Erneuter Preisabrutsch aufgrund der US-Ölbestände?

Heizoelpreis steigt 23-03-2016

Das American Petroleum Institute prognostizierte gestern extreme Anstiege bei den US-Rohölbeständen aber auch abnehmende Ölproduktbestände. Zunächst drückte dies die Notierungen für Öl. Jedoch konnten die sinkenden Bestände in Cushing/Oklahoma die Abwärtsbewegung abdämpfen. Zusammen mit dem etwas geschwächten Eurokurs ergeben sich damit für heute leicht gestiegenen Heizölpreisen.

Ölpreisentwicklung

Die gestrige Meldungen des American Petroleum Institute (API - größter Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie) hatte wieder Bewegung in den Markt gebracht. Dort rechnet man in dieser Woche bei den US-Ölbestände mit sehr starken Aufbauten beim Rohöl und deutlichen Abbauten bei Benzin. Das deutet auf weiterhin anhaltende Wartungsarbeiten in den US-Raffinerien hin.

Jedoch geht das API von einem stärkeren Abbau der Ölbestände in Cushing/Oklahoma aus. Da dies eins der wichtigsten Öllager der USA ist, konnte die Prognose dazu die preisdrückenden Faktoren etwas abdämpfen, sodass sich für den heutigen Tag in etwa dasselbe Preisniveau wie gestern ergibt.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 41,33 US Dollar je Barrel gehandelt. Die Notierung für ICE Gasoil, welche für den inländischen Heizölpreis von entscheidender Bedeutung ist, liegt am heutigen Morgen bei 371,00 US Dollar je Tonne.

Die vom API sehr stark erwarteten Aufbauten der Rohölbestände übertreffen die bisherigen Einschätzungen damit deutlich. Statt einem Aufbau von 2,9 Mio. Barrel rechnet man beim API mit 8,8 Mio. Barrel, was mehr als dreimal so viel ist. Dementsprechend bleiben Marktteilnehmer bisher skeptisch und warten auf die offiziellen Daten des Departements of Energy (DOE - Energieministerium der Vereinigten Staaten)  heute Nachmittag.

Dem gegenüber stehen abnehmende Ölproduktbestände. Der Rückgang der Destillate wird dabei geringer erwartet, was auf das Ende der Heizsaison hindeuten könnte. Der Abbau beim Benzin fällt in den Erwartungen hingegen überraschend stark aus. Die Benzinnachfrage läge damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Dementsprechend wartete man heute gespannt auf die Daten des DOE. Sollte diese die starken Aufbauten beim Rohöl bestätigen, könnte dies den Ölpreis massiv belasten. Allerdings bleiben Analysten vorerst skeptisch. Bisher konnten die abnehmenden Bestände in Cushing ein Abrutschen des Ölpreises abfangen.

Im Hinblick auf das geplante Meeting der großen Ölproduzenten gibt es die ersten offiziellen Rückmeldungen. Russland wird wie erwartet teilnehmen. Libyen hat sowohl die Teilnahme am Treffen als auch an der Produktionsbeschränkungen abgesagt. Beides überraschte allerdings nicht, sodass sich keine deutlichen Auswirkungen auf die Notierungen zeigten.

Entscheidend im Hinblick auf das Treffen bleibt nun, ob die Teilnehmer eine Einigung erzielen können und inwiefern dies ein Grundstein für zukünftige Produktionskürzungen sein könnte.

Denn Analysten sehen im Einfrieren der Produktionsmenge auf das Niveau vom Januar keine geeignete Maßnahme zur Reduzierung des akut bestehenden Überangebots. Im Januar meldete die OPEC ein Förderniveau auf Rekordhöhe. Ein Einfrieren auf diesem Niveau würde lediglich das Angebotswachstum dämpfen.

Dementsprechend halten viele Beobachter die Erwartungen an dieses Meeting für überzogen. An der tatsächlichen Lage, dass die Ölproduzenten zu viel Öl fördern, hat sich bisher nichts verändert. Doch zum aktuellen Zeitpunkt stützen die Spekulationen um Förderbeschränkungen den Ölpreis.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs hat wieder etwas nachgegeben und wird aktuell bei 1,1187 US-Dollar notiert. Der amerikanische Dollar konnte in den letzten Tagen gegenüber einiger Währung aufwerten und schwächt damit den Euro.

Einige US-Notenbanker hatten sich in letzter Zeit zunehmend für eine baldige Fortsetzung des Zinsanhebungskurses in den USA ausgesprochen. Dies ließ die Zinserwartungen in den Vereinigten Staaten wieder steigen, sodass der Dollar Auftrieb erhielt.

Für den Kauf von Öl aus Europa bedeutet dies, das Öl teurer wird. Denn dies wird grundsätzlich in der amerikanischen Währung gehandelt. Deshalb ist der Eurokurs auch von Bedeutung bei der Ölpreisentwicklung.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 46,97 Euro pro 100 Liter. Damit kostet Heizöl aufgrund des gefallenen Eurokurses trotz gleich gebliebener Ölpreise geringfügig mehr als gestern.

Die Heizöl-Nachfrage hat in den letzten Tagen stark nachgelassen. Dementsprechend ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.

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