Heizölpreise steigen leicht

30. Mai 2016

Heizoelpreis-steigt-30-05-2016

Während die Ölförderung in Nigeria weiterhin unter Anschlägen leidet, wird in Kanada mit einer zeitnahen Wiederinbetriebnahme der Ölproduktion gerechnet. Der Ölpreis hält sich weiter nahe der 50 US-Dollar Marke. Der Heizölpreis wird unterdessen durch den schwächeren Eurokurs leicht steigen.

Ölpreisentwicklung

Der Ölpreis liegt zum Beginn dieser Woche weiter knapp unter 50 US-Dollar je Barrel. Heute ist mit einem relativ ruhigen Handel zu rechnen, da sich viele Marktteilnehmer aufgrund eines nationalen Feiertages in den USA zum Gedenken an die im Krieg Gefallenen (Memorial Day) noch im langen Wochenende befinden.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell für 49,10 US-Dollar je Barrel gehandelt,  etwa 20 Cent unter dem Schlusskurs vom Freitag. Damit wird aber kaum der Startschuss für einen Abwärtstrend gegeben sein. Es ist viel eher ein Zeichen, dass die Erwartung auf Anstiege bei der angebotenen Öl-Menge, die momentanen Produktionsausfälle überwiegt.

Die ICE Gasoil Notierung, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei rund 444 US-Dollar je Tonne. Damit ist der Gasoil-Preis zwar rund 170 US-Dollar teurer als zum Jahrestief im Januar, aber gleichzeitig auch 150 US-Dollar günstiger als noch vor einem Jahr.

Obwohl heute mit einem ruhigen Handel zu rechnen ist, sind verschiedenste auf den Ölpreis wirkende Faktoren wie gewohnt präsent. Es gilt beispielsweise inzwischen als sicher, dass die Produktionsausfälle in Nigeria und Kanada die Überversorgung am globalen Rohölmarkt im Mai vorerst beendet hatten.

Analysten haben infolgedessen ihre Preisprognosen für die europäische Nordsee-Ölsorte Brent um durchschnittlich 6 US-Dollar nach oben korrigiert.

Desweiteren ist es am Wochenende in Nigeria zu weiteren schweren Anschlägen auf Ölpipelines gekommen. Eine genaue Bezifferung der dadurch entstehenden Produktions- und Exportausfälle war bisher noch nicht möglich.

Bereits seit Beginn des Jahres hat Nigeria, dessen Staatseinnahmen zu 70% von Erdöl- und Erdgasexporten abhängig sind, Probleme mit Angriffen dieser Art durch militante Gruppen. Die Regierung möchte sich aber bald mit Vertretern dieser Gruppen zu Gesprächen treffen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

Dem gegenüber stehen auf den Ölpreis drückende Meldungen, wie zum Beispiel der Beginn der Wiederinbetriebnahme der kanadischen Ölförderanlagen. Suncor, der größte Ölproduzent aus Teersanden in Kanada, hatte bestätigt, dass bereits über die Hälfte der Mitarbeiter die Produktion wieder aufgenommen hat.

Suncor alleine ist verantwortlich für knapp über 60% der fehlenden Exportmengen aus Kanada. Die Erwartung der Marktteilnehmer auf eine zeitnahe Rückkehr zur gewohnten Angebotsmenge führte bereits zu einer leichten Schwächung des Ölpreises.

Ebenfalls zukünftig den Ölpreis senken könnte die Erwartung auf eine langsamer sinkende amerikanische Ölproduktion. Trotz einer sinkenden Anzahl an amerikanischen Produktionsanlagen, rechnen einige Marktteilnehmer derzeit trotzdem mit einer leicht ansteigenden Fördermenge.

Das kommt daher, dass schrittweise die unrentablen Anlagen geschlossen werden und aufgrund des leicht angestiegenen Preisniveaus neue und rentable Förderanlagen den Betrieb aufnehmen können.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Mittwoch, 01.06.2016

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)

Donnerstag, 02.06.2016

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)
  • Treffen der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC)
  • Zinssatzentscheidung der Europäischen Zentralbank

Freitag, 03.06.2016

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Nach der Rede von Janet Yellen, der Präsidentin der amerikanischen Notenbank Fed, bleibt der US-Dollar wie erwartet stark. Sie redete in ihrer Ansprache am Freitag davon, dass eine Zinserhöhung in den USA „wahrscheinlich in den nächsten Monaten angemessen sein könnte“.

Sie betonte jedoch auch, dass trotz eines erwarteten Konjunkturaufschwungs in den USA eine Anhebung schrittweise vorgenommen werden sollte.

Und obwohl noch nicht feststeht, wann die Erhöhung des Leitzinses durchgeführt wird, wertet die Erwartung bereits den Dollar gegenüber dem Euro auf. Momentan ist ein Euro deshalb nur noch knapp über 1,11 US-Dollar wert.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein steigender Dollarkurs die Importe für den Euroraum.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 52,80 Euro pro 100 Liter Heizöl.
Kurzfristig betrachtet ist es wahrscheinlicher, dass die 60 Cent Marke erreicht wird, als dass der Heizölpreis wieder unter 50 Cent fällt.

Unsere Empfehlung lautet deswegen: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, kann jetzt Heizöl kaufen und sparen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren.

Wir empfehlen dafür unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.