Ölpreise im Minus – Euro weiterhin stark

2. Mai 2017

Heizoelpreise sinken 020517

Russland vermeldet Umsetzung der Förderkürzung von 300.000 Barrel / Tag. US-Ölproduktion weiter auf Wachstumskurs. Libyens Ölproduktion steigt auf Höchststand seit 2014.

Ölpreisentwicklung

Am Montag blieben viele Handelsplätze aufgrund des Feiertages zum Tag der Arbeit geschlossen. An den verbliebenden Märkten beeinflussten vor allem Meldungen aus Libyen und den USA das Handelsgeschehen. Am Wochenende konnte Libyen nach eigenen Angaben seine Roh-Ölproduktion auf über 490.000 Barrel / Tag anheben. Erst in der letzten Woche nahmen nach kriegerischen Auseinandersetzungen die wichtigen Öl-Felder Sharara und El-Feel ihre Produktion wieder auf.

Aus den USA beeinflussten vor allem Meldungen zu neuen Rekordbeständen an Öl-Produkten wie Benzin und Diesel den Handel. Weiterhin konnte eine erneute Zunahme Öl-Förderanlagen im US-Markt zum Ende der letzten Woche vernommen werden, was ebenfalls für Preisdruck sorgte.

Positiv wirkte sich eine Meldung aus Russland aus. Danach hat Russland die Einhaltung der Förderbeschränkung von 300.000 Barrel / Tag nun erreicht.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert aktuell bei 51,40 US-Dollar und liegt damit leicht unter dem Schlusspreis vom Montag mit 51,52 US-Dollar. Der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil, notiert aktuell bei 447,00 US-Dollar für die Lieferung im Mai. Der Schlusspreis für Montag lag etwas höher bei 448,00 US-Dollar. Noch vor zwei Wochen lag der Preis noch auf einem Niveau von 497,00 US-Dollar.

US-Ölförderung weiter auf Wachstumskurs

In den letzten Wochen konnten aus den USA durchgehend eine Zunahme der Fördermengen an Rohöl und parallel eine Zunahme der Förderanlagen vermeldet werden. In den ersten drei Monaten diesen Jahres ist die Fördermenge um monatlich bereits 80.000 Barrel / Tag gestiegen. Sollte sich dieses Tempo in den nächsten Monaten fortsetzen, könnte die Tagesproduktion im US-Markt die Marke von 10 Millionen Barrel / Tag durchbrechen.

Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Zum einen steigt saisonbedingt die Nachfrage an verarbeiteten Öl-Produkten wie Benzin und Diesel. Zum anderen sorgen insbesondere die weltpolitische Situation aber auch die Mengenbegrenzungen der OPEC für ein verhältnismäßig stabiles Preisniveau an den Welt-Ölmärkten. Noch vor wenigen Jahren wären die aktuellen Preise für viele Produzenten in den USA noch nicht rentabel gewesen. Aufgrund von Effizienzsteigerungen der Anlagen und der Fördertechniken, ist eine Förderung bereits beim aktuellen Preisniveau rentabel.

Russland setzt OPEC-Ziel um

Zum Ende des letzten Jahres einigten sich die Mitglieder  des OPEC-Kartells aber auch weitere Staaten auf die Begrenzung ihrer Fördermengen. Ziel war der Abbau der weltweiten Rohöl-Bestände und damit eine Stabilisierung der Ölpreise. Auch Russland beteiligte sich an dem Abkommen, welches zur Mitte des Jahres ausläuft.

Bisher hielt sich Russland weitestgehend bedeckt über die Einhaltung seines Beitrages zum Abkommen. Nach Meldungen vom Freitag, hat das Land nun die Einhaltung der Förderbegrenzung um 300.000 Barrel pro Tag bestätigt. Ende Mai wird es in Wien neue Verhandlungen der OPEC und seiner Partner geben. Ziel ist die Verlängerung der Förderquoten bis zum Ende des Jahres. Russland hat sich bisher noch nicht über seine Absichten geäußert oder gar Bedingungen für eine Einwilligung in ein neues Abkommen gestellt.

Gerade für die großen OPEC-Staaten wie Saudi Arabien ist eine Teilnahme Russlands Bedingung für die Fortführung des Deals. Ohne Russland, als einer der größten Öl-Produzenten der Welt, haben die Auswirkungen der Fördermengenbegrenzung nicht genug Einfluss auf die weltweiten Bestände. Eine für  die ölproduzierenden Staaten positive Auswirkung auf den Preis könnte so nicht erreicht werden.

Natürlich setzt auch das Gebahren der US-Produzenten die OPEC unter Druck. Es wird eine Herausforderung sein, die Mitglieds- und Partnerstaaten von einer Förderquote zu überzeugen, wenn eine potenzielle Reduzierung der Fördermengen durch die USA wieder ausgeglichen wird.

Entwicklung Eurokurs

Bereits am Montag konnte der Euro die 1,09 Marke durchbrechen und verbleibt mit 1,091 US-Dollar auch am Dienstagmorgen auf diesem Niveau. Die EZB hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,0930 US-Dollar festgelegt.

Grund für den aktuellen Höhenflug ist die Erwartung der Fortführung der guten konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone. Auch für den heutigen Handelstag werden vor allem Stimmungsdaten aus Industrie und Handel der Eurozone für Einfluss sorgen.

Heizölpreisentwicklung

Auch zum Start der ersten Maiwoche profitieren Verbraucher aufgrund der Ölpreisentwicklung und des starken Euro weiterhin von leicht sinkenden Heizölpreisen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 55,12 Cent pro Liter Heizöl. Am Freitag waren es noch 55,98 Cent.

Es lohnt sich, dieses Preisniveau zu sichern und sich jetzt für den Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere bei einem fast leeren Tank. Denn die Preise könnten ihre Kehrtwende fortsetzen.

Dennoch ist vollkommen unklar, wie sich das Öljahr 2017 letztendlich entwickeln wird. Und dieser Unsicherheit gehen Sie mit einem baldigen Heizölkauf aus dem Weg.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie der Heizöl-Finanzierung oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.