Ölpreise steigen leicht - Euro schwächt ab

29. März 2017

Oelpreise steigen am Mittwoch leicht an

Erneut Produktionsausfall in Libyen. US-Ölbestände stabil. Irak plant Produktionssteigerung bis Jahresende.

Ölpreisentwicklung

Am Dienstag dominierten Meldungen aus Libyen den Handelstag und sorgten für einen leichten Anstieg des Ölpreises. Aufgrund von erneut aufgeflammten kriegerischen Auseinandersetzungen und damit einhergehenden Angriffen auf Öl-Einrichtungen, konnte die noch in der letzten Woche vermeldete Erhöhung der Produktionssteigerung nicht durchgesetzt werden. Vernehmbare Meldungen sprechen von einem Produktionsrückgang um bis zu 252.000 Barrel pro Tag. Informationen, wie lange die Produktion unterbrochen sein wird, liegen bisher nicht vor. Die betreffenden Ölfelder Shahara und Wafa produzierten noch bis zum Beginn der aktuellen Handelswoche. Nach Expertenmeinungen und unter der Berücksichtigung der instabilen politischen Situation in Libyen, kann von einer kurzfristigen und dauerhaften Stabilisierung der Produktion nicht ausgegangen werden. 

Für weiteren Aufwind sorgten Äußerungen des iranischen Öl-Ministers zu einer Verlängerung der Produktionskürzungen in seinem Land. Den Bestrebungen der OPEC, die Fördermengen dauerhaft zu begrenzen und eine Preisspanne von 50-55 US-Dollar für das Barrel der Rohölsorte Brent zu etablieren, könnte diese Aussage entgegen kommen und ein deutliches Zeichen an die Märkte sein. Dennoch sind die Bestrebungen des Irans nicht neu. Bisher ist das Land von den Kürzungen ausgenommen und Experten sind sich uneinig, ob Irans Bestrebungen tatsächlich über rhetorische Bekundungen hinaus gehen. Da die in den vergangenen Wochen getätigten Bekundungen des Irans, aber auch der anderer OPEC-Staaten zu Produktionskürzungen für die Zukunft noch keinem Abkommen unterliegen, stehen Experten diesen Aussagen insgesamt kritisch gegenüber. Sie weisen auf einen künstlich erzeugten Ölpreis-Anstieg hin, der dazu führen könnte, dass Nicht-OPEC Staaten, insbesondere die USA, ihre Förderung erhöhen könnten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Nach einem Kursschluss von 51,33 US-Dollar startet das Barrel der europäischen Rohölsorte Brent am Mittwochmorgen mit einem Plus von 0,15 und somit mit 51,48 US-Dollar in den Handelstag. Der für den inländischen Heizölpreis maßgebliche Indikator, ICE Gasoil, notiert für die Lieferung im April am Mittwochmorgen bei 459,25 US-Dollar. Der Schlusskurs lag am Dienstag bei 459,75 US-Dollar und somit 8,50 US-Dollar über dem Schlusskurs am Montag.

Neben den für den Ölpreis positiven Meldungen aus Libyen und Iran, könnten Meldungen aus dem Irak für eine Dämpfung am aktuellen Handelstag sorgen. Wie zu vernehmen ist, plant der Irak eine Produktionssteigerung bis zum Jahresende. Genaue Angaben liegen bisher noch nicht vor.

Ein weiterer Einfluss auf den aktuellen Ölpreis ist aus Russland zu vernehmen. Am Dienstag wurde zwar eine Produktionskürzung um aktuell 185.000 Barrel pro Tag bekannt gegeben, diese lag damit aber unter den bis Ende März zugesagten Förderkürzungen um 300.000 Barrel / Tag. Aussagen zu einer Verlängerung des Abkommens zu Produktionskürzungen über das erste Halbjahr 2016 hinaus, konnten seitens Russlands bisher nicht vernommen werden.

Die am gestrigen Handelstag mit Spannung erwarteten Bestandmeldungen der US-Rohölbestände fielen ernüchternd aus und hatten kaum Einfluss auf die Ölpreis-Entwicklung. Sie lagen nur minimal über den von Marktteilnehmern prognostizierten Werten. Für eine genaue Bewertung der veröffentlichten Zahlen erwarten Händler heute die Daten des DoE Ölmarktberichts. Er erfasst neben den reinen Bestandszahlen auch Daten zu Importen, Förderung und der Nachfrage auf dem US-Ölmarkt. 

Entwicklung Eurokurs

Nachdem der Euro am Dienstag zu Handelsschluss unter Druck geraten war, schloss er mit einem Stand von 1,0813 US-$. Auch am Mittwochmorgen hält der Abwärtstrend an und der Kurs fällt mit 1,0797 US-$ unter die Marke 1,08 US-$. Die Europäische Zentralbank (EZB) gab am gestrigen Dienstag einen Referenzkurs von 1,0859 US-$ aus.

Ein Grund ist die Stärkung des Dollar durch die gestern veröffentlichten Zahlen zum Konsumverhalten der US-Bürger. Diese ist laut Expertenaussagen unerwartet hoch ausgefallen. Im Laufe des Handelstages wird eine Stabilisierung des Kurses erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Die Ölpreise haben gestern mit einem deutlichen Plus den Handelstag geschlossen. Durch den darüber hinaus abgeschwächten Euro, hat sich der Heizölpreis am Mittwoch leicht erhöht. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt rund 56,06 cent pro Liter Heizöl. Am gestrigen Dienstag waren es zur gleichen Zeit 55,52 Cent pro Liter. 

Auch wenn die Witterung derzeit recht mild ist und vollkommen unklar ist, wie sich die Preise in diesem Jahr letztendlich entwickeln, raten wir unseren Kunden dazu, jetzt zu handeln und sich das aktuelle Preisniveau zu sichern und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl Ratenkauf oder Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.