Heizölpreise steigen um etwa einen Euro an

9. September 2015

Heizölpreis gestiegen 09_09_2015

Steigende Ölpreise und ein schwächer werdender Euro sorgen heute für ansteigende Heizölpreise. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt etwa 58 Euro pro 100 Liter.

Ölpreisentwicklung

Nach dem US-Feiertag am Montag starteten die Marktteilnehmer gestern zunächst zurückhaltend in den Handel. Berichte um die OPEC, die nun auch in Mexiko für Unterstützung bei Produktionskürzungen werben soll, und anziehende Aktienmärkte sorgten dann an den Warenterminbörsen ICE und NYMEX für ansteigende Ölnotierungen. Diese gingen schließlich mit neuen Tageshochs aus dem Handel.

Heute kostet ein Barrel der europäischen Rohölsorte Brent 50,58 US-Dollar, etwa zwei Dollar mehr als am Dienstagmorgen. Die für den Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt heute mit 482,50 US-Dollar pro Tonne zehn Dollar höher als gestern.

Vor allem die Meldung, Mexiko wolle bei Produktionskürzungen mit der OPEC kooperieren, sorgte gestern für eine Aufwärtsentwicklung bei den Ölpreisen. Die mexikanische Regierung soll in Gesprächen mit dem iranischen Ölminister Bijan Zanganeh die Bereitschaft zu einer Kooperation mit der OPEC gezeigt haben, sollten von der Organisation Produktionskürzungen beschlossen werden. Auf weitere Details ging Zanganeh nicht ein.

Die OPEC Mitgliedsstaaten Iran und Venezuela sind derzeit bemüht, ölfördernde Staaten außerhalb der OPEC von einer gemeinsamen Produktionskürzung zu überzeugen, um damit auf den starken Ölpreisverfall zu reagieren. Beide Länder können den derzeit niedrigen Ölpreis nicht mit einer Produktionssteigerung kompensieren. Während in Venezuela die freien Förderkapazitäten fehlen sollen, ist der Iran noch mit Sanktionen belegt. In Folge des Atomabkommens sollen diese Exportverbote jedoch bald aufgehoben werden. Die deutlich steigenden Ölexporte aus dem Iran können dann grundsätzlich dafür sorgen, dass der Ölpreis wegen des hohen Angebotes noch weiter sinkt.  

OPEC Mitglied Saudi-Arabien hatte in der Vergangenheit mehrfach klargestellt, nur dann zu Produktionskürzungen bereit zu sein, wenn andere große Produzenten wie Russland oder Mexiko ebenfalls weniger Öl fördern. Die russische Regierung hatte zwar zuletzt eine Reduzierung der Ölproduktion abgelehnt, sich jedoch mit Venezuela auf gemeinsame „Initiativen“ zur Stabilisierung der Ölpreise verständigt. Um welche Maßnahmen es sich dabei handelt, bleibt jedoch unklar. Russische Vertreter sollen zum nächsten regulären OPEC Meeting am 4. Dezember eingeladen werden.

Bei diesem Meeting soll darüber hinaus der Beitritt Indonesiens zur OPEC beschlossen werden. Ein entsprechender Antrag soll schon gestellt worden sein. Indonesien war 2009 aus der Organisation erdölexportierender Länder ausgetreten, nachdem das Land mehr Öl importierte als exportierte. Zuvor war Indonesien über 47 Jahre Mitglied der OPEC gewesen.

Mit dem Beitritt Indonesiens zur OPEC steigt die Mitgliederzahl der Organisation auf 13 Länder. Da dadurch auch die Gesamtproduktion der OPEC zunimmt, steigt der Marktanteil der OPEC an der weltweiten Ölförderung.

Entwicklung Eurokurs

Trotz enttäuschender Außenhandelsdaten sind die chinesischen Aktienmärkte seit Dienstag im Aufwind. Zuletzt hatten schlechte Konjunkturdaten aus China den US-Dollar geschwächt und den Euro im Gegenzug gestärkt. Durch die anziehenden Aktienmärkte kann der Dollar jetzt aber wieder Kursgewinne verzeichnen und schwächt damit die europäische Gemeinschaftswährung.

Trotz der Veröffentlichung einer positiven Außenhandelsbilanz aus Deutschland und einem Bruttoinlandsprodukt der Eurozone, das über den Erwartungen liegt, steht der Euro heute bei 1,1154 US-Dollar, nachdem er gestern zeitweise über der Marke von 1,12 Dollar lag.

Heizölpreisentwicklung

Die gestiegenen Ölnotierungen und der schwächer gewordene Euro sorgen heute für ansteigende Heizölpreise. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 58,02 Euro pro 100 Liter, ungefähr einen Euro mehr als gestern.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preiseinbrüchen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigt, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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