Heizölpreise Entwicklung und Tendenz KW 39

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Die letzte Woche war geprägt von einem Auf und Ab beim Heizölpreis. Das Spannungsumfeld zwischen einer langfristig prognostizierten sinkenden Ölförderung und der aktuellen Überversorgung wirkt momentan gegensätzlich auf die Ölpreisentwicklung. Zudem schwankte auch der Eurokurs, da die Zinsanhebung in den USA mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr erfolgen wird.

Heizölpreis Entwicklung

Die Heizölpreisentwicklung tendiert leicht aufwärts. Im Verlauf der letzten Woche ist der Preis für eine 3.000 Liter Standardlieferung im bundesweiten Durchschnitt um etwa 1,50 Euro pro 100 Liter gestiegen.

Der hauptsächliche Grund für den Preisanstieg liegt in der Euroschwäche bzw. in dessen „Stärke“ in der Vorwoche. Nachdem die amerikanische Notenbank Fed beschlossen hatte, den Leitzins nicht zu erhöhen, verzeichnete der US-Dollar massive Verluste. Der Euro stieg bis auf 1,1460 Dollar, den höchsten Stand seit Ende August.

Für die aktuelle Euroschwäche führen Finanzmarktexperten verschiedene Gründe an. Konjunkturelle Sorgen in den Schwellenländern könnten auch die europäische Wirtschaft treffen. Die Probleme bei Volkswagen, dem größten europäischen Automobilhersteller, könnten auf die gesamte Branche ausstrahlen und belasten jetzt schon die Aktienmärkte. Zudem gab die amerikanische Notenbank relativ deutliche Signale, dass die Zinsanhebung lediglich verschoben wurde und noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll.

Die langfristig prognostizierte sinkende Ölförderung außerhalb der OPEC und die aktuelle Überversorgung am Ölmarkt wirkt  gegensätzlich auf die Ölpreisentwicklung. Fundamental gibt es weiterhin kaum Gründe, die steigende Ölpreise zum jetzigen Zeitpunkt rechtfertigen würden. Für den leichten Anstieg zur Wochenmitte verantwortlich waren zum einen Bestandsabbauten beim Rohöl in den USA und die Meldung von der Abschaltung zweier Produktpipelines, die den nachfragstarken Osten der USA mit Benzin und Heizöl versorgen.

Die Abschaltung der Produktpipelines wäre in erster Linie ein amerikanisches Problem. Die fehlende inländische Produktversorgung hätte aber dazu führen können, dass die Nachfrage nach Importen zunimmt. Das stützt wiederum die Preise an der europäischen Warenterminbörse ICE.

Da die abgeschalteten US Produktpipelines sehr schnell wieder in Betrieb gingen, wurde der befürchtete Nachfrageanstieg gleich wieder ausgepreist. Zudem wurde bekannt, dass für den Oktober geplante Wartungsarbeiten am größten Nordsee Ölfeld für die Sorte Forties in den November verschoben werden. Forties ist eine der Sorten, aus denen sich der Ölpreis-Index Brent zusammensetzt (Brent – Forties – Oseberg – Ekofisk). Durch das Verschieben der Wartungsarbeiten wird kurzfristig mehr Öl verfügbar sein, was den Ölpreis belastet.

Heizölpreise Prognose

Zurzeit sprechen viele Gründe für einen weiterhin günstigen Ölpreis. Grundsätzlich bleiben alle Faktoren, die die Ölpreise auf das aktuell niedrige Niveau sinken lassen haben, noch vorhanden, auch wenn die Ölbestände in Amerika leicht zurückgehen. Generelle Aspekte für die Ölpreisentwicklung sind die anstehende Entscheidung über die Aufhebung des US Rohölexportverbots, der Verdrängungskampf der OPEC, das kommende iranische Öl und der Rückgang der Rohölförderung außerhalb der OPEC.

Der wesentlichste Faktor für die Ölpreisentwicklung ist und bleibt der Kampf um Marktanteile seitens der OPEC. Dies sowohl mit den Nicht-OPEC-Ländern, als auch innerhalb der Organisation selbst. Das nun wahrscheinlich kommende iranische Öl könnte zu weiteren Spannungen mit den anderen Mitgliedern führen.

In der jüngsten Vergangenheit waren diese nicht bereit, die eigene Förderung zu reduzieren. Doch schon ohne das iranische Öl wird das Überangebot derzeit immer mehr „gefüttert“. Inwiefern sich nun die Aufhebungen von Sanktionen gegen den Iran auf das Überangebot auswirken werden, ist vor allem von der Reaktion der anderen OPEC-Länder abhängig.

Entscheidend ist zudem, inwiefern die Rohölproduktion in den USA und anderen Nicht-OPEC-Förder-Ländern zurück gehen wird. Analysten rechnen mit einem Rückgang bis Mitte 2016. Dann wird ein Tiefststand erwartet, mit dem ein steigendes Preisniveau einhergehen könnte. Dies würde dann aber dazu führen, dass die Produktion  attraktiver wird und wieder zunimmt.

Neben den Notierungen an den Ölbörsen hat auch der Eurokurs einen entscheidenden Einfluss auf die inländischen Heizölpreise, denn Rohöl wird grundsätzlich in US-Dollar gehandelt. Verliert der Euro gegenüber dem Dollar an Wert, wird der Ölimport für Länder der Eurozone teurer. Kann der Euro dagegen Kursgewinne verzeichnen, werden Ölimporte für den Euroraum günstiger.

Im Moment zeigt der Eurokurs sich schwächer, als noch vor einer Woche. Mit ein Grund dafür ist die Aussage Janet Yellens, Chefin der amerikanischen Notenbank Fed, die eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr für sehr wahrscheinlich hält. Vor diesem Hintergrund ist nicht mit einer Trendumkehr bei der Entwicklung des Eurokurses zu rechnen.

Alles in allem spricht viel dafür, dass sich der Heizölpreis mehr oder weniger auf dem aktuellen Niveau stabilisiert. Wenn der Euro nicht weiter fällt, bestünde jedoch auch Spielraum für weitere Preisnachlässe.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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