Ölpreis stabilisiert sich – Neue Hinweise auf Verlängerung des OPEC-Deals

18. April 2017

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Der Aufwärtstrend der Ölpreise der vergangenen Woche ebbt ab. OPEC-Staaten sehen den Ölpreis mittelfristig bei 60 Dollar. Neue Signale zur Verlängerung von Förderbeschränkungen für die zweite Jahreshälfte 2017. US-Ölproduktion steigt indes weiter.

Ölpreisentwicklung


Nachdem die Handelsplätze am Karfreitag geschlossen blieben, setzte sich der stabilisierende Trend vom Donnerstag fort. Der unter anderem durch die politischen Eskalationen im Nahen Osten und ostasiatischen Raum getriebene Preisanstieg der vergangenen Wochen, konnte sich zur Wochenmitte nicht mehr fortsetzen. Mit Sicherheit kann davon ausgegangen werden, dass die Börsen insbesondere die Entwicklung in Nord-Korea aufmerksam beobachten. 


Mit der sich vorerst beruhigenden weltpolitschen Lage, rücken vor allem Äußerungen von Vertretern der OPEC-Staaten in den Fokus. So konnte vernommen werden, dass eine Preismarke von 60 US-Dollar / Barrel als realistisch für die Preisentwicklung in diesem Jahr angesehen wird. Stützend für dieses Ziel sorgen neue Aussagen Saudi Arabiens. Danach haben alle Staaten des Kartells, aber auch Russland weiterhin das Ziel, die Märkte durch eine Beibehaltung der Förderquoten in Balance zu halten. 


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert heute Morgen bei 55,40 US-Dollar. Das ist leicht über dem Schlusspreis vom handelsschwachen Montag (55,36 US-Dollar). Bereits am vergangenen Donnerstag konnte die 56 Dollarmarke nicht mehr durchbrochen werden. 

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert mit aktuell 494,50 für die Lieferung im Mai ebenfalls unter dem Schlusspreis vom Montag (497,50 US-Dollar) und liegt damit leicht unter dem Vorwochenniveau.

Öl-Preis bald dauerhaft bei 60 US-Dollar?

Mit der Ankündigung einen dauerhaften Öl-Preis von 60 US-Dollar zu etablieren sorgt der irakische Öl-Minister al-Luaibi für Aufsehen. Wie zu vernehmen ist, betrachten die führenden Öl-Förderstaaten Kuwait und  Saudi-Arabien die 60-Dollarmarke ebenfalls als realistisch. Das Kalkül liegt auf der Hand, denn insbesondere der Irak ist nach über einem Jahrzehnt Krieg und politischer Instabilität von den Einnahmen aus der Öl-Förderung abhängig. Ein stabiler Ölpreis um die die 60 Dollarmarke könnte für wirtschaftliches Wachstum sorgen, den Staatshaushalt stärken und darüber hinaus neue Investitionen in die Öl-Förderungsinfrastruktur ermöglichen. 

Die zweite wichtige Meldung des heutigen Handelstages sind Äußerungen Saudi Arabiens zur Einhaltung der Förderbeschränkungen bis zur Mitte dieses Jahres. Ende letzten Jahres einigten sich die Staaten des OPEC-Kartells, aber auch weitere wichtige ölproduzierende Staaten wie Russland, auf Förderquoten um die damals stagnierenden Ölpreise zu stabilisieren. Die nun getätigten Äußerungen werden als deutliches Signal verstanden, dass eine Verlängerung der Förderquoten über Juni hinaus vom Kartell angestrebt wird. 

Insgesamt deckt sich auch diese Meldung mit Verlautbarungen der letzen Wochen, dass eine Verlängerung des Förderdeals Ende Mai seitens der Vereinigten Arabischen Emirate gewünscht ist. An den Handelsplätzen sorgen diese Meldungen oft für leichte Preissprünge, welche sich aber meist als nicht nachhaltiger zeigen. Erst mit einem neuen Abkommen könnten substanzielle Auswirkungen auf die Ölpreise erreicht werden.

US-Ölproduktion bleibt im Fokus

Selbst wenn es zu einer Einigung der OPEC-Staaten und ihrer Partner kommt, könnten die positiven Auswirkungen auf den Ölpreis dennoch durch einen weiteren wichtigen Faktor auf den Öl-Märkten abgeschwächt werden. Die USA kann als Nutznießer des OPEC-Kartells betrachtet werden und zieht zurzeit deutliche Vorteile aus den Förderbeschränkungen. 

Im Prinzip ist die Rechnung einfach: Die OPEC-Staaten sorgen mit einer eingeschränkten Förderung für eine künstlich herbeigeführte Verknappung von Rohöl-Produkten an den Märkten. Dadurch stabilisiert sich der Öl-Preis. Die US-Produzenten möchte von den stabilen Preisen ebenfalls profitieren und erhöht parallel zu den Förderbeschränkungen der OPEC-Staaten ihre eigene Produktion. Die künstlich herbeigeführte Verknappung wird auf diese Weise ausgehebelt und der Öl-Preis gerät wieder unter Druck.
Der in der vergangenen Woche ausgegebene Baker Hughes Report, ein Index über alle aktiven Öl-Förderanlagen im US-Markt, stützt dieses Bild. Danach konnte nun mittlerweile zum 13. mal in Folge ein Anstieg der US-Förderanlagen verzeichnet werden. Die Förderung mit der „verhältnismäßig teuren“ Fracking Methode nimmt weiterhin zu. Im Gegensatz zur konventionellen Öl-Förderung werden beim Fracking verschiedene chemische Substanzen in ölhaltiges Schiefergestein gepresst, was wiederum zu einer Freisetzung des Öls führt.

Unter Beachtung des US-Ölmarktes und seines Förderverhalten, bleibt es insgesamt spannend, ob die OPEC-Konferenz Ende Mai tatsächlich zu einem Preisniveau von 60 US-Dollar für die maßgebliche Rohöl-Sorte Brent führen kann. 


Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs notiert aktuell bei 1,0648 US-Dollar und damit nahezu unverändert gegenüber dem Schlusspreis vom Vortag.
 
Für den heutigen Handelstag könnten vor allem Konjunkturdaten aus den USA für Bewegung sorgen. Auch die Entwicklung im Spannungsfeld USA und Nord-Korea bleibt im Fokus der Handelsplätze.  
Entwicklung Eurokurs

Heizölpreisentwicklung

Die Rechnung ist einfach: Nachgebende Ölpreise und ein stärkerer Euro sorgten für niedrigere Heizölpreise vor Ostern. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet momentan im bundesweiten Durchschnitt rund 60,22 Cent pro Liter Heizöl. Über das Osterwochenende waren es noch 60,54 Cent.

Heute wäre also der ideale Zeitpunkt zu reagieren und sich für die Heizöllieferung zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. So sichern Sie sich ein Preisniveau, dass sich nun nach den Feiertagen bereits wieder deutlich verändern könnte – und dabei stehen die Chancen für kurz- und mittelfristige weitere Anstiege nicht schlecht. Denn dann sind wieder alle Marktteilnehmer aktiv und Faktoren wie die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea sowie sinkende Bestände von OPEC-Ländern spielen dabei eine große Rolle.

Mit dem baldigen Heizölkauf können unsere Kunden den weiteren kurz- und mittelfristigen Preisveränderungen gelassen entgegensehen – ganz gleich, wie diese aussehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie  Heizöl auf Raten oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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