Ölpreise nach OPEC Meeting unter Druck

7. Dezember 2015

Heizoelpreis sink 07-12-2015

Die Ölpreise haben nach dem OEPC Meeting am Freitag weiter nachgegeben. Das Kartell konnte sich nicht auf eine Reduzierung der Förderquote einigen. Der Euro hat gegenüber dem Dollar etwas verloren, der Preiseinbruch an den Ölbörsen wiegt allerdings schwerer. Die Heizölpreise werden heute wieder sinken.

Ölpreisentwicklung

Der europäische Ölpreis-Index Brent notiert aktuell bei 42,76 US-Dollar pro Barrel. Die für den inländischen Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil ist wieder unter die 400 US-Dollarmarke gesunken und derzeit bei 395 US-Dollar pro Tonne.

Am Freitag fand das halbjährliche Treffen der OPEC in Wien statt. Die Produktionsquote wurde dabei laut Meldungen weder diskutiert noch angepasst. Dass heißt, die OPEC Mitglieder werden weiter so viel Öl produzieren wie sie wollen und können.

Neben der Ölproduktion war die Festlegung des Zeitpunktes für das nächste Meeting von Bedeutung. Ein Abweichen vom üblichen Halbjahreszyklus hätte als Signal gewertet werden können, dass eine Kürzung der Produktion nicht ganz vom Tisch ist. Das nächste Treffen findet allerding erst am 2. Juni 2016 statt, demnach spricht auf absehbare Zeit nichts für eine Produktionskürzung.

Anfang Januar werden die Sanktionen gegen den Iran vermutlich aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt ist mit einer deutlichen Produktions- und vor allem Exportsteigerung zu rechnen. Hinzu kommt, dass auch der Irak seine Produktion und Exporte deutlich steigern möchte.

Diese zusätzlichen Exportmengen können dafür sorgen, dass die Überversorgung und damit der Druck auf die Ölpreise auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Der Wettbewerb um Marktanteile wird sich mit der Aufhebung der Sanktionen vermutlich sogar noch einmal verstärken.

Saudi-Arabien hatte zuletzt die Ölpreise für Januar Lieferungen nach Europa und Asien drastisch reduziert. Das Land macht mit dieser Preispolitik klar, dass es seine Marktanteile auch nach der Rückkehr der iranischen Exporte verteidigen möchte. In Europa und Asien hatte der Iran vor den Sanktionen die meisten Abnehmer für seine Ölexporte.

In der kommenden Woche werden voraussichtlich die Ölbestände und Lagerkapazitäten wieder im Mittelpunkt des Marktgeschehens rücken. Die OECD Ölbestände sind auf einem Rekordniveau und auch in den USA liegen die Rohölbestände nur noch geringfügig  unter dem absoluten Rekordwert von Ende April.

In der Folge werden die Lagerkapazitäten auf dem Festland knapp. Als Alternative dienen Öltanker, die immer  längere Routen auf sich nehmen, um den Verkäufern Zeit zu verschaffen, Abnehmer für ihr Öl zu finden.

Für die Euro- oder Ölpreisentwicklung möglicherweise einflussreiche Wirtschaftsdaten der Woche im Überblick*:

Dienstag, 08.12.2015

  • Vorabschätzung US-Ölbestandsdaten American Petroleum Institute (API)
  • Bruttoinlandsprodukt Eurozone

Mittwoch, 09.12.2015

  • Offizielle US-Ölbestandsdaten Department of Energy (DOE)

Freitag, 11.12.2015

  • Baker Hughes Wochenreport (Anzahl aktive US-Bohranlagen)

*Termine ohne Gewähr

Entwicklung Eurokurs

Ein Euro ist momentan 1,0822 US Dollar wert. Das sind immer noch fast drei Cent mehr als vor einer Woche. Nachdem die EZB ihre Geldpolitik am vergangenen Donnerstag weniger stark gelockert hatte als erwartet, war der Eurokurs drastisch gestiegen, gibt seitdem aber wieder etwas nach.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis liegt zum Wochenstart im bundesweiten Durchschnitt unter 50 Cent pro Liter, der tiefste Stand seit über sechs Jahren. Im Moment spricht wenig für steigende Heizölpreise. Im Gegenteil, wenn die Ölbestände diesseits und jenseits des Atlantiks weiter steigen, geht es möglicherweise sogar noch einen Tick abwärts.

Wer noch genügend Heizöl im Tank hat und auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren möchte, sollte unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung nutzen oder einen Wunschpreis anlegen. So können Sie auch von kurzfristigen Preisrückgängen profitieren und Heizöl günstiger bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigen, dass sich auch innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.