Heizölpreise mit leichtem Anstieg vor dem Wochenende

28. Oktober 2016

Heizoelpreis steigt 281016

Der Heizölpreis verzeichnet vor dem Wochenende einen leichten Anstieg. Der Liter Heizöl kostet dennoch weniger als vor einer Woche, ein für diesen Oktober untypischer Verlauf. Die Ölpreise festigen sich in der Nähe der 50 US-Dollar Marke.

Ölpreisentwicklung

Die Preise für die Referenzölsorten WTI und Brent festigen sich um die 50 US-Dollar, WTI leicht unterhalb und Brent oberhalb. Die OPEC brachte gestern eine Kürzung der Produktion um vier Prozent ins Spiel. Das und die Nachwirkungen der gesunkenen Öl- und Produktvorräte in den USA reduzierten das Abwärtspotenzial der Ölpreise.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Ein Barrel des europäischen Nordseeöls Brent kostet heute Morgen 50,32 US-Dollar. Am Mittwoch lag der Schlusskurs erstmals in diesem Monat unter 50 US-Dollar. Im Vergleich zum Monatshoch hat der Ölpreis Brent um über fünf Prozent nachgegeben.

Die Notierung von ICE Gasoil liegt momentan bei 462 US-Dollar je Tonne. Diese Notierung bildet den Börsenpreis für eine definierte spätere Heizöl-Lieferung im ARA-Raum (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) ab und dient damit als maßgeblicher Indikator für den inländischen Heizölpreis.

Die OPEC kündigte im September an, das eigene Ölangebot reduzieren zu wollen und auch Russland solle sich an einer solchen Maßnahme beteiligen, um das Niveau der Ölpreise zu stabilisieren. Die Ölpreise stiegen in der Folge um 15 Prozent in die Höhe. Zuletzt gaben die Preise dann aber wieder nach, da immer mehr Zweifel an der Umsetzbarkeit einer solchen Maßnahme aufgekommen sind.

So beanspruchen Länder wie der Iran, Libyen und Nigeria eine Ausnahmeregelung für sich, da deren Ölproduktion nach dem Embargo bzw. bewaffneten Konflikten deutlich unter deren Möglichkeiten liegt. Auch der Irak schloss eine Reduzierung der eigenen Förderung zuletzt auch, zeigt sich mittlerweile aber kompromissbereit(er).

Der Irak war bisher von Quoten-Regelungen ausgenommen, um die Ölindustrie nach den Kriegen mit den USA wieder aufzubauen zu können. Die irakische Regierung argumentiert, dass man ohne die Kriege fast doppelt so viel Öl fördern würde, wie bisher. Außerdem werden die Einnahmen der Ölexporte benötigt, um den sogenannten Islamischen Staat zu bekämpfen.

Wenn sich mit dem Irak der zweitgrößte Produzent des Kartells nicht an einer gemeinsamen Kürzung beteiligt und die anderen Länder ihre Produktion steigern, müssten die übrigen OPEC Mitglieder ihre Förderung entsprechend deutlicher drosseln. Dabei ist unklar, welche Länder das dann überhaupt leisten können und wollen.

Saudi-Arabien lehnt daher eine Sonderstellung des Iraks klar ab. Verhandlungen zu den individuellen Quoten und Kürzungen werden sich noch bis Ende November hinziehen. Bei dem dann stattfindenden OPEC Treffen soll das endgültige Abkommen präsentiert werden.

Meldungen in dem Zusammenhang werden die Ölpreisentwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen. Von deutlich sinkenden Ölpreisen ist weniger auszugehen, solange ein Abkommen zur Reduzierung des Ölangebotes möglich bleibt.

Entwicklung Eurokurs

Nachdem der Eurokurs zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit März dieses Jahres gefallen ist, festigt er sich momentan leicht oberhalb von 1,09 US-Dollar. 

Heute rücken die Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA in den Fokus der Anleger. Positive Wachstumszahlen könnten dem Dollar weiteren Auftrieb verleihen und den Euro im Gegenzug belasten.

Grundsätzlich ist aber von einer anhaltenden Stärke des Dollars auszugehen. Dieser profitiert von der steigenden Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank Fed.

Ein höherer Leitzins macht wiederum eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Das in Verbindung mit der politischen Unsicherheit in Europa, könnte den US-Dollar laut Prognosen großer Banken in diesem Jahr noch bis auf 1,05 Euro treiben.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen vor dem Wochenende leicht an. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet 56,73 Euro pro 100 Liter Heizöl. In den südlichsten Regionen Deutschlands kostet der Liter Heizöl zuletzt fast drei Cent mehr als im Norden.

Für die Tankläger im Süden spielt die Schiffsversorgung über den Rhein eine entscheidende Rolle. Dessen Niedrigwasser führte zu steigenden Frachtkosten, da die Schiffe bei den niedrigen Pegelständen die Beladung reduzieren mussten. Inzwischen entspannt sich die Lage, sodass die regionalen Preisunterschiede langsam schrumpfen werden.

Für die kommende Woche rechnen wir aktuell nicht mit deutlich sinkenden Heizölpreisen. Dafür werden ein steigender Eurokurs und sinkende Ölpreise benötigt. Ersteres ist bis zum Zinsentscheid der US-Notenbank im Dezember unwahrscheinlich. Sinkende Ölpreise sind nur dann zu erwarten, wenn das OPEC Meeting Ende November ergebnislos endet, also kein Abkommen zur Reduzierung des Angebotes umgesetzt wird.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, raten wir weiterhin dazu, jetzt Heizöl zu kaufen. Die Ende September sprunghaft angestiegene Heizöl-Nachfrage führt zu steigenden Lieferzeiten. In vielen Regionen können sehr kurzfristige Lieferungen nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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