Ölpreise kaum bewegt – IEA widerspricht OPEC-Einschätzung

20. Januar 2017

Heizoelpreis sinkt 200117

Nachdem der Markt auf den OPEC Monatsbericht Januar mit sinkenden Preisen reagiert hatte, bleiben die Kursverläufe heute Morgen recht stabil. Die International Energy Agency (IEA) hat in ihrem Bericht die Einschätzung der OPEC zu einer Überversorgung 2017 nicht geteilt.

Ölpreisentwicklung

Wenn der Ölmarkt aktuell von einer Sache reichlich hat, dann sind dies widerstreitende Prognosen für die Preisentwicklung 2017. Am Mittwoch hatte die OPEC in ihrem Monatsbericht Januar den eigenen Optimismus empfindlich nach unten korrigiert, worauf der Markt mit fallenden Ölpreisen reagiert hatte.

Die International Energy Agency (IEA) hat gestern ihren Bericht vorgelegt, laut dem es in der ersten Jahreshälfte zu einem Defizit kommen wird und die Ölvorräte weltweit sinken werden. Diese gegenläufigen Aussagen hatten heute Morgen bisher kaum Auswirkungen auf den Ölpreis.

Auch der wöchentliche Bericht des Department of Energy (DOE) zu den US-Ölbeständen zeigt Zahlen, die sich sowohl positiv, als auch negativ für den Ölpreis interpretieren lassen.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt heute Morgen bei etwa 54, 50 US-Dollar. Dies ist nur leicht mehr als der Schlusspreis von Donnerstag (54,16 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert für die Lieferung im Februar aktuell bei 480,00 US-Dollar, also sehr nah am Schlusspreis von Donnerstag (479,50 US-Dollar). Am Dienstag waren es hingegen noch 490,75 US-Dollar.

Steigt der Ölpreis 2017 nun oder nicht? Dies ist die alles entscheidende Frage für den Ölmarkt und wird momentan mit vielen Prognosen, jedoch wenig Fakten untermauert. Der OPEC Monatsbericht Januar wies einen Förderrückgang von 220.000 B/T für Dezember aus. Gleichzeitig räumte die OPEC ein, dass die US-Schieferölproduktion entgegen der Prognosen 2017 wohl zulegen und die Nachfrage nach OPEC-Öl insgesamt bei 32,1 Mio. B/T liegen wird. Dies würde unter Idealbedingungen, in denen sich alle Länder an ihre Zusagen zur Senkung halten würden, immer noch eine Überversorgung des Marktes von 0,4 Mio. Barrel pro Tag bedeuten.

Der IEA Monatsreport (International Energy Agency) geht nun jedoch davon aus, dass mit weitaus umfangreicheren Kürzungen schon im Januar zu rechnen sei, die dafür sorgen würden, dass der Markt in der ersten Jahreshälfte ein deutliches Defizit an Öl aufweisen wird – was einen Preisanstieg zur Folge hat. Die Agentur stützt sich auf die weltweiten Entwicklungen bei den Ölbeständen, die seit etwa vier Monaten sinken würden.

Wem der Markt Gehör schenken soll und wem nicht, bleibt weiterhin undurchsichtig, sodass sich die Teilnehmer im gestrigen Tagesverlauf eher verhalten zeigten.

Der wöchentliche Bericht des Department of Energy (DOE) hatte gestern wie erwartet die Zahlen des zuvor veröffentlichten Berichts des American Petroleum Institute (API) zum US-Ölbestand relativiert. Statt eines hohen Bestandsabbaus an Rohöl, wie die API vermeldet hatte, belegt der DOE-Bericht einen Bestandsaufbau (+2,3 Mio. Barrel). Einig waren sich beide Reports hingegen, dass der Bestand an Benzin gestiegen ist, jedoch waren die DOE-Zahlen geringer als jene des API (DOE: 6 Mio. Barrel; API: 9,8 Mio. Barrel).

Der DOE-Bericht hat außerdem eine sinkende Raffinerieauslastung sowie gesunkene Ölimporte, gleichzeitig aber eine gestiegene Nachfrage auf dem US-Markt nach Ölprodukten identifiziert.

Auch hier gibt es also reichlich Stoff für unterschiedliche Interpretationen, wobei laut Analysten die Bestandsaufbauten bei Rohöl und Benzin mit ihrem negativen Effekt auf den Ölpreis den größeren Einfluss hätten. Dieser Einfluss hat sich an den Börsen jedoch scheinbar bisher kaum gezeigt.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat sich auch heute Morgen komfortabel über der 1,06-Marke eingerichtet und notiert aktuell bei 1,0677 US-Dollar (EZB-Referenzpreis Donnerstag: 1,0668).

Für leichte Kursbewegungen sorgte wie schon am Vortag eine Rede der Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, Janet Yellen. Zwar stellte sie weitere Zinserhöhungen in Aussicht, die dem Dollar Auftrieb verleihen können. Allerdings bremste sie den Enthusiasmus und Beobachter interpretierten ihre Aussagen so, dass die nächste Zinserhöhung nicht so zeitnah passieren würde, wie manche gehofft hätten.

Wie schon im Vorfeld vermutet, hielt die EZB-Zinsentscheidung keine Überraschungen bereit, sodass aus Richtung der Europäischen Zentralbank kaum Impulse für den Devisenmarkt ausgingen.

Positive Konjunkturdaten aus der Eurozone zu Preisentwicklung, Inflation und Kreditvergabe werden laut Experten so interpretiert, dass aus Sicht der EZB kein Handlungsbedarf besteht, mit Zinsmaßnahmen in den Markt einzugreifen. Der Euro sei also grundsätzlich in der Lage, sich gegen den Dollar zu behaupten.

Da Öl grundsätzlich in Dollar gehandelt wird, hat ein steigender (oder fallender) Dollarkurs stets Einfluss auf die Preise. Ist der Euro im Vergleich zum Dollar schwach, müssen europäische Käufer unabhängig von der tatsächlichen Preisentwicklung an den Ölmärkten also stets mehr (auch für Heizöl) zahlen, als wenn der Euro im Gegensatz zum Dollar gewinnt.

Heizölpreisentwicklung

Verbraucher profitieren grundsätzlich von den Marktzweifeln, müssen sich heute Morgen jedoch auf leicht gestiegene Heizölpreise aufgrund der Kursbewegungen einstellen. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete im bundesweiten Durchschnitt rund 59,42 Cent pro Liter Heizöl. Am Donnerstag waren es noch 58,92 Cent pro Liter.

Wir raten unseren Kunden dazu, sich das aktuelle Preisniveau schnell zunutze zu machen und sich zum Heizölkauf zu entscheiden – insbesondere, wenn sich der Tank leert. Auch wenn das Jahr 2017 in Sachen Ölpreis unvorhersehbar ist, sind langfristig fallende Preise weiterhin eher unwahrscheinlich und es könnte sich enorm lohnen, sich begehrte Liefertermine in den nächsten Tagen direkt zu sichern, bevor belastbare OPEC-Zahlen für einen deutlichen Preisanstieg sorgen könnten.

Bedenken Sie außerdem, dass es aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse und einer hohen Nachfrage etwas länger mit der Lieferung dauern kann und bestellen Sie rechtzeitig.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.