sind ebenfalls wieder die oben genannten Temperaturbereiche ausschlaggebend.

 

Liegt die Heizung konstant darüber, gilt sie als defekt. Damit gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei einem Totalausfall. Zudem ist es möglich, die zusätzlichen Heizkosten auf den Vermieter abzuwälzen. Doch auch hier gilt: Holen Sie sich vorher rechtliche Beratung, sonst bleiben Sie mitunter auf den Kosten sitzen.

 

Welche Fallen gibt es?

 

Die unbedingte Pflicht des Vermieters in Bezug auf die Funktionstüchtigkeit der Heizung besteht nur für die Heizperiode. Wie lang diese ist, ist nicht umfassend festgelegt.

 

An der Frage, ab und bis wann eine voll funktionierende Heizung bereitzustellen ist, haben sich bereits viele Gerichtsverfahren abgearbeitet. Einig ist man sich jedoch, dass die Kernmonate des Winters und Herbstes dazugehören.

 

Die meisten Mietverträge führen einen Absatz zur Heizperiode bzw. zu den Temperaturen, der im Streitfall entscheidend werden kann. Allerdings müssen die Temperaturen und Zeiträume sich natürlich an den üblichen Konventionen orientieren.

 

Zudem sollten Sie im Falle der Selbstbeauftragung eines Handwerkers darauf achten, dass die Kosten im vertretbaren Rahmen bleiben. Gerade Heizungsnotdienste kosten ob der schnellen Reaktion mehr als reguläre Handwerker.

 

Der Notdienst ist im Extremfall angebracht, sollte aber nur für die nötigsten Reparaturen verwendet werden. Bei einer unverhältnismäßig hohen Rechnung kann der Vermieter die Zahlung durchaus verweigern.

 

Klären Sie vorher auch, wie Sie die Wärme beziehen. Mieter, die selbst Versorgungsverträge abgeschlossen haben, müssen sich direkt an die entsprechenden Unternehmen wenden und können den Vermieter nicht verantwortlich machen.

 

Wie sichere ich mich ab?

 

Geht es um Geld, stehen sich Mieter und Vermieter oft unversöhnlich gegenüber. Fällt die Heizung im Winter aus, ist nicht nur schnelles Handeln gefragt. Sie sollten alle Fakten und Befunde so gut es geht dokumentieren – per Übertragungsprotokoll von E-Mails, mit Zeugen beim Telefonat, mit Videos und Fotos, mit Messtabellen usw.

 

Beim Thema Mietminderung sollten Sie nicht eigenmächtig vorgehen, sondern sich Hilfe und Informationen beim Mieterbund oder bei anderen rechtlich relevanten Organisationen und Personen holen. Hier wird Ihnen auch erklärt, was im Streitfall zu tun ist und wie Sie rechtssicher Miete einbehalten.

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