Rasanter Anstieg der Ölpreise vorerst ausgebremst

9. März 2016

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Die rasanten Preisanstiege der letzten Tage habe im gestrigen Tagesverlauf ein vorläufiges Ende gefunden. Kuwait verkündigte gestern, dass man dort einer Produktionsbeschränkung ohne Teilnahme des Irans nicht zustimmen werde. Zudem signalisierte Chinas Wirtschaft erneut Schwächen. Allerdings hat die mögliche Produktionsbeschränkung weiter Einfluss auf die Ölpreisentwicklung, sodass sich für heute zusammen mit dem schwächeren Euro trotzdem geringe Preisanstiege beim Heizöl ergeben.

Ölpreisentwicklung

Weiter bleibt der Ölpreis auf einem relativ hohen Niveau. Kuwait kündigte gestern allerdings an, dass man dort weiter so viel fördern würde wie möglich, wenn sich der Iran an einer Produktionsbeschränkung nicht beteiligt. Damit gerät eine Einigung zunehmend in Gefahr. Trotzdem setzen noch viele Marktteilnehmer auf das Zustandekommen einer Produktionsbeschränkung, sodass der Ölpreis im gestrigen Tagesverlauf nur geringfügig nachgab.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 39,82 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 358 US Dollar je Tonne notiert. Beide Notierungen liegen damit im Blick auf die letzten 2 Monate noch auf einem relativ hohen Niveau.

Auch China geriet gestern wieder in den Fokus der Analysten. Dort wurden Daten zur aktuellen chinesischen Wirtschaftslage veröffentlicht. Diese ließen erkennen, dass die Außenhandelsbilanz weit hinter den Erwartungen liegt. Sowohl beim Export als auch beim Import sind massive Einbrüche zu verzeichnen. Damit ist die Wirtschaftsaktivität Chinas im Februar erneut deutlich zurück gegangen.

Dies ist entscheidend für den Ölpreis, da China in den letzten Jahren das Ölnachfragewachstum maßgeblich beeinflusst hatte. Ein geringeres Wirtschaftswachstum deutet jedoch auf eine geringere Ölnachfrage hin. Für das akut bestehende Überangebot bedeutet dies, dass es noch länger dauern könnte, bis dieses  abgebaut sein wird.

In den Kreisen der OPEC und einiger anderer großer Ölproduzenten hatte man in den letzten Wochen die Deckelung der Förderung auf das Niveau vom Januar diskutiert. Zunächst hatte die Bedingung bestand, dass alle OPEC Mitglieder daran teilnehmen müssen. Der Iran lehnt dies allerdings ab, da das Land erst seit Mitte Januar die Förderung wieder hochfährt.

In der letzten Woche hatten sich die restlichen Teilnehmer auf ein Durchsetzen des Abkommens ohne den Iran geeinigt. Nun meldete Kuwait gestern jedoch, dass eine Teilnahme ohne den Iran nicht vorstellbar sei. Damit sinken die Chancen auf eine tatsächliche Einigung. Bisher hält sich der Preis trotzdem relativ stabil. Allerdings ist es möglich, dass dies den Ölpreis im Wochenverlauf noch drückt.

Zudem prognostizierte das American Petroleum Institute (API) gestern erneute Bestandsaufbauten beim Rohöl in den USA. Damit gerieten die Öllager immer näher an ihre Kapazitätsgrenzen. Sollten diese erreicht werden, könnten die Ölproduzenten ihr Öl nur noch mit starken Rabatten verkaufen, da sie schnell Platz schaffen müssten. Das würde die Ölpreise massiv senken.

Heute wird das Departement of Energy (DOE) die offiziellen Daten zu den US-Ölbeständen veröffentlichen. Sollten diese die Daten des API bestätigen, könnten die Preise weiter abrutschen.

Allerdings konnte die Aussicht auf eine Produktionsbeschränkung und die sinkende Anzahl aktiver amerikanischer Ölförderanlagen die Preise in der letzten Woche auch trotz enormer Bestandsaufbauten stützen. Damit bleibt abzuwarten, was das DOE meldet und wie der Markt darauf reagieren wird.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat wieder etwas nachgegeben und wird aktuell bei 1,0969 US-Dollar notiert. Der amerikanische Dollar konnte gestern gegenüber einigen Währungen aufwerten und schwächt damit den Euro.

Anleger warten nun gespannt, wie sich die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer morgigen Zinssitzung entscheiden wird. Viele rechnen mittlerweile mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. So gehen viele Analysten von einer Zinssenkung und weiteren Maßnahmen wie zum Beispiel der Ausweitung von Anleihenkäufen aus. Dies würde den Euro weiter unter Druck setzen.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 46,82 Euro pro 100 Liter. Damit kostet Heizöl heute trotz gesunkener Ölpreise mehr als gestern. Der geschwächte Euro sorgt dafür, dass Öl für Kunden aus der Eurozone wieder teurer wird, da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird.

Seit mehr als drei Wochen hält sich der Heizölpreis nun über der Marke von 40 Cent pro Liter. In dieser Woche wurde sogar die Marke von 45 Cent pro Liter überschritten. Das sind die höchsten Stände des Jahres. Allerdings scheint es zum aktuellen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich, dass die Notierungen weiter stark nach oben ausschlagen. Damit sollte Heizöl auf absehbare Zeit weiter günstig bleiben.

Da die Heizöl-Nachfrage in den letzten Tagen stark nachgelassen hat, ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

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