Ölpreise warten ab

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Die sinkende Tendenz der Ölpreise ist momentan zwar noch nicht gestoppt, jedoch war die Abwärtsbewegung gestern begrenzt. Aufgrund von Unsicherheit wegen der ausstehenden US-Bestandsdaten war der Handel im Verlauf des gestrigen Tages eher impulsarm. Der Heizölpreis bleibt weitgehend unverändert.

Ölpreisentwicklung

Die Überversorgung im Produktbereich (Benzin, Diesel, Heizöl) ist weiterhin belastend für den Ölpreis. Ein stärkerer Preisrückgang war gestern aber aufgrund der Zurückhaltung der Händler nicht zu verzeichnen.

Nachdem das American Petroleum Institut (API), der größte Interessenverband der Öl- und Gasindustrie in den USA, keine eindeutig richtungsweisenden Zahlen veröffentlichte, wartet man nun auf die offiziellen Zahlen der Ölbestandsveränderungen vom DOE (US-Energieministerium) heute Abend.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird heute Morgen für rund 44,70 US-Dollar je Barrel gehandelt und hat damit ungefähr denselben Preis wie gestern Morgen.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, ist zwar nicht erneut signifikant gesunken, verzeichnet aber dennoch weiterhin einen Rückgang. Derzeit wird Gasoil nur noch für rund 385 US-Dollar je Barrel gehandelt.

Wie bereits erwartet wurde, prognostiziert das API den zehnten Rückgang der US-Rohöl-Vorräte in Folge, wenn auch in vergleichsweise geringem Ausmaß. Denn trotz der weiterhin am Markt vorherrschenden Problematik der Produkt-Überversorgung sind die Raffinerieauslastungen fast unverändert hoch.

Da die Margen in der Produktion gegenüber Vorjahr aber fast um die Hälfte abgenommen haben, rechneten einige Marktteilnehmer bereits mit einer rückläufigen Auslastung und demzufolge auch mit weniger stark sinkenden Ölreserven.

Nach offiziellen Angaben liegt die Ölproduktion Mexikos aktuell unter dem Vorjahresniveau. Analysten vermuten, dass das Gesamtvolumen des zehntgrößten Öl-Förderlandes in den kommenden Monaten um rund neun Prozent sinken könnte.

Trotz dieser rückläufigen Angebotsmenge geht man derzeit nicht davon aus, dass sich Angebot und Nachfrage am Rohöl-Markt vor dem Jahr 2017 ausgleichen können.

Dabei ist die US Ölförderung ist ein wichtiger Aspekt. Eigentlich sollte die Fördermenge bis zum Herbst deutlich sinken. Die jüngsten Daten zeigen aber eine wesentlich höhere Fördermenge, als von vielen Analysten zum jetzigen Zeitpunkt erwartet.

Gleichzeitig nimmt die Anzahl der aktiven US Ölbohranlagen bereits seit Wochen wieder zu. Nach dem Preisanstieg im Frühjahr, ist die US Ölförderung anscheinend wieder rentabel geworden. Die Produktion könnte nun früher als erwartet ansteigen und das Niveau der Ölpreise dadurch belasten.

Entwicklung Eurokurs

Gestern Abend stärkten das Verbrauchervertrauen und robuste Zahlen vom Immobilienmarkt in den USA den US-Dollar zwar leicht, im Großen und Ganzen waren die Händler allerdings eher zurückhaltend.

Vor der Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed verharrt der Eurokurs damit trotzdem um die 1,10 US-Dollar.

Aktuell wird nicht davon ausgegangen, dass die Fed ihren Leitzins bereits bei dieser Sitzung erhöhen wird. Ein signifikanter Anstieg des Dollarkurses ist dementsprechend eher unwahrscheinlich.

Da Öl grundsätzlich in US-Dollar gehandelt wird, würde ein steigender Dollarkurs bedeuten, dass die Importe für den Euroraum teurer werden.

Heizölpreisentwicklung

Der Heizölpreis für eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung liegt heute Morgen im bundesweiten Durchschnitt weiter bei 48 Cent pro Liter Heizöl. Damit kostet Heizöl so wenig wie zuletzt Anfang Mai.

Die Ölpreise scheinen aber durchaus noch etwas Abwärtspotenzial zu haben, signifikantere Abwärtsbewegungen halten wir dagegen kurzfristig für weniger wahrscheinlich.

Wer sicher gehen will, sollte aber jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf spätere Preisrückgänge zu spekulieren. Etwa 100 Euro spart man im Vergleich zum Vorjahr, beim Kauf einer Menge von 1.000 Liter Heizöl.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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