Ölpreise nahe 4-Monatstief

2. August 2016

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Vor dem Wochenende wurde der Fall der Ölpreise gebremst, gestern setzten sich die preisdrückenden Faktoren aber bereits wieder durch. Die Ölpreise sind aktuell so niedrig wie zuletzt in den ersten April Wochen. Der Heizölpreis sinkt unter 45 Cent pro Liter Heizöl!

Ölpreisentwicklung

Nach einem leichten Anstieg der Ölpreise am Freitagabend begann der Handel am Montag mit vermehrten Kaufimpulsen. Händler versuchten verstärkt Gewinne aus spekulativen Positionen mitzunehmen und dieser Andrang stütze am Morgen noch die Ölpreise.

Im Laufe des Tages setzen sich dann aber die quantitativ überlegenen preisdrückenden Faktoren durch.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen für nur noch knapp über 42 US-Dollar je Barrel gehandelt. Das ist mehr als ein US-Dollar weniger als noch zum Beginn des Vortages.

Der Ölpreis für die US-amerikanische Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) fällt dabei heute zum ersten Mal seit vier Monaten unter 40 US-Dollar je Barrel. Vor zwei Monaten lag der Ölpreis WTI noch bei 51 US-Dollar, ein sattes Minus von elf Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für rund 360 US-Dollar je Barrel gehandelt und erreicht damit den tiefsten Stand seit Mitte April. Auch die Gasoil-Notierung sank damit innerhalb von zwei Monaten um über 20 Prozent.

Vereinzelte Nachrichten, die den Ölpreis stützen würden, fanden im Verlaufe des gestrigen Handels wenig Aufmerksamkeit.

Die Preissenkung des weltweit größten Rohölexporteurs Saudi Aramco für den gesamten asiatischen Markt belastet die Ölpreise hingegen deutlicher.

Auch Meldungen, wie der erneute Anstieg der aktiven US-Ölbohranlagen, die Wiedereröffnung wichtiger libyscher Öl-Exportterminals und eine anhaltend steigende Ölproduktion der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) im Juli sorgen dafür, dass die Ölpreise ihre sinkende Tendenz beibehalten.

Analysten gehen deshalb aktuell davon aus, dass die Ölpreise kurz- bis mittelfristig ihre weiche Tendenz behalten werden.

Insbesondere mit der ansteigenden Produktion der OPEC und einem globalen Nachfragewachstum, das in diesem Jahr bisher geringer als erwartet ausfällt, ließe sich das begründen.

Zudem ist die Überversorgung im Produktbereich (Treibstoffe und Heizöl) allgegenwärtig. An den zentralen Umschlagsplätzen in Singapur und dem ARA-Raum (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) steigen die Vorräte und sinken die Margen der Händler.

Da damit auch die Verdienstmöglichkeiten der Raffinerien schwächeln, werden diese ihre Verarbeitung im Herbst vermutlich stärker als üblich drosseln und Wartungsarbeiten ausdehnen. Die Produktbestände würden wahrscheinlich sinken, die Rohölvorräte aber gleichzeitig wieder steigen.

Das Erreichen des Marktgleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage könnte sich dadurch weiter nach hinten verschieben und erst später im Jahr 2017 eintreten. Der rapide Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte 2016 war unter anderem damit begründet, dass auf einen schnelleren Abbau der Überversorgung am Ölmarkt spekuliert wurde. 

Entwicklung Eurokurs

Nachdem am letzten Freitag das Bruttoinlandsprodukt der USA enttäuschte, liegt nun auch der ISM Einkaufsmanagerindex hinter den Erwartungen. Diese schwächelnden US-Wirtschaftsdaten drücken auf den Dollarkurs.

Gleichzeitig sind einige Analysten davon überzeugt, dass der Brexit das Industriewachstum in der Eurozone nur verlangsamen aber nicht stoppen würde.

Der Wechselkurs ist heute Morgen so gestärkt, dass der höchste Stand seit dem Brexit Referendum erreicht werden konnte. Ein Euro kostet momentan rund 1,12 US-Dollar

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein steigender Eurokurs, dass die Importe für den Euroraum günstiger werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt unter 45 Cent pro Liter Heizöl. Damit ist der niedrigste Stand seit vier Monaten erreicht.

In den letzten zehn Jahren war Heizöl im August nie so günstig wie aktuell. Der Heizölpreis liegt über zehn Cent unter dem Vorjahrespreis. D.h. beim Kauf einer Menge von 1.000 Liter Heizöl spart man über 100 Euro.

Im Vergleich zum August 2014 liegt die Ersparnis sogar bei knapp 350 Euro! Bezogen auf die durchschnittliche Bestell-/ Verbrauchsmenge von etwa 3.000 Liter Heizöl sind das über 1.000 Euro geringere Heizkosten!

Unsere Empfehlung lautet, die Heizölpreisentwicklung in den nächsten Tagen genau zu beobachten und bei einem weiteren Preisrückgang den dann günstigen Kaufzeitpunkt zu nutzen. Wer sicher gehen will, sollte aber jetzt bereits Heizöl kaufen.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.