Ölpreise geben wieder etwas nach

28. April 2015

Heizoelpreis gefallen 28042015

Die Heizölpreise werden im Vergleich zum Vortag sinken. Je nach Region erwarten wir Abschläge zwischen 40 Cent und einem Euro pro 100 Liter. Der Wechselkurs des Euro hält sich nahe 1,09 US-Dollar. Die Ölpreise geben wieder etwas nach.

Ölpreisentwicklung

Die für die inländischen Heizölpreise entscheidenden Notierungen von ICE Gasoil und ICE Brent geben seit gestern Abend leicht nach. Der europäische Ölpreis-Index Brent liegt aktuell bei 64,10 US-Dollar, etwa ein Dollar pro Barrel weniger als am Vortag. Die Notierung ICE Gasoil liegt bei 580 US Dollar pro Tonne und damit auch in etwa im Bereich von etwas über einem Prozent unter dem Vortag.

Begünstigt wird die Kurskorrektur durch Verkaufssignale aus der Charttechnik. Die Nachrichtenlage am Markt ist eher dünn. Beachtlich ist die extreme „Longausrichtung“ am Ölmarkt. „Long“ bedeutet in diesem Fall vereinfacht dargestellt, dass Händler mehr Öl kaufen als verkaufen. Sie bilden damit „Long-Positionen“.

Das ist im steigenden Markt sinnvoll. Die Menge zu einem günstigeren Preis bereits einzukaufen und dann später zu einem höheren Preis zu verkaufen bringt Gewinne. Das verstärkte Kaufinteresse führt dann auch zu steigenden Preisen. Dabei besteht jedoch auch die Gefahr, dass sich eine Blase bilden könnte.

In jedem Fall birgt diese Situation ein Korrekturpotenzial für die Ölpreise. Hedgefonds und Spekulanten werden diese „Long-Positionen“ nicht auf Dauer halten. Wenn begonnen wird Gewinne aus diesen Positionen zu generieren, sprich zu verkaufen, könnte das die Ölpreise theoretisch unter Druck bringen. Natürlich nur, wenn das Marktumfeld weiter zur Überversorgung tendiert.

 

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs liegt aktuell bei ca. 1,09 US-Dollar. Der Devisen-Markt zeigt sich aktuell unbeeindruckt von der Problematik um Griechenland. Im Streit zwischen Athen und seinen Geldgebern über die Auszahlung neuer Hilfskredite zeichnet sich noch keine Lösung ab. Nach Einschätzung von Devisen-Experten werden die mit einem möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone verbundenen Risiken eher gering eingeschätzt.

Eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Eurokurses spielt jedoch die Geldpolitik in den USA. Nach der Zinssitzung am Mittwoch werden neue Entscheidungen durch die US-Notenbank Fed veröffentlicht. Angesichts der zuletzt schwächeren Konjunktur in den USA wird über den Zeitpunkt einer Zinswende in den USA spekuliert.

Einige Experten halten es für möglich, dass bereits im Juni erstmals seit der schweren Wirtschaftskrise das Zinsniveau angehoben wird. Andere sehen diesen Zeitpunkt frühestens im September. Die mit der Zinsanhebung einhergehende Stärkung des US-Dollars erhöht den Druck auf die europäische Gemeinschaftswährung.

 

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise geben im Vergleich zum Vortag teilweise deutlich nach. In einigen Regionen kann es zu Preisunterschieden von bis zu einem Euro pro 100 Liter kommen. Grund für die regionalen Unterschiede ist die Versorgung der Raffinerien und Tankläger.

Je nach Lage bietet sich beispielsweise eine Versorgung aus dem ARA-Raum (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) über den Rhein an oder in anderen Regionen die Versorgung per Pipeline aus Russland.

Natürlich können die Preisunterschiede nicht allzu groß werden. Bei zu deutlichen Preisabständen würde sich der Transport per Kesselwagen oder sogar Tankwagen von einer Region in die andere rechnen.

Eine Übersicht über die regionale Heizölpreisentwicklung finden Sie hier: TOTAL Heizölpreise

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