Heizölpreise Trend und Prognose KW 17

Heizoelpreis gestiegen kw-17-2016

Der durchschnittliche Literpreis für Heizöl überschritt erstmals in diesem Jahr die 50-Cent-Marke. Heizöl bleibt dennoch günstig! Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sparten Besitzer von Ölheizungen beim Heizölkauf etwa 25 Prozent.

Heizölpreise Trend

Der Aufwärtstrend bei der Heizölpreisentwicklung hat sich auch in der vergangenen Woche fortgesetzt. 3.000 Liter Heizöl kosteten erstmals in diesem Jahr durchschnittlich über 50 Cent pro Liter. Das sind aber immer noch 15 Cent weniger als vor einem Jahr!

Während der feste Eurokurs den Preisanstieg beim Heizöl etwas abfederte, kannten die Ölpreise förmlich kein Halten mehr. Die Ölpreise sind seit Mitte Februar von 30 auf 45 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Eine regelrechte Preisrally, wobei nicht nur die Produzenten davon profitieren wollen, sondern auch private und institutionelle Anleger. Zuletzt sollen so viele Anleger auf steigende Ölpreise spekuliert haben, wie seit vier Jahren nicht mehr.

Die Überversorgung am Ölmarkt wird seit einiger Zeit durch Produktionsausfälle deutlich reduziert. Nach Berechnungen von Experten lag die Höhe der Ausfälle zuletzt bei 0,8 Millionen Barrel pro Tag. Dem gegenüber stand zuvor ein Angebotsüberhang von ein bis zwei Millionen Barrel täglich.

Laut Schätzungen der IEA (Internationale Energieagentur) könnte sich die Überversorgung in der zweiten Jahreshälfte auf 0,2 Millionen reduzieren. Weitere unplanmäßige Ausfälle könnten dann zu einer Unterversorgung führen.

Dieses Szenario halten viele Analysten allerdings für eher unwahrscheinlich. Es wird auch aktuell noch mehr gefördert als verbraucht, die Lager sind voll und die Bestände steigen. Die Ölpreisentwicklung der letzten Wochen bildet jedoch das steigende Risiko einer kippenden Marktlage ab.

In den USA hatten verschiede Produzenten die Inbetriebnahme neuer Ölquellen angekündigt, sollte der Ölpreis WTI ein Niveau zwischen 50 und 55 Dollar erreichen. Im Grunde keine stützende Aussage, da der Rückgang der amerikanischen Ölförderung als ein wesentlicher Faktor für eine Reduzierung des Überangebotes am Ölmarkt gesehen wird.

Die genannten 50 US-Dollar liegen allerding um  fünf bis zehn Dollar über dem  bisher angenommen Wert, ab dem  eine rentable Ölförderung in den USA möglich wäre. Die 50 US-Dollar sind damit eine neue wichtige psychologische Hürde am Ölmarkt. Für spekulative Marktteilnehmer haben die Ölpreise damit weiterhin Potenzial für einen Anstieg.

Die Ölpreise sind seit Mitte Februar von 30 auf 45 US-Dollar pro Barrel gestiegen, eine regelrechte Preisrally. Ein ähnliches Bild war bereits im letzten Frühjahr zu beobachten, als die Ölpreise zwischen März und Juni dauerhaft anstiegen. Dadurch konnten einige Projekte oder noch nicht erschlossene Ölquellen in den USA wieder rentabel werden. Deren erwartete Produktion wurde über Terminkontrakte vorzeitig verkauft und die US Ölförderung stieg sogar leicht an.

Darauf folgte wiederum ein anhaltender Einbruch der Ölpreise, bis im Januar dieses Jahres der langjährige Tiefststand von unter 30 US-Dollar pro Barrel erreicht wurde.

Heizölpreise Prognose

Die kurzfristige Heizölpreis-Prognose bleibt günstig, mittelfristig ist aber durchaus mit steigenden Preisen für Heizöl zu rechnen. Es kann als weitgehend sicher erachtet werden, dass die Ölpreise weiter steigen werden, die Frage ist wann.

Auch wenn große Produzenten schon die nächsten Gespräche über eine Deckelung der Fördermengen ankündigen, ist das Vertrauen des Marktes nach dem jüngst gescheiterten Treffen in Doha ziemlich gering.Es erscheint eher wahrscheinlich, dass die Ölproduktion der OEPC wieder zulegen wird.

Kuwait kündigte an, seine Förderung im Juni um fünf Prozent steigern zu wollen. Pipeline Probleme in Nigeria könnten bald behoben sein.Daneben hat auch der Irak seine Exporte in der Vergangenheit kontinuierlich gesteigert, wobei diese aktuell durch Verladeprobleme und Streitigkeiten mit der halbautonomen Region Kurdistan hinter den geplanten Mengen liegen.

Noch entscheidender wird jedoch sein, ob der Iran sein geplantes Produktionsziel von vier Millionen Barrel pro Tag erreichen kann. Seit dem Ende der Sanktionen soll der Iran seine Förderung bereits um eine Million Barrel pro Tag gesteigert haben.

Der wohl größte Widersacher des Irans ist Saudi-Arabien. Es ist nicht zu erwarten, dass die Saudis freiwillig auf Marktanteile verzichten, indem sie nicht auf die höheren Fördermengen reagieren oder die Produktion gar senken. 

Es bleibt also abzuwarten, wann sich Angebot und Nachfrage weiter annähern werden. Bei einer verfrühten Ölpreis-Rally steigt auch die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Preiskorrektur, wie sie ab dem  letzten Sommer zu beobachten war.  Vor einem solchen Szenario warnen beispielsweise die Analysten von Goldman Sachs.

Neben den Ölpreisen ist der Eurokurs für die zukünftige Entwicklung des Heizölpreises von entscheidender Bedeutung. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, würde sich Heizöl bei Verlusten des Euros tendenziell verteuern.

Danach sieht es aber aktuell nicht aus. Der Euro ist bis auf 1,14 US-Dollar gestiegen. Am Finanzmarkt wird die aktuelle Dollarschwäche mit der schwindenden Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung im Juni begründet, nachdem die US Notenbank Fed das Leitzinsniveau am letzten Mittwoch unverändert gelassen hat.

Aufgrund der Eurostärke und der grundsätzlich noch komfortablen Versorgungslage am Ölmarkt, ist ein gewisses Abwärtspotenzial beim Heizölpreis gegeben. Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, kann durchaus auf sinkende Heizölpreise spekulieren. Kurzfristige Lieferzeiten sind fast überall verfügbar.

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