Heizölpreise: Stillstand nach steilem Anstieg

16. Dezember 2016

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Die Heizölpreise sind innerhalb des letzten Monats um fast 15 Prozent gestiegen. Nun deutet sich ein zumindest vorläufiges Ende des Aufwärtstrends an. Das OPEC Abkommen zur Angebotskürzung gilt als weitgehend eingepreist. Einzig der Eurokurs bereitet momentan Sorgen.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise bewegen sich momentan leicht abwärts, wobei wenig für eine nachhaltige Entwicklung spricht. Händler gehen angesichts der Angebotsreduzierung im Januar nicht das Risiko ein, in größerem Umfang auf fallende Preise zu spekulieren.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei 54 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für das europäische Nordseeöl ist seit Mitte November um fast 20 Prozent gestiegen. Aktuell scheint sich der Auftrieb allerdings zu reduzieren. Seit etwa zehn Tagen hält sich der Ölpreis knapp über oder unter der 55 Dollar Marke. 

Die Notierung von ICE Gasoil, dem maßgeblichen Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt bei 480 US-Dollar pro Tonne. Mitte November lag der Kurs noch bei 400 US-Dollar. Aber auch bei der Produktnotierung scheint die obere Grenze von 500 Dollar Bestand zu haben. Ohne frische Impulse ist allein die Aussicht auf das niedrigere Angebot im neuen Jahr für einen Anstieg darüber hinaus nicht ausreichend. 

Es muss jedoch beachtet werden, dass Öl sowie die daraus raffinierten Produkte in US-Dollar gehandelt werden. Angesichts der Euroschwäche liegen die Preise umgerechnet in Euro immer noch im Bereich der bisherigen Jahreshöchststände.

Der schwache Euro reduziert auf der anderen Seite aber auch das Kaufinteresse von Händlern außerhalb der USA und schwächt damit das Aufwärtspotenzial der Ölpreise. Daneben lässt es sich noch sehr schwer abschätzen, ob die Maßnahmen der OPEC die Überversorgung ab Januar tatsächlich beenden werden.

Die globale Rohölnachfrage sinkt im ersten Quartal des Jahres saisonal bedingt und Länder wie Libyen und der Irak haben steigende Ölexporte angekündigt. Ob und wie weit die Ölpreise weiter steigen, wird auch darauf ankommen, als wie stark sich das Abkommen zu Beginn des nächsten Jahres erweist. 

Die Investmentbank Goldman Sachs hat die letzten Produktionskürzungen der OPEC analysiert. Bei den 17 Kürzungen in den letzten 35 Jahren wurden nur etwa 60 Prozent der angekündigten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt. 

Entwicklung Eurokurs

Der Euro kann sich aktuell wieder etwas stabilisieren. Nach der Zinserhöhung in den USA hatte der Euro massiv an Wert verloren. Ein Euro ist aktuell 1,045 US-Dollar wert. Gestern hatte der Euro mit 1,0365 US-Dollar den tiefsten Stand seit 14 Jahren erreicht. Zum Vergleich, der höchsten Stand wurde im Jahr 2008 mit 1,60 US-Dollar erreicht. Nun nähert sich die Parität der beiden Währungen.

Die US-Notenbank hat am Mittwoch nach fast einem Jahr Pause ihre Zinswende fortgesetzt und den Leitzins ein zweites Mal um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Schritt wurde so erwartet und galt als eingepreist.

Die Andeutung, dass im kommenden Jahr sogar drei Erhöhungen vorstellbar wären, stärkte den Dollar jedoch gegenüber vielen anderen Währungen. Dieser Trend könnte sich Analysten zufolge in den kommenden Monaten noch verstärken.

Nach Einschätzung der Deutschen Bank könnte der Euro bis Ende 2017 auf 0,95 Dollar sinken. Das in US-Dollar gehandelte Öl wird dadurch für die Eurozone im Einkauf tendenziell teurer.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise bleiben den dritten Tag in Folge weitgehend unverändert. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt knapp 60 Cent pro Liter Heizöl.

Kurzfristig bleiben deutlichere Preisrückgänge unwahrscheinlich. Die Ölpreise haben durch die angekündigte Reduzierung des Ölangebotes eine feste Tendenz. Dazu kommen jetzt auch noch die Verluste beim Euro. Im Moment spricht hier wenig für eine Erholung, Experten rechnen eher mit dem Gegenteil.

Daher raten wir unseren Kunden auch weiterhin zum baldigen Heizölkauf, wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähern sollte.  Die Heizölnachfrage ist relativ hoch und angesichts der anstehenden Feiertage werden kurzfristige Liefertermin zunehmend knapper.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder  das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.