Heizölpreise Entwicklung und Tendenz August

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Die Heizölpreise sind im August um über 15 Prozent gestiegen und damit wieder über die 50 Cent Marke geklettert. Das Jahreshoch aus dem Juni wurde dabei jedoch nicht erreicht und nach aktuellem Stand sollte es auch im September dabei bleiben.

Heizölpreise Entwicklung

Der durchschnittliche Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard-Heizöl Lieferung ist im August von 45 auf 52 Cent pro Liter Heizöl gestiegen. Heizöl ist damit aber weiterhin sehr günstig. Der Heizölpreis aus dem August 2016 liegt immer noch unter dem Vorjahrespreis und im Vergleich zum August 2014 sparen Heizöl-Käufer fast 30 Cent pro Liter!

Waren es im Juli noch fallende Ölpreise die zu günstigen Heizölpreisen führten, so drehte sich die Lage am Ölmarkt im August. Anfang August lag der Ölpreis Brent bei 42 US-Dollar pro Barrel. Zur Monatsmitte wurde das europäische Nordseeöl dann bei 51 US-Dollar pro Barrel gehandelt. In diesem Jahr lag der Ölpreise nur an zwei Tagen im Juni über diesem Niveau.

Als die Ölpreise Ende Juli einen Bereich in der Nähe der 40 US-Dollar erreichten, ist ein Kaufimpuls entstanden. Während im fallenden Markt mehr verkauft als zugekauft wird, ändert sich dieses Verhalten im steigenden Markt.

Die Ölpreise sind im Juli um fast 20 Prozent gefallen, der Markt war überverkauft. Auf eine überverkaufte Situation müssen zwangsweise auch wieder Käufe folgen. Bei einem Niveau von 40 US-Dollar glaubten immer weniger Händler an einen weiteren Rückgang der Ölpreise. Infolge dessen drehte sich die Situation an den Ölbörsen und Händler stärkten mit der höheren Anzahl an Käufen die Ölpreise.

Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise vor allem durch Gerüchte, dass die OPEC einen neuen Anlauf starten könnte, die Ölpreisentwicklung durch eine koordinierte Produktionsbegrenzung zu beeinflussen.

Bereits bei einem Treffen der großen Öl-Produzenten im April wurde eine Begrenzung der Förderung thematisiert. Damals scheiterte eine Übereinkunft jedoch an der fehlenden Bereitschaft des Irans, sich an einer einschränkenden Maßnahme zu beteiligen.

Der Iran war nach dem Ende der Sanktionen gerade erst wieder in die Lage versetzt worden, Exporte zu steigern und verlorene Marktanteile zurück zu gewinnen. Ohne Beteiligung des Irans war wiederum Saudi-Arabien nicht bereit, einem Deal der restlichen teilnehmenden Produzenten zuzustimmen.

Seitdem wurde es ruhig um diese Thematik, auch da durch Produktionsausfälle in Nigeria, Kuwait und Kanada die Notwendigkeit für eine Begrenzung nicht mehr gegeben war. Nun befürchten Produzenten jedoch einen erneuten Preisrutsch und die damit verbundenen Lücken im Staatshaushalt.

Saudi-Arabien äußerte sich unerwartet positiv über eine Begrenzung der Produktion, sprich des Angebotes. Das Land wäre bereit, alles Notwendige zu unternehmen, um die Ölpreise zu stabilisieren. Das ist insofern überraschend, da es vor allem an Saudi-Arabien lag, dass sich die Ölproduzenten beim Treffen im April nicht auf eine Regulierung der Förderung einigen konnten.

Der auf die Gerüchte und Äußerungen folgende Preisanstieg im August basiert in erster Linie auf psychologischen Effekten. Allein die Möglichkeit, dass die großen Ölproduzenten sich auf Beschränkungen einigen könnten, trieb den Ölpreis immens nach oben. Damit nimmt jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme ab. 

Es ist zudem fraglich ob sich Förderländer wie der Iran, Libyen oder Nigeria an einer solchen Maßnahme beteiligen oder wie eine Ausnahmeregelung aussehen könnte. Bei den genannten Produzenten liegt die aktuelle Fördermenge weit hinter der angestrebten, sodass sie ein Einfrieren auf aktuellem Niveau vorrausichtlich ablehnen würden.

Heizölpreise Tendenz

Die Tendenz der Heizölpreise richtet sich mit Beginn des neuen Monats wieder abwärts. Anfang September sank der durchschnittliche Preis pro Liter Heizöl wieder unter die 50 Cent Marke.

Für die weitere Tendenz wird wohl vor allem die Ölpreisentwicklung entscheidend bleiben. Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, hätte auch der Eurokurs das Potenzial, die Heizölpreisentwicklung signifikant zu beeinflussen. 

Der Wechselkurs des Euro hält sich aber seit Mitte März in einer engen Spanne zwischen 1,10 und 1,15 US-Dollar. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass es hier kurzfristig zu einem Ausbruch in die eine oder andere Richtung kommt.

Die Ölpreise schwanken da schon wesentlich mehr. Die meisten Analysten rechnen auch für die kommenden Monate mit einer Preisspanne zwischen 40 und 50 US-Dollar pro Barrel. Aktuell bewegt sich der Ölpreis da im oberen Bereich.

Angesichts der konkreter werdenden Bemühungen um eine Begrenzung der Produktion ist es eher unwahrscheinlich, dass die Ölpreise in diesem Jahr noch einmal deutlich unter die 40 US-Dollar sinken oder sogar die historischen Tiefststände aus dem Januar erreichen.

Das Risiko auf stark fallende Preise zu spekulieren, gehen immer weniger Marktteilnehmer ein. Auf der anderen Seite begrenzt die amerikanische Ölindustrie das Aufwärtspotenzial der Ölpreise.

Ab einem Niveau von 50 US-Dollar werden Förderprojekte wieder rentabel und die US-Ölförderung sinkt weniger als erwartet. Ein signifikanter Rückgang der US-Ölförderung wird als einer der entscheidenden Punkte gesehen, die Angebot und Nachfrage am Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht bringen sollen.

Insofern rechnen wir mit einem Heizölpreis, der sich in der Nähe von 50 Cent pro Liter bewegt. Sollte der Preis deutlich unter dieser Marke liegen, ergibt sich ein günstiger Kaufzeitpunkt.

Selbst bei 50 Cent pro Liter ist Heizöl weiterhin sehr günstig. Das sind 10 Prozent unter dem Preis vom September 2015 und sogar 40 Prozent unter dem von vor zwei Jahren.

Auf der anderen Seite bestehen auch Risiken, die schnell zu einem Preisanstieg führen können. Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir auf Nummer sicher zu gehen und so früh wie möglich Heizöl zu kaufen. Momentan sind kurzfristige Lieferzeiten fast überall machbar, aber zum Herbstbeginn zieht die Heizöl-Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich an.

In jedem Fall empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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