Ölpreise auf Jahrestief

Heizoelpreise sinken 100317

Anstieg der US-Ölreserven zieht ein Abrutschen der Ölpreise nach sich. In Libyen sinkt sicherheitsbedingt die Ölproduktion. Wird die OPEC auch in der zweiten Jahreshälfte die Fördermengen drosseln?

Ölpreisentwicklung

Am Donnerstag sind die Ölpreise nach einem Preisrutsch am Vormittag auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr gefallen. Als Grund sehen die Händler einen nach wie vor starken Anstieg der US-Ölbestände und somit ein deutlich vorherrschendes Angebot an Öl. Dieser Anstieg geht mittlerweile bereits in die neunte Woche. Die Ölproduktion in den USA war auf nahezu 9,1 Millionen B/T gestiegen. Dieser Wert stellt das höchste Niveau seit über einem Jahr dar.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent startet heute Morgen mit 52,54 US-Dollar in den Tag, das sind +0,50 US-Dollar zum Schluss Donnerstag. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im März aktuell bei 465,00 US-Dollar und somit mit einem Plus von +5,50 US-Dollar zum Schlusspreis vom Donnerstag.

Die gestiegenen US-Ölreserven ziehen am Donnerstag ein Abrutschen des Ölpreises auf knapp über 50 US-Dollar nach sich. Diese Entwicklung könnte die OPEC zu weiteren Förderkürzungen zwingen. Jüngste Zahlen der US-Energie-Agentur (EIA) verdeutlichten, dass die US-Ölbestände in der vergangenen Woche um 8,2 Millionen Barrel gestiegen waren. Nicht nur die EIA-Zahlen dürften den Ausschlag für ein Abrutschen der Ölpreise geben. Eine bedeutende Rolle spielt hier auch die OPEC. Nach wie vor sind sich die Mitglieder des Förderkartells uneinig, ob sie auch in der zweiten Jahreshälfte die Fördermengen limitieren werden und so die Preise stabilisieren können. Fraglich ist, ob die OPEC-Staaten dazu bereit sind, ihre Produktion zu drosseln und damit auf einen Teil ihrer Einnahmen zu verzichten. Klarheit soll die im Mai stattfindende Konferenz der OPEC-Minister bringen.

Nach wie vor ist die Sicherheitslage in Libyen unklar. Eines der größten Ölfelder musste seine Produktion stoppen, große Ölterminals bleiben immer noch geschlossen. Dies bedeutet, dass die Ölproduktion vor Ort dadurch zurückgeht und Libyen einen Beitrag zur Drosselung der Förderungen leistet.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs steigt etwas an. Heute Morgen notiert er bei 1,0591 US-Dollar und damit etwas höher als am Abend zuvor. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,0551 US-Dollar festgesetzt (Mittwoch: 1,0556 US-Dollar).

In den USA läuft der Jobmotor. In der Privatwirtschaft hat man den höchsten Anstieg an Jobauslastung seit nahezu drei Jahren erreicht. Glaubt man den Mitteilungen des privaten Arbeitsdienstleisters ADP, so ist die Zahl der Beschäftigten im Februar um 298.000 gestiegen. Diese Zahlen sind ein wichtiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht der am heutigen Freitag veröffentlich wird. Sollten die Daten positiv ausfallen, gilt eine Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed bereits im März als sicher.

Großbritannien möchte bis Ende März offiziell den Austritt aus der Europäischen Union erklären. Dieser würde eine etwa zweijährige sogenannte Übergangsphase der beiderseitigen Entflechtungen nach sich ziehen. Hierbei ginge es vor allem um die Zahlungsverpflichtungen Großbritanniens gegenüber der EU, insbesondere um Zusagen für den EU-Haushalt oder Pensionszahlungen für europäische Beamte. Eine Forderung an London, die sich auf bis zu 60 Milliarden Euro belaufen könnte. Bei der Volksabstimmung über den Brexit hätten die Briten auch ihre Stimme dafür abgegeben, nicht jedes Jahr enorme Beträge an die Europäische Union zu zahlen. Bis Mitte kommender Woche soll es hierzu offizielle Neuigkeiten geben.

Heizölpreisentwicklung

Die Ölpreise haben heute Morgen erneut deutlich nachgegeben. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 57,8 Cent pro Liter Heizöl. Gestern waren es zur gleichen Zeit 58,8 Cent pro Liter.

Auch wenn die Witterung derzeit recht mild ist und vollkommen unklar ist, wie sich die Preise in 2017 letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu handeln und sich das aktuelle Preisniveau zu sichern und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. 

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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