Ölpreise bei fehlenden News sehr beweglich – Heizöl heute günstiger

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Den Märkten fehlt es an News: Die Ölpreise waren gestern in Bewegung. Gab es zum Tagesstart noch Steigerungen, setzten viele Händler später auf Verkäufe. Aktuell sind die Preise im Vergleich zu gestern gefallen, der Eurokurs steigt. Doch es ergeben sich Unterschiede bei Rohöl und Produkten.

Ölpreisentwicklung

Schon zum zweiten Tag in Folge gibt es kaum Neuigkeiten für den Ölmarkt. Das sorgte gestern zwangsläufig dafür, dass die Preise nach ihrer Aufwärtstendenz vom Morgen im Laufe des Tages abfielen.

Denn viele Händler setzten auf Gewinnmitnahmen. Die Preisnachlässe waren allerdings relativ gering, da der Markt weiterhin von einem vorsichtigen Optimismus bestimmt zu sein scheint.

Außerdem gibt es in dem Sinne immer noch Hurrican-Effekte, da sich die Tendenzen bei Rohöl und Produkten weiterhin unterschiedlich verhalten.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notierte am Morgen bei 55,36 US-Dollar. Der Schlusspreis von Montag lag bei 55,48 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, zeigt ein etwas anderes Bild: Er notierte am Morgen bei 528,50 US-Dollar, der Schlusspreis für Montag lag hingegen bei 525,00 US-Dollar.

Die aktuellen Notierungen finden Sie täglich auf unserer Heizölpreisseite.

Dass die Preisentwicklungen für Brent als Nordsee-Ölsorte und ICE Gasoil als Produkt unterschiedliche Vorzeichen tragen, ist immer noch eine Auswirkung der beiden Hurricanes in den USA. Diese hatten für einen enormen Preisanstieg gerade bei Produkten gesorgt, da Raffinerien geschlossen werden mussten und das Angebot an Benzin, Heizöl etc. rapide sank.

Von diesem Effekt profitieren die Produktpreise immer noch, der Markt ist aber nun langsam dazu übergegangen, den Unterschied zwischen Rohöl und Produkten wieder auszugleichen. Brent als Nordsee-Sorte war vom Sturm sowieso nur sehr indirekt betroffen, weshalb hier die Preisentwicklung ein etwas reelleres Bild des aktuellen Marktes zeichnet.

Die Raffinerien in den USA versuchen nun offenbar, von der aktuellen Preissituation zu profitieren und die Ausfälle wieder auszugleichen. Sie fragen Rohöl sehr stark nach, produzieren unter Volllast und verschieben sogar die normalerweise im Herbst anfallenden Wartungsarbeiten weit ins nächste Jahr.

Es ist also nur folgerichtig, dass Experten davor warnen, dass sich zum Jahresende hin eine amerikanische Ölschwemme einstellen könnte, zumal die Rohölförderanlagen für Schieferöl immer effizienter arbeiten.

Es ist aber interessant, dass der Markt diesen Warnungen momentan nur wenig Gehör zu schenken scheint. Der vorsichtige Optimismus nach den Prognosen für 2017 von OPEC und IEA, die für den Rest des Jahres eine erheblich steigende Nachfrage bei etwas weniger Ölangebot in Aussicht stellen, setzt sich aktuell weiter durch.

Das bedeutet im Endeffekt erst einmal die Möglichkeit für weiter steigende Preise, auch wenn die Sturm-Auswirkungen endgültig bereinigt sind. Wie lange dieser Trend anhält, ist unklar und hängt vermutlich stark damit zusammen, wie sich der globale Markt und die US-Ölindustrie nun tatsächlich entwickeln.

In dieser Woche stehen noch die Statistiken zum US-Markt von API und DOE ins Haus. Beide Berichte hatten auch in der akuten Sturm-Phase durchaus starke Auswirkungen auf die Preise – obwohl die Daten zwangsläufig verzerrt waren. Das dürfte auch noch in dieser Woche der Fall sein, auch wenn das nichts an der Tatsache ändert, dass der Markt auf richtungsweisende Tendenzen wartet.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro legt wieder leicht zu und notiert aktuell bei 1,1996 US-Dollar. Der Referenzpreis der EZB für Montag lag bei 1,1948 US-Dollar.

Es ist weiterhin für den Euro vor allem entscheidend, welche Neuigkeiten in dieser Woche aus den USA kommen. Hier steht eine Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed an, außerdem werden wichtige Konjunkturdaten erwartet. Grundsätzlich könnte man davon ausgehen, dass der Dollar starken Auftrieb erhalten könnte. Allerdings hat die Vergangenheit hier immer wieder Überraschungen bereitgehalten.

Heizölpreisentwicklung

Stärkerer Euro plus günstigere Ölpreise ergeben grundsätzlich günstigere Heizölpreise. Der Rückgang ist allerdings minimaler, da die Produktpreise, auf die es bei Heizöl nun einmal maßgeblich ankommt, eher wieder gestiegen sind. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 57,68 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 58,00 Cent.

Je weiter es in die letzte Jahresetappe geht, desto wahrscheinlicher ist ein Preisanstieg. Das hat gerade in Europa mit der steigenden Nachfrage in den Wintermonaten nach Heizöl zu tun. Außerdem besteht die Chance, dass der Dollar demnächst kräftig Auftrieb erhält und Heizöl für inländische Käufer so erheblich teurer machen könnte.

Gepaart mit dem Optimismus an den Märkten ergibt sich eine Situation, in der besonnen handelnde Heizölkäufer sich am besten bald zum Kauf entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Denn ein gutes Preisniveau wie heute könnte schon morgen wieder unter einem anderen Stern stehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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