Abwärtsbewegung bei Ölpreisen – Saudi Arabien sorgt für Verunsicherung

19. April 2017

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Handel nimmt nach den Feiertagen wieder Fahrt auf. US-Ölbestände sinken wie erwartet. Saudi Arabien relativiert Äußerungen vom Vortag. Preise am Dienstagabend im Minus.

Ölpreisentwicklung


Nachdem Osterwochenende nahm der Handel am Dienstag wieder Fahrt auf. Aufgrund fehlender Impulse und der schwachen Nachrichtenlage stagnierten die Preise in der ersten Tageshälfte. Im weiteren Tagesverlauf führten daraus resultierende Mitnahmeeffekte zum Ausgleich und die Preise erreichten im Tagesverlauf nahezu ihr Ausgangsniveau.   
Zum Handelsschluss sorgten neue Zahlen zu Rohölbeständen im US-Markt für erneute Verluste. Sie konnten zwar einen Rückgang vermelden, welcher aber nicht über die Erwartungen hinaus ging. Als Konsequenz schlossen die Handelsplätze am Dienstag mit einem deutlichen Minus. 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel für die europäische Ölsorte Brent notiert heute Morgen bei 54,81 US-Dollar. Das ist leicht unter dem schwachen Schlusspreis vom Dienstag (54,89 US-Dollar). Bereits am vergangenen Donnerstag konnte die 56 Dollarmarke nicht mehr durchbrochen werden. 

Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert mit aktuell 489,00 für die Lieferung im Mai ebenfalls unter dem Schlusspreis vom Dienstag (491,50 US-Dollar) und liegt damit deutlich unter dem Niveau vom Montag (497,50 US-Dollar) von.

API Berichtsdaten wie erwartet

Im Laufe des gestrigen Handelstages wurden mit dem wöchentlichen API-Bericht Bestandsdaten für Rohöl sowie Benzin- und Dieselprodukte im US-Markt veröffentlicht. Wie erwartet konnten die Bestände an Rohöl und Destillaten (Diesel und Heizöl) einen leichten Rückgang verzeichnen. Benzinprodukte nahmen im Bestand hingegen zu. 

Daten der letzten Woche vermeldeten noch eine erhebliche Bestandszunahme und sorgten für Preiseinbrüche. Die Bestände waren sogar schon so hoch, dass die Lagerkapazitäten im zentralen Lager in Cushing (Oklahoma) ihre Grenze erreichten und sogar schon von einem „Platzproblem“ gesprochen wurde. Mit Blick auf die tendenziell höhere Sommernachfrage steigt die Auslastung der US-Amerikanischen Raffinerien und sorgt nun für den Bestandsrückgang an Rohöl. Da diese Abbauten jedoch erwartet wurden, haben sie kaum Einfluss auf die aktuelle Preisentwicklung. 

Ein weiterer Grund für diese Effektlosigkeit ist die Bestandszunahme an Benzinprodukten. Diese ist in diesem Jahr ungewöhnlich, denn normalerweise steigt die Nachfrage mit der Frühjahrsbelebung der Wirtschaft. Um genauere Prognosen treffen zu können, sehen die Händler dem DOE-Bericht am Donnerstag entgegen. DOE berücksichtigt neben den Beständen von Öl und Ölprodukten auch weitere Faktoren wie Im- und Exportdaten.

Saudi Arabien relativiert Aussagen zu erneuten Förderquoten

In den vergangenen Wochen bekundeten Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate ihren Willen zur Fortsetzung der selbst auferlegten Förderbeschränkungen noch über die zweite Jahreshälfte hinaus. Die Meldungen von Gestern könnten nach Aussagen des Ölminister Khalid al-Falih nun relativiert werden. Nach seinen neuesten Äußerungen sei eine Fortsetzung der Förderquoten für Staaten des OPEC-Kartells und weiterer wichtiger Förderstaaten wie Russland alles andere als sicher.

Das aktuelle Abkommen läuft Ende Juni dieses Jahres aus. Die Förderbeschränkungen sorgen aktuell für eine Verknappung von Rohöl an den Märkten und halten die Preise auf einem stabilen Niveau. Saudi Arabien wird innerhalb des OPEC-Kartells eine nicht unerhebliche Machtposition zugesprochen. Entsprechend sorgt jede Äußerung aus dieser Richtung für Aufsehen. Obwohl die Aussagen ihre Auswirkungen erst für die Zeit nach Juni betreffen, hatten sie bisher stets Einfluss auf die aktuelle Preisentwicklung. 

Die neuesten Aussagen hätten im Normalfall für Druck auf die Preise sorgen müssen, allerdings wurden sie von rückläufigen Exportdaten der VAE für den Monat Februar flankiert und die Auswirkungen haben sich nahezu aufgehoben. 
Die Gespräche für die Verlängerung des OPEC-Abkommens finden erst Ende Mai in Wien statt. Die Mitgliedsstaaten haben also noch über einen Monat Zeit, die Märkte mit Ihren Bekundungen zu befeuern und jetzt schon Einfluss auf die Preisentwicklung zu nehmen. Nachhaltige Substanz für die Preisentwicklung für den Rest des Jahres schafft allerdings nur die Entscheidung über die Fortführung des Abkommens. 
  
Analysten sehen Ölpreis zukünftig bei 65 US-Dollar

Analysten der Citigroup setzen nach aktuellen Meldungen auf eine Zunahme der US-Ölproduktion in diesem Jahr. Gleichzeitig gehen sie von einer Fortführung des OPEC-Abkommens in Zusammenarbeit mit Russland aus, welche die zusätzliche Produktion im US-Markt kompensieren könnte. Als Resultat erwarten sie mittelfristig einen Ölpreis von 65 US-Dollar / Barrel. Diese Erwartung geht noch deutlich über die Erwartungen des irakischen Ölministers hinaus, welcher noch gestern von einer erwartbaren Preismarke von 60 US-Dollar, im Falle einer Verlängerung der Förderquoten gesprochen hatte. 
Auch hier zeigt sich deutlich welche Erwartungen an die Konferenz Ende Mai gestellt werden. Sollte eine Einigung nicht eintreten, wären beide Preismarken unter Berücksichtigung des aktuellen Kurses um die 55 US-Dollar hinfällig.


Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,0731 US-Dollar und geht damit gestärkt in den Handelstag. Der Schlusspreis am Dienstag lag bereits ebenfalls auf diesem Niveau (1,0732 US-Dollar). Die EZB setzte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0682 US-Dollar fest. 

Wie schon gestern werden für heute kaum relevante Impulse für die Kursentwicklung erwartet. Für den heutigen Handelstag könnten vor allem Inflationszahlen aus dem Euroraum auf Interesse stoßen. In den USA werden indes Konjunkturzahlen der Notenbank FED erwartet. 

Heizölpreisentwicklung

Das Nachgeben der Ölpreise und ein stärkerer Euro sorgen für niedrigere Heizölpreise am Mittwoch. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet momentan im bundesweiten Durchschnitt rund 59,47 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 60,22 Cent.

Heute wäre also der ideale Zeitpunkt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Mit dem baldigen Heizölkauf können unsere Kunden den weiteren kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie  Heizöl auf Raten oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.