Heizölpreise steigen sehr deutlich

29. Oktober 2015

Heizoelpreis gestiegen 29-10-2015

Gestiegene Ölpreise verstärkt durch den gefallenen Euro lassen die Heizölpreise heute Morgen sehr deutlich steigen. Die Ölpreise legten am gestrigen Nachmittag eine regelrechte Preisrally hin und der Eurokurs brach nach dem Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank ein.

Ölpreisentwicklung

Dass sich das Abwärtspotenzial der Ölpreise reduziert hatte, deutet sich bereits gestern Morgen an, wir berichteten darüber. In den vergangenen Tagen wurde verstärkt auf fallende Ölpreise spekuliert. Das geschieht in erster Linie über sogenannte Short-Positionen. Händler verkaufen mehr als sie zukaufen. Die entstandene Lücke soll später durch Zukäufe bei günstigeren Preisen geschlossen werden, um so Gewinne zu realisieren.

Das Signal diese Lücke zu schließen, lieferte gestern die Charttechnik. Die Zukäufe lösten einen Anstieg der Ölpreise aus, was wiederum im heutigen automatisierten und computergestützten Handel dazu führt, dass weitere Kauforders automatisch ausgeführt werden und die Aufwärtbewegung so verstärken. Der kräftige Preisanstieg im Anschluss lässt sich daher in erster Linie mit technischen Faktoren begründen.

Hinzu kamen die offiziellen Ölbestandsdaten aus den USA, die gestern vom DOE (Departement of Energy) veröffentlicht wurden. Zwar wurden wir erwartet Aufbauten beim Rohöl gemeldet, allerding wurde diese wieder durch unerwartet deutliche Abbauten bei den Produkten kompensiert. Die Produkt-Nachfrage liegt in den USA auf einem hohen Niveau und verstärkte den Kaufdruck am Ölmarkt zusätzlich.

Der europäische Ölpreis-Index Brent stieg um etwa fünf Prozent und liegt aktuell bei 48,84 US-Dollar pro Barrel. Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt bei 449 US-Dollar pro Tonne, ein Anstieg von etwa vier Prozent.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Ölpreise weiter und vor allem nachhaltig steigen werden. Die anhaltende Überversorgung, die Aussicht auf die iranischen Öllieferungen und der durch den Klimaeffekt El Nino erwartete milde Winter in Europa und den USA sprechen momentan dagegen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs ist unter die 1,10 Dollarmarke gerutscht und liegt aktuell bei 1,0937 US Dollar. Seit gestern Abend hat der US-Dollar in Folge des Zinsentscheides der amerikanischen Notenbank Fed gegenüber vielen Währungen an Wert gewonnen.

Die Fed wird ihre Nullzinspolitik zwar zunächst fortsetzen, signalisierte aber recht deutlich, dass man immer noch bereit ist, die Zinsen im Dezember zu erhöhen, sollt sich die konjunkturelle Entwicklung der USA nicht verschlechtern. Der Euro verlor daraufhin etwas anderthalb Cent gegenüber dem US-Dollar.

Durch den stärkeren US-Dollar wird das Dollar gehandelte Öl für Händler außerhalb der USA teurer, was hierzulande zu steigenden Preisen für Heizöl  führt, aber auch den aktuellen Kaufdruck am Ölmarkt reduziert.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis steigt im Vergleich zum gestrigen Morgen um bis zu zwei Cent pro Liter. Damit kostet Heizöl im bundesweiten Durchschnitt wieder über 56 Cent pro Liter, bei einer 3000 Liter Standard-Lieferung.

Im Süden Deutschlands fällte der Anstieg der Heizölpreise am höchsten aus, da dort die Versorgung der Tanklager zunehmend komplizierter wird. Aufgrund des lang anhaltenden Niedrigwassers ist eine Versorgung der Tanklager per Schiff nur noch extrem eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Dies hat zur Folge, dass in vielen Tanklägern die Ware inzwischen sehr knapp ist, Leerstände stehen auf der Tagesordnung.

In der Schweiz greift die Regierung seit gestern auf die Notreservebestände zurück, da die einzige Raffinerie in der Schweiz zudem auch noch große Probleme hat. Die Schweizer Importeure kaufen nun verstärkt in Deutschland zu, was die Situation weiter verschärft.

Weil sich alle Abholungen aktuell auf die Raffineriestandorte konzentrieren, wird dort die Ware auch knapp. Die Raffinerien können die fehlende Versorgung durch die Schiffe nicht auffangen. Es ist daher mit längeren Lieferzeiten und durch die Knappheit auch mit stäker steigenden Heizölpreisen zu rechnen.

Wer noch genug Heizöl im Tank hat, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.