Ölpreise weiter im Fall – keine Signale zur Stabilisierung zum Wochenbeginn

6. Juni 2017

Heizoelpreise sinken 060617

Der Abwärtstrend der letzten Woche setzt sich fort. Die Isolierung Katars könnte Einfluss auf OPEC-Deal haben. US-Förderanlagen nehmen weiter zu. Marktexperten revidieren Preisprognosen.

Ölpreisentwicklung

Seit der Verlängerung der OPEC-Förderkürzungen am 25. Mai sind die Ölpreise im Durchschnitt um 8% eingebrochen. Die Skepsis über die Effekte des verlängerten OPEC-Deals an den Märkten hält auch zum Beginn der aktuellen Handelswoche an. Die Preise für die wichtigsten Referenzsorten Brent und WTI liegen weiterhin deutlich unter der psychologisch wichtigen 50 Dollarmarke.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notierte zum frühen Morgen mit seinen niedrigsten Stand seit Wochen bei 49,13 US-Dollar. Mit Öffnung der europäischen Handelsplätze zog der Preis sprunghaft auf 49,79 US-Dollar an. Der Schlusspreis für Montag lag bei 49,47 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt ähnliche Kursverläufe. Am Dienstagmorgen liegt der Kurs bei von 431,0 US-Dollar und damit leicht über dem Schlusspreis vom Montag mit 430,75 US-Dollar.

Katar isoliert – OPEC-Deal gefährdet?

Es war die Topmeldung am Montag: Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Jemen und Bahrain brechen ihre diplomatischen Beziehungen zum Emirat Katar ab. Nach offiziellen Bekundungen liegt der Grund in der Unterstützung des internationalen Terrorismus durch den nun landseitig komplett isolierten Golfstaat.

Die Märkte reagierten nach den Meldungen mit einem kurzweiligen Preisanstieg. Es war zeitweise nicht klar, ob Katar seine Öl-Exporte weiter über den arabischen Golf ausführen kann, da selbst die Lufträume für katarische Fluglinien gesperrt wurden. Mit der Meldung, dass Öltanker weiterhin die Hoheitsgebiete der benachbarten Staaten befahren dürfen, verpufften die preisstabilisierenden Auswirkungen wieder. Im weiteren Handelsverlauf hatte die neue Situation in der Region sogar eher negative Auswirkungen auf die Preisentwicklung.

Katar ist mit einer täglichen Produktion von ca. 700 000 Barrel Rohöl pro Tag nur ein kleines Rädchen im Gefüge der OPEC. Mit der jetzigen Isolierung und der Belegung von Sanktionen durch die Nachbarstaaten ist es fraglich, ob und wie lange das Emirat der Vereinbarung die Treue halten wird.

Nach Ansicht vieler Marktbeobachter ist der neu ausgehandelte OPEC-Deal eine Einigung auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner unter den teilnehmenden Staaten. Die Vereinbarung vom 25. Mai hatte keine neuen Signale für die Märkte und die Preise befinden sich seitdem im Fall. Das nun die Gefahr besteht, dass eines der Mitglieder der OPEC der Vereinbarung den Rücken kehrt, bereitet den Anlegern Sorgen, so dass die Preise zum gestrigen Handelsschluss wieder unter Druck gerieten.

OPEC-Deal: Russland verteidigt weiter, Experten revidieren Preisprognosen

Russland ist weiter daran interessiert die positiven Seiten der Förderquotenverlängerung zu befeuern. So stellte sich der russische Energieminister erneut hinter das Abkommen und verwies auf einen Preiseinbruch von 50%, wenn der Deal nicht wie von den Märkten erwartet zustande gekommen wäre. Weiter geht er davon aus, dass mit einem in den nächsten Wochen folgenden Abbau der Bestände und einer gleichzeitigen Erhöhung der Nachfrage, die positiven Auswirkungen der Produktionskürzungen zum Tragen kommen werden. Einem Preisniveau zwischen 50 und 60 US-Dollar soll demnach nichts im Wege stehen.

Ganz anders, und wahrscheinlich von einer neutraleren Warte aus betrachtet sehen das viele Marktexperten. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters revidieren die befragten Experten ihre Kurserwartungen für die Marke Brent um etwa 1,50 US-Dollar auf 55,57 US-Dollar für das laufende Jahr. Die Marke von 60 US-Dollar scheint danach unerreichbar. In den nächsten Wochen bleibt abzuwarten, inwiefern die Deal-Verlängerung tatsächlich Einfluss auf die Preisbildung haben kann.

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung hat sich im Vergleich zum gestrigen Tagesstart kaum bewegt. Aktuell notiert sie bei 1,1256 US-Dollar, am Montag waren es zum Handelsschluss 1,1249 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag lag etwas niedriger bei 1,1217 US-Dollar.

Insgesamt ist der Handel nach dem Feiertagswochenende bisher ruhig. Für diese Woche werden die größten Auswirkungen durch eventuell neue geldpolitische Signale durch die EZB erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Die deutlichen Kursnachlässe bei Rohöl schlagen sich heute Morgen in ebenso deutlichen Preisnachlässen bei Heizöl nieder. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 53,21 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 54,18 Cent.

Der Pessimismus am Markt hält in dieser Woche weiterhin an, was einen Heizölkauf zum jetzigen Zeitpunkt für Verbraucher zu einer guten Entscheidung macht. Das könnte sich schnell ändern, sobald sich die OPEC-Kürzungen in harten Bestandsdaten bemerkbar machen. Auch die steigende Sommernachfrage ist ein Knackpunkt, den man bei der Entscheidung zum Heizölkauf nicht außer Acht lassen sollte.

Wenn Sie sich jetzt zum Kauf entscheiden, sichern Sie sich ein gutes Preisniveau und lassen die Marktbewegungen für eine ganze Weile hinter sich.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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