Heizölpreis sinkt zum Wochenstart

2. Mai 2016

Heizoelpreis sinkt 02-05-2016

Heizöl kostet zum Wochenstart über einen Cent pro Liter weniger. Die Ölpreise haben am Freitag leicht nachgegeben und der Eurokurs ist auf den höchsten Stand seit letztem Oktober gestiegen.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise wurden am Freitag im späten Handel vor allem durch zwei Meldungen belastet, der Iran konnte erstmals nach Aufhebung der Sanktionen Rohöl Richtung Europa exportieren und die Produktion der OPEC ist im April wieder gestiegen. Die Ölpreise verlieren aktuell ihre zuletzt ausgesprochen feste Tendenz und starten mit weiteren Verlusten in die neue Woche.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 46,82 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 407,25 US Dollar je Tonne notiert.

Erste glaubhafte Schätzungen zeigen, dass die Produktion des OPEC weiter wächst. Bei einem Sondertreffen Mitte April, konnte sich die OPEC mit anderen großen Produzenten nicht auf eine koordinierte Begrenzung der Fördermengen einigen.

Der Iran hat es nach dem Ende der Sanktionen nun erstmals geschafft, Exporte an europäische Raffinerien abzuwickeln. Dies könnte für das Land einen Türöffner für den europäischen Markt sein, nachdem beispielsweise Beschränkungen bei Versicherungen Exporte nach Europa bisher erschwert hatten.

Mit seinen zusätzlichen Exporten könnte der Iran den über den Preiskampf um Marktanteile unter den Ölexporteuren weiter anheizen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Russland, Kuwait und Saudi-Arabien steigende Fördermengen ankündigten.

Zudem könnte auch die Produktion anderer OPEC Mitglieder weiter steigen, wenn die Probleme behoben werden, die in der jüngeren Vergangenheit zu unplanmäßigen Produktionsausfällen führten und damit die Preisrally am Ölmarkt begünstigten.

Am Freitag wurde der aktuelle Baker Hughes Report veröffentlicht. Die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen ist in den USA erneut gesunken. Gleichzeitig zeigten jedoch offizielle Produktionszahlen der US Ölindustrie, dass die Förderung im Februar weniger stark gesunken ist, als bisher angenommen.

Die amerikanische Ölförderung sinkt zwar stetig, jedoch langsamer als erwartet. Dies könnte dazu führen, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Ölmarkt später ausgleicht, als bisher erwartet. Insbesondere wenn die Ölförderung der OPEC parallel weiter steigt.

Aufgrund der Produktionsausfälle scheint sich der Ölpreis oberhalb der 40-Dollar-Marke festzusetzen. In den USA ist die saisonale Wartung der meisten Raffinerien beendet, die Ölnachfrage steigt dadurch in der Regel, auch um die erhöhte Benzinnachfrage in der bald beginnenden Fahrsaison zu decken.

Die amerikanischen Ölbestandsdaten werden daher verstärkt in den Fokus der Händler rücken. Steigt die Nachfrage und sinken die Lagerbestände, könnte sich der Ölpreis bis zur Jahresmitte bei hohen Schwankungen auf dem aktuellen Niveau einpegeln.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 02.05.2016

  • Rede EZB-Präsident Mario Draghi

Dienstag, 03.05.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Erzeugerpreis-Index Eurozone

Mittwoch, 25.04.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Nicht-Geldpolitische Sitzung der EZB

Freitag, 27.04.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Arbeitslosenquote USA

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist auf den höchsten Wert seit Oktober 2015 gestiegen. Aktuell ist ein Euro 1,1475 US-Dollar wert.

Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone und vergleichsweise schwache Zahlen aus den USA geben dem Euro momentan Auftrieb. Während die Wirtschaftsleistung im Euroraum im ersten Quartal überraschend deutlich zugelegte, fielen die Wachstumszahlen in den USA dagegen eher enttäuschend aus.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt 49,20 Euro pro 100 Liter Heizöl. Das sind aber immer noch über 15 Cent pro Liter Heizöl weniger als vor einem Jahr!

Nach der Preisrally in den letzten Tagen und Wochen, steht der Ölpreis zu Wochenbeginn unter Druck. Leicht sinkende Heizölpreise sind daher nicht gänzlich unwahrscheinlich.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, kann durchaus auf sinkende Heizölpreise spekulieren. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar.

Wir empfehlen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?