Heizölpreis wieder über 50 Cent

Heizoelpreis steigt 05-09-2016

Der durchschnittliche Heizöl Tagespreis steigt zum Wochenstart wieder über 50 Cent pro Liter und beendet damit den kurzen Abwärtstrend der letzten Woche. Bestimmendes Thema bleibt die Spekulation über eine mögliche Begrenzung der Ölproduktion.

Ölpreisentwicklung

Nachdem die Ölpreise im Verlauf der letzten Woche deutlich nachgegeben haben, setzte vor dem Wochenende eine Korrekturbewegung ein.

Heute ist aufgrund eines Feiertages in den USA ein geringeres Handelsvolumen zu erwarten, was aber auch zu einer sehr volatilen Ölpreisentwicklung führen kann.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent liegt aktuell bei 48,45 US-Dollar je Barrel und damit bereits drei Dollar über dem Tief der Vorwoche. Allerdings kann es im Tagesverlauf durch das geringere Handelsvolumen genauso schnell wieder runter gehen, wie es heute Morgen aufwärts gegangen ist.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird aktuell bei 423 US-Dollar je Tonne notiert. Das sind etwa 20 US-Dollar über dem Tiefstand der letzten Woche, wobei es allein heute um 15 Dollar rauf ging. Aber auch hier gilt der Verweis auf das geringere Handelsvolumen und die möglicherweise damit verbundenen Kursauschläge.

Nachdem die Ölpreise während der letzten Woche um fast zehn Prozent gesunken sind, war das Abwärtspotenzial am Freitag ausgereizt. Während im fallenden Markt mehr verkauft als zugekauft wird, ändert sich dieses Verhalten, sobald sich die Stimmung dreht bzw. die belastenden Faktoren als eingepreist gelten.

Vor dem langen Wochenende für Händler aus den USA durch den Feiertag „Labour Day“ wurden Risikopositionen durch Käufe geschlossen. Infolgedessen drehte sich die Situation an den Ölbörsen und Händler stärkten mit der höheren Anzahl an Käufen die Ölpreise.

Gestützt wurde die Aufwärtsbewegung auch durch Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser sagte, dass sein Land eine Produktionsbegrenzung befürworten würde und man es dabei für sinnvoll halte, eine Ausnahmeregelung für den Iran zu finden.

Am Rande des G20 Gipfels hatte sich der russische Präsident mit Vertretern aus Saudi-Arabien getroffen. Bei diesen Gesprächen sollen sich die Beteiligten darauf geeinigt haben, dass koordinierte Maßnahmen zur Stabilisierung der Ölpreise gewünscht seien. Wie diese aussehen könnten, wurde jedoch nicht erwähnt.

Allerdings herrschte auch vor dem entscheidenden Treffen im April eine scheinbare Einigkeit zwischen Saudi-Arabien und Russland. Das Treffen endete bekanntlich ergebnislos. Insofern bleiben Marktteilnehmer auch nach diesen aktuellen Kommentaren skeptisch.

Dennoch stützen solche Äußerungen die kurzfristige Ölpreisentwicklung. Es kommt zwar nicht allein deshalb zu einem unmittelbaren und signifikanten Anstieg der Ölpreise, es reduziert sich aber die Anzahl der risikofreudigen Händler, die auf fallende Preise setzen.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 06.09.2016

  • BIP Eurozone

Mittwoch, 07.09.2016

  • EIA Monatsbericht
  • Fed „Beige Book“ (Bericht zur wirtschaftlichen Lage in den USA)
  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Donnerstag, 08.09.2016

  • EZB Zinssatzentscheidung
  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)

Freitag, 09.09.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Aktuell ist ein Euro rund 1,115 US-Dollar wert und hat damit zum Freitag etwas nachgegeben. Grund dafür war ein enttäuschender Stimmungsbarometer zur konjunkturellen Entwicklung im Währungsraum.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein sinkender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Zur Wochenmitte werden die Notenbanken in den Fokus des Finanzmarktes rücken. Am Mittwoch startet die Fed mit dem Bericht zur wirtschaftlichen Lage in den USA. Die Europäische Zentralbank folgt am Donnerstag mit der Zinssatzentscheidung und der anschließenden Pressekonferenz.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt zum Wochenstart wieder über 50 Cent pro Liter Heizöl. Im bundesweiten Durchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute 50,58 Euro.

Aktuell scheint das weitere Abwärtspotenzial der Heizölpreise begrenzt zu sein. Wir rechnen damit, dass sich die Preise bis zur Wochenmitte weitgehend stabil um die 50 Cent pro Liter halten werden. Frische Impulse könnten dann die amerikanischen Ölbestandsdaten und der EIA Monatsbericht liefern.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und jetzt bereits Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar und der Heizölpreis ist gemessen am Vorjahr immer noch günstig.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

Wie empfanden Sie den Umfang dieses Artikels?