Ölpreis weiter auf Abwärtstrend

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Zum aktuellen Zeitpunkt fehlen dem Ölpreis stützende Signale. Ein Einfrieren der Ölfördermengen scheint zunehmend unwahrscheinlich. Hinzu kommen eine Rekordförderung der Russen, sowie ein Ölnachfragerückgang im Januar. Dementsprechend gab der Ölpreis gestern weiter nach, sodass sich für heute weitere Preisnachlässe beim Heizölpreis ergeben.

Ölpreisentwicklung

Am Freitag machte der stellvertretene Kronprinz Saudi-Arabiens deutlich, dass die Beteiligung an einer Produktionsbeschränkung nur dann möglich sei, wenn auch der Iran teilnimmt. Da dieser sich jedoch weiterhin dagegen wehrt und die Produktion weiter ausbaut, nimmt in den Augen vieler Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Einigung ab. Dies drückte den Ölpreis bereits gestern Morgen.

Dem hinzu kam die Meldung, dass Russland im März so viel Öl förderte, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Und auch die großen Produzenten machen aktuell nicht den Anschein, die Ölproduktion in nächster Zeit einschränken zu wollen. Da es damit derzeit keine stützenden Faktoren für den Ölpreis gibt, gab dieser auch in der vergangenen Nacht weiter nach.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 37,55 US-Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 318,50 US-Dollar je Tonne notiert. Beide Notierungen haben damit deutliche Verluste zu verzeichnen. ICE Gasoil kostet heute im Vergleich zur Vorwoche mehr als 30 US-Dollar weniger.

Mit der sinkenden Chance auf eine Produktionsbeschränkung der großen Ölproduzenten fehlen dem Ölpreis stützende Impulse. Denn die Aussicht auf eine Einigung bei dem Treffen am 17. April  war nach der Meinung vieler der Hauptgrund für die Preisrallye der letzten zwei Monate. Bei diesem Treffen sollte die Fixierung der Ölfördermenge auf Januar-Niveau festgelegt werden. Ohne diesen Faktor besteht jedoch keine weitere Rechtfertigung für steigende Ölpreise.

Einige Marktteilnehmer hatten ohnehin nicht an den Erfolg dieser Maßnahme geglaubt. Jedoch steigerte es die Hoffnung, dass damit weitere Maßnahmen folgen würden, die das Überangebot reduzieren könnten. Die aktuelle Marktlage deutet allerdings mehr darauf hin, dass der Zusammenhalt innerhalb der OPEC nicht allzu stark ist.

So baut der Iran seine Ölexporte weiter aus. Saudi-Arabien und Kuwait kündigten an, ein gemeinsam betriebenes Ölfeld wieder zu aktivieren. Und auch die libysche Regierung möchte seine Ölexportterminals wieder in Betrieb nehmen. Eine angestrebte Reduzierung in naher Zukunft ist dabei ganz und gar nicht zu erkennen. Und auch Russland macht nicht den Anschein, die Produktion herunterfahren zu wollen. Im März wurde dort die höchste Fördermenge seit 30 Jahren verzeichnet.

Zu alle dem hat die EIA (Internationale Energie Agentur) gestern einen Nachfrage Rückgang in den USA gemeldet. So sei dort im Januar die Nachfrage nach Ölprodukten im Jahresvergleich um 2,5 Prozent gesunken. Damit schwindet nun auch die Hoffnung, dass die Nachfrage das Überangebot im Jahr 2016 etwas abbauen könnte. Analysten sehen bei der aktuellen Marktlage daher weitere Abwärtsbewegungen als sehr wahrscheinlich.

In dieser Woche könnte der Bericht des Departements of Energy (DOE - Energieministerium der Vereinigten Staaten) zur aktuellen US-Ölindustrie noch mal für Bewegung sorgen. Zuletzt wurde in den USA nur knapp über der Marke von neun Millionen Barrel pro Tag produziert. Sollte die geförderte Menge nun unter diese Grenze rutschen, könnte dies  die Notierungen am Ölmarkt etwas stützen.

Entwicklung Eurokurs

Auch am heutigen Morgen kann der Eurokurs sich über der 1,13 US-Dollar Marke halten und wird derzeit bei 1,1358 US-Dollar notiert.

Da Öl grundsätzlich in der amerikanischen Währung gehandelt wird, macht der schwache Dollar Öl für Investoren außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 42,12 Euro pro 100 Liter. Damit kostet Heizöl aufgrund der gesunkenen Ölpreise um einiges weniger als noch letzte Woche.

Da die Heizöl-Nachfrage in den letzten Tagen stark nachgelassen hat, ist nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten zu rechnen.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen.

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