Harvey dominiert weiterhin die Märkte – Ölpreise durch teurere Produktnotierungen höher

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Tropensturm Harvey hält nicht nur die USA, sondern auch den Ölmarkt in Atem. Die Preise für amerikanisches Rohöl gaben nach, im Gegenzug legten die Produktpreise zu, die Notierung für europäisches Rohöl blieb nahezu stabil. Unterm Strich ergibt das höhere Heizölpreise, der Euro ließ ebenfalls nach.

Ölpreisentwicklung

Heute Morgen zeigt sich, dass die globalen Märkte zwar stark zusammenhängen, es bei Öl jedoch immer noch regionale bzw. sogar kontinentale Unterschiede gibt. Die amerikanische Rohölsorte WTI wurde aufgrund des Tropensturm Harveys günstiger, da die Nachfrage wegen geschlossener Raffinerien in den USA deutlich nachgelassen hat.
Gleichzeitig ist die europäische Ölsorte Brent vom Sturm nicht betroffen und zeigt sich dementsprechend stabil – was für inländische Heizölkäufer grundsätzlich besser ist. Allerdings ist der Sturm-Einfluss bei den Produktpreisen, zu denen auch die Gasölnotierung gehört, deutlich spürbar. ICE Gasoil ist merklich teurer. Und das gibt letztendlich im Zusammenhang mit einem schwächeren Euro den Ausschlag für höhere Preise.
Im Umfeld des Sturms reagierte der Markt außerdem kaum auf die Ölbestandsdaten des American Petroleum Institutes (API), die sowohl Bestandsabbauten bei Rohöl als auch überraschende Aufbauten bei Benzin vermelden. Die Begründung: Der Sturm verzerre die Datenlage sowieso.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 51,96 US-Dollar.  Der Schlusspreis für Dienstag lag bei 52,00 US-Dollar. 
ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert momentan bei 491,50 US-Dollar, sichtbar höher als der Schlusspreis von Dienstag bei 484,50 US-Dollar.

Diese beiden Notierungen muss man heute Morgen vor allem in Relation zum Tropensturm Harvey und der damit verbundenen Situation auf dem US-amerikanischen Ölmarkt bewerten. 
Auch wenn Rohöl grundsätzlich immer Rohöl ist, gibt es unterschiedliche Sorten bzw. Marken. In Amerika ist die vorherrschende Sorte WTI, die seit Beginn des Sturms vor dem Wochenende immer günstiger geworden ist. Grund dafür ist einerseits, dass zahlreiche Raffinerien geschlossen wurden und deshalb kein Öl mehr nachfragen. Gleichzeitig sind die Förderanlagen nicht so stark vom Sturm betroffen wie die verarbeitenden Unternehmen.
Das sorgt grundsätzlich für einen Bestandsaufbau bei WTI, auch die deutlich sinkende Nachfrage schickt die Preise ins Minus. Davon unbeeindruckt zeigt sich allerdings weitestgehend die Rohölsorte Brent, die aus der Nordsee gefördert wird und auf dem europäischen Markt dominiert. 
So entsteht eine Diskrepanz zwischen den globalen Meldungen zum Rohölmarkt und den ausschlaggebenden Notierungen. Eigentlich geben die Rohölpreise aufgrund der Sturm-Situation tendenziell nach, was aber mit Brent nichts zu tun hat.
ICE Gasoil wiederum, das heute Morgen sichtbar zugelegt hat, ist die Grundlage für Heizöl und verschiedene andere Ölprodukte. ICE Gasoil bzw. Gasöl allgemein ist ein sogenanntes Mitteldestillat, also schon ein Produkt der Erdölverarbeitung. Und als solches wird es sehr viel stärker vom Tropensturm Harvey beeinflusst.
Denn weil weitaus weniger Raffinerien in den USA Produkte liefern, sind von diesem Markt ausgehend die Produktpreise allgemein deutlich angezogen. Und diese Marktreaktion hat einen globalen Ketteneffekt, der sich letztendlich auch bei ICE Gasoil niederschlägt. Einfacher gesagt: Da es bei Ölprodukten die starke Unterscheidung zwischen Leitsorten bzw. Marken nicht gibt, wirkt sich das Geschehen in den USA weitaus stärker global aus.

Kaum Reaktionen auf den API-Bericht

Harvey sorgte auch dafür, dass der Markt in dieser Woche die US-Bestandsdaten des American Petroleum Institutes wohl weitestgehend ignoriert hat. API meldete sowohl deutliche Abbauten bei den Rohölbeständen als auch überraschende Aufbauten bei Benzin.
Harveys Einfluss war schon vor Freitag, dem wöchentlichen Stichtag für API-Daten, spürbar, da Seehäfen vorsorglich geschlossen werden mussten. Das wiederum sorgte für weniger Importe an Rohöl, was den Abbau begünstigt haben könnte. Warum er allerdings mit 5,8 Mio. Barrel weit über der Erwartung lag, lässt sich aus den API-Daten nicht erklären.
Genauso wenig gibt es eine sichtbare Erklärung für höhere Benzinvorräte, die Analysten hatten auch hier Bestandsabbauten erwartet. Denn eigentlich ist die Sommernachfrage immer noch hoch. 
Aufschluss könnte der heute folgende Bericht des Department of Energy (DOE) geben, der mehr Daten als API verarbeitet. Allerdings ist auch hier fraglich, ob es darauf Reaktionen geben wird, solange Harvey die Datenlage verzerren könnte und sowieso das allgemein bestimmende Thema ist.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat sich momentan wieder unter die 1,2 US-Dollarmarke begeben und notiert aktuell bei 1,1950 US-Dollar. Die EZB legte den Referenzpreis am Dienstag auf 1,2048 US-Dollar fest.

Der nachlassende Kurs ist eigentlich nur das Ergebnis typischer Marktbewegungen, es fehlen schlicht stichhaltige Argumente für die eine oder andere Kursrichtung. In dieser Woche stehen noch Konjunkturdaten aus dem Euroraum an, die der Gemeinschaftswährung eine neue Tendenz geben könnten.

Heizölpreisentwicklung

Bei der Entwicklung der Heizölpreise muss man heute Morgen fast mit der Lupe rechnen, da die verschiedenen Notierungen bei Rohöl und den Destillaten in Korrelation zur Nachfrage und anderen Marktfaktoren gesetzt werden müssen. Der nachlassende Euro darf auch nicht ignoriert werden. Im Endeffekt sieht die aktuelle Situation folgendermaßen aus: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,44 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 53,55 Cent. 
Die Preissituation kann sich momentan sehr schnell ändern, je nachdem, welche Auswirkungen Harvey noch zeigen wird und ob deshalb die Produktpreise und damit ICE Gasoil noch weiter anziehen werden. Aktuell zeigen die Tendenzen jedenfalls nach oben.
Wenn sich Ihr Tank leert, sichern Sie sich also aktuell das bestmögliche Preisniveau, wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden. So können Sie sich von allen angenommenen und tatsächlichen Marktentwicklungen loslösen. 

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.
Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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