Ölpreise: Warten auf US Bestandsdaten

2. März 2016

Heizölpreis unverändert 020316

Meldungen rund um Produktionseinschränkungen stützen die Ölpreise weiterhin. Demgegenüber stehen weltweit steigende Lagerbestände. Belasten könnten die im heutigen Tagesverlauf veröffentlichten US Bestandsdaten, da bereits hohe Aufbauten prognostiziert wurden. Die Heizölpreise bleiben vorerst weitgehend unverändert.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise konnten gestern die Gewinne der Vortage verteidigen. Neben technischen Faktoren aus dem automatisierten Börsen-Handel, sind es in erster Linie die Gespräche über Produktionseinschränkungen, welche einen weiteren Preisverfall verhindern.

Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent wird aktuell bei 36,71 US Dollar je Barrel gehandelt. ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird bei 323,50 US Dollar je Tonne notiert. Die Notierungen liegen damit in etwa auf dem Niveau vom Vortag.

Gestern fand in Moskau ein weiteres Meeting zwischen Ölproduzenten der OPEC und Nicht-OPEC-Länder statt. Bei den Verhandlungen wurden anscheinend Fortschritte erzielt. Inhalt der Verhandlung war, ob eine Begrenzung der Produktionsmengen auf dem Niveau vom Januar auch ohne der Beteiligung des Irans möglich wäre.

Bereits im letzten Monat hatten sich große Ölproduzenten auf diese Art der Produktionseinschränkung verständigt. Der Iran lehnt jedoch alle Initiativen ab, die dem Land eine Begrenzung der Förderung unter dem Niveau vor den Sanktionen vorschreiben würden.

Es wäre der eigenen Bevölkerung nicht zu vermitteln, die Ölproduktion nach dem mühsam erkämpften Ende des Embargos auf dem vergleichsweise niedrigen aktuellen Niveau zu begrenzen. Vielmehr erwartet der Iran, dass diejenigen Länder ihre Förderung reduzieren, welche diese während der Sanktionen ausgebaut haben, um die Marktanteile vom Iran zu übernehmen.

Die Bereitschaft die eigene Öl-Förderung zu reduzieren, ist bei den großen Produzenten derzeit nicht zu erkennen. Laut Angaben des russischen Energieministers hat sich zwar eine große Anzahl von Ländern bereit erklärt die eigene Förderung auf dem Niveau vom Januar einzufrieren, allerdings wurde da nahe der jeweiligen Rekordmarke gefördert.

Dass bedeutet für viele Experten im Endeffekt, dass diese Maßnahme nicht geeignet sein wird, um die Überversorgung abzubauen. Die Nachfrage schwächelt, die Lager sind vollgefüllt und eine niedrigere Produktion in den USA würde durch zusätzliche Mengen aus dem Iran kompensiert. Eine Einigung der großen Ölproduzenten wird am Markt dennoch als erster Schritt in Richtung Produktionskürzungen gesehen und stützt damit die Ölpreise.

Fraglich ist, wie lange dieser Effekt Bestand haben wird. Die Welt schwimmt aktuell sprichwörtlich in Öl. Die Lagerkapazitäten sind nahezu ausgeschöpft und es spricht wenig dafür, dass sich kurzfristig etwas daran ändert.

In den USA steigen die Ölbestände von einer Rekordmarke zur nächsten. Das API (American Petroleum Institute - größter Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie) meldete gestern erneut enorme Bestandsaufbauten und auch im ARA-Raum, dem größten europäischen Umschlagplatz, warten doppelt so viele Öltanker wie gewöhnlich.

Wenn keine Lagerkapazitäten mehr zur Verfügungen stehen, können Produzenten ihre Mengen nur über Rabatte vermarkten, der Ölpreise würde zwangsläufig wieder sinken.

Am heutigen Nachmittag werden die offiziellen US Ölbestandsdaten vom amerikanischen Energieministerium veröffentlicht. Sollte sich die Erwartung der stark gestiegenen Bestände bestätigen, sind nachgebende Ölpreise recht wahrscheinlich.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro steht nach wie vor unter Druck. Aktuell ist ein Euro etwa 1,085 US-Dollar wert. Treiber des Euro-Dollar Wechselkurses ist und bleibt die Geldpolitik.

In diesem Monat stehen die Zinsentscheidungen der EZB, aber auch die der amerikanischen Notenbank Fed an. Während sich die amerikanische Wirtschaftslage zuletzt robust zeigte, erhöhen vergleichsweise schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone den Druck auf die EZB, weitere geldpolitische Lockerungen vorzunehmen. Das belastet den Eurokurs.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet heute im bundesweiten Durchschnitt 43,70 Euro pro 100 Liter. Im Vergleich zur Vorwoche ist der Heizölpreis um etwas zwei Cent pro Liter Heizöl gestiegen.

Der Heizölpreis entfernt sich zunehmend von der 40 Cent Marke. Zwar sind für die nächste Zeit starke Ausschläge nach oben eher unwahrscheinlich, aber auch deutliche Nachlässe sind in dieser Woche nicht zu erwarten. Zwar könnte der Ölpreis mit den amerikanischen Bestandsdaten wieder nachgeben, ein steigender Eurokurs ist dagegen weniger zu erwarten.

Die Heizöl-Nachfrage hat nachgelassen, sodass nur noch in wenigen Regionen mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden muss.

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