Ölpreis-Anstieg verliert an Schwung

Heizoelpreis sinkt 131016

Die Spekulationen rund um die Kürzung der Fördermengen durch die OPEC und Russland verlieren zunehmend an Wirkung. Der Anstieg der Ölpreise verliert damit an Schwung, auch wenn andersherum das Abwärtspotenzial vorerst begrenzt bleibt. Die Heizölpreise sinken heute leicht.

Ölpreisentwicklung

Gestern entwickelte sich im Tagesverlauf eine leichte Abwärtsdynamik bei den Ölpreisen. Damit zeigt sich die 50 US-Dollar Marke weiter als wichtige Grenzlinie. Oberhalb von 50 US-Dollar pro Barrel wird die Förderung in den USA immer wirtschaftlicher.

Amerikanische Ölproduzenten beginnen ihre künftige Förderung über Termingeschäfte zu vermarkten. Damit werden die aktuell vergleichsweise hohen Preisniveaus für die Ölförderung in den kommenden Monaten abgesichert. Geplante Förder-Projekte blieben dann auch bei einem möglicherweise erneut eintretenden Preisverfall rentabel.
 
Diese zusätzlichen Verkäufe belasten die Ölpreise. Der Preis für das amerikanische WTI Öl fiel in der Folge wieder unter 50 US-Dollar. Für viele Analysten ist klar, dass nur frische Impulse für eine weitere Preisrally sorgen können. Der „OPEC Effekt“ ist weitgehend eingepreist.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Das europäische Nordseeöl Brent wird heute Morgen für 51,47 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das sind etwa zwei Dollar weniger als zum Wochenstart, wo ein neues Jahreshoch erreicht wurde. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, liegt mit 462,50 US-Dollar je Tonne etwa zehn Dollar unter dem Kurs vom Montag. 

Die aktuellen Monatsberichte der IEA (Internationale Energieagentur) und der OPEC bestätigen die zuvor schon erwartete Steigerung bei der Ölförderung des Kartells. Daneben erreicht auch die russische Produktion monatlich neue Rekordstände.

Die Produzenten verdienen aktuell so viel wie seit einem Jahr nicht mehr. Wenn ein Abkommen der OPEC an dem sich auch Russland beteiligt umgesetzt wird, werden die Produktionsmengen reduziert oder zumindest begrenzt werden. Steigen die Ölpreise nicht weiter, gehen Einnahmen verloren.

Ölproduzenten wollen sich daneben auch vor einer möglichen Produktionsbegrenzung in eine gute Verhandlungsposition bringen. Wenn die Begrenzung der Fördermengen anhand der Marktanteile vorgenommen wird, steigt der Anreiz die Förderung vorher zu erhöhen und den eigenen Marktanteil auszubauen.

Mit Nigeria, Libyen und dem Iran haben drei OPEC Mitglieder eine signifikante Produktionsausweitung angekündigt. Ein Abkommen wird vermutlich immer schwieriger zu erreichen sein, wenn die zu kürzende Menge immer größer wird.

Die nächsten Wochen sollten nun zeigen ob die OPEC Ankündigung auch zur Umsetzung kommt und in welcher Form. Ohne die Aussicht auf eine nachhaltige Reduzierung der Fördermengen bleibt ein Abbau der sich auf Rekordniveau befindenden Öl- und Produktbestände unwahrscheinlich.

Klar ist aber auch, dass die OPEC nun liefern muss. Ein Rückzieher von den deutlichen Ankündigungen ist kaum noch vorstellbar. Dieser würde vermutlich zu einem dramatischen Einbruch der Ölpreise führen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs befindet sich auf den tiefsten Stand seit Ende Juli und kann sich nur noch knapp oberhalb von 1,10 US-Dollar halten.

Der US-Dollar wird einerseits durch die sinkende Wahrscheinlichkeit eines Wahlsieges von Donald Trump gestärkt, aber auch durch die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Leitzinsanhebung durch die US-Notenbank Fed im Dezember.

Am Finanzmarkt wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember nun bei rund 70 Prozent gesehen. Daneben wird auch die konjunkturelle und politische Entwicklung der Euro-Zone mehr und mehr hinterfragt.

Ein höherer Leitzins macht eine Währung für Anleger attraktiver und stützt damit deren Wechselkurs. Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Dollarkurs, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis sinkt heute leicht. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 56,27 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Gestern erreicht der Heizöl Tagespreis mit 56,5 Cent pro Liter den höchsten Stand des Jahres. Zu den festen Ölpreisen und der stark gestiegenen Heizöl-Nachfrage kommt nun auch noch eine Euroschwäche. Deutlicher sinkende Heizölpreise sind vorerst eher nicht in Sicht.

Insbesondere wenn sich der Tankinhalt dem Ende nähert, sollten Sie so schnell wie möglich Heizöl kaufen. Die ohnehin saisonal steigende Heizöl-Nachfrage wird durch den „OPEC-Effekt“ zusätzlich gestärkt. In einigen Regionen können kurzfristige Lieferzeiten nur noch telefonisch abgestimmt werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder ein heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie ohnehin mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit inkl. Postweg kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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