Heizölpreise: Abwärtstrend vorerst gebremst

1. August 2016

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Vor allem Gewinnmitnahmen sorgten am Freitag für leicht ansteigende Ölpreise. Die Überversorgung im Produktbereich hatte in der letzten Woche zu deutlichen Preisrückgängen geführt. Nachdem die Heizölpreise in der letzten Woche durchgängig gefallen sind, ist der Abwärtstrend zum Start dieser Woche gebremst – zumindest vorerst.

Ölpreisentwicklung

Am Freitag sorgten in erster Linie Gewinnmitnahmen aus spekulativen Positionen für ein Ende der deutlichen Abwärtsbewegung bei den Ölpreisen. Im fallenden Markt wird mehr verkauft als zugekauft.

Die Lücke muss aber geschlossen werden, im Idealfall bevor die Kurse wieder steigen. Insbesondere vor dem Wochenende steigt die Unsicherheit und damit werden Käufe attraktiver. Mit den vermehrten Käufen gehen in diesem Fall steigende Ölpreise einher.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen für rund 43,50 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist ein Preisanstieg von etwa einem US-Dollar gegenüber dem niedrigsten Stand aus der Vorwoche.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für rund 373 US-Dollar je Barrel gehandelt und liegt damit weiterhin auf dem tiefsten Stand seit Mitte April.

Im Verlauf der letzten Woche wurden die Ölpreise durch die globale Überversorgung mit Produkten (Benzin, Diesel, Heizöl) stark belastet. Nur der nachgebende Dollarkurs und eine in der Folge leicht höhere Nachfrage von Investoren außerhalb der USA bremsten den Fall der Ölpreise.

In der letzten Woche ist die Anzahl der aktiven Ölbohranlagen in den USA erneut gestiegen. Deren Anzahl gilt als ein wichtiger Indikator für die zukünftige Entwicklung der US-Ölproduktion.

Zwar liegt die derzeitige Anzahl der aktiven Anlagen bei nicht einmal 25 Prozent vom Höchststand in 2014, jedoch ist es durch den technologischen Fortschritt mittlerweile auch mit weniger Bohranlagen möglich eine ungefähr gleiche Menge an Rohöl zu fördern.

Am Wochenende konnte in Libyen eine Einigung mit den Sicherheitskräften der Exportterminals getroffen werden. Diese hatten zuletzt aufgrund von schlechten Gehältern, sowie den Sicherheits- und Arbeitsbedingungen gestreikt.

Dadurch fehlten aus Libyen tägliche Rohölmengen von mehr als einer halben Million Barrel.

Die National Oil Corporation hatte allerdings direkt angekündigt, dass nach der Wiederinbetriebnahme der Terminals vorerst nur mit geringeren Exporten gerechnet werden muss.

Angriffe verschiedener bewaffneter Truppen hatten in den letzten Wochen die dortigen Anlagen beschädigt.

Auch der Irak wurde am Wochenende von Anschlägen getroffen. Danach wurde die Produktion an einem der größten Ölfelder im Norden des Landes still gelegt. Wie lange deshalb mit einer gesenkten Ölproduktion zu rechnen ist, bleibt vorerst unbekannt.

Grundsätzlich tendiert die weitere Ölpreisentwicklung dennoch abwärts. Viele Händler sehen einen Ölpreis um die 40 US-Dollar als momentan angemessenes Preisniveau.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Montag, 01.08.2016

  • ISM Einkaufsmanagerindex für Deutschland, die Eurozone und die USA

Dienstag, 02.08.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Mittwoch, 03.08.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten vom Department of Energy (DOE)
  • Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB)

Donnerstag, 04.08.2016

  • Wirtschaftsbulletin der Eurozone (Monatsbericht der EZB)

Freitag, 05.08.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)
  • Handelsbilanz der USA

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Nach den guten Wirtschaftssignalen aus der Eurozone vom Donnerstag gaben enttäuschende US-Daten dem Eurokurs am Freitag weiteren Auftrieb.

Aufgrund schwacher Investitionen blieb das Bruttoinlandsprodukt der USA im letzten Quartal hinter den Erwartungen zurück.

Dem gestärkten Euro gelang es so den höchsten Stand seit zwei Wochen zu erreichen. Ein Euro kostet derzeit rund 1,117 US-Dollar.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt weiterhin nur knapp über 46 Cent pro Liter Heizöl.

Der Heizölpreis liegt damit fünf Cent unter Vormonat und über zehn Cent unter dem Vorjahrespreis. D.h. man spart über 100 Euro im Vergleich zum Vorjahr, beim Kauf einer Menge von 1.000 Liter Heizöl.

Der Fall der Ölpreise wurde vor dem Wochenende gebremst. Eine anhaltende nach oben zeigende Tendenz halten wir jedoch für nicht sehr wahrscheinlich.

Wer aber sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um so auf weitere Preisrückgänge im Herbst zu spekulieren.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.