Ölpreise kaum verändert – mit leichter Tendenz nach unten

22. Dezember 2016

Heizoelpreise sinken 221216

Zwei Tage vor Heiligabend ist es weiterhin ruhig auf dem Markt und die Ölpreise bleiben grundsätzlich stabil mit leichter Tendenz nach unten. Meldungen aus den USA zu den Rohölbestandsdaten sorgten für einen kleinen Abwärtstrend am Vortag, der sich heute Morgen fortsetzt.

Ölpreisentwicklung

Das Ölpreisniveau ist heute Morgen relativ konstant, liegt aber zur Stunde bereits unter den Werten des Vortages. Wichtig dafür seien laut Analysten die Daten zum US-Ölbestand des Department of Energy (DOE), welche die bereits vorher veröffentlichten Daten des American Petroleum Institute (API) von Dienstag genauer konturiert haben.

Laut DOE ist der Rohölbestand in der abgelaufenen Berichtswoche um 2,3 Mio Barrel gestiegen, statt signifikant zu fallen, wie es API vermeldet hatte. Da die Raffinierieauslastung saisonbedingt gestiegen ist, stimmen beide Berichte darin überein, dass die Vorräte an Ölprodukten gefallen sind. 

Zwar haben die Berichte beider Organe eine wichtige Bedeutung für den Ölmarkt und seine Reaktionen, allerdings erhält API seine Daten auf freiwilliger Basis von den Unternehmen, während das DOE ein staatliches US-Organ auf Bundesniveau mit entsprechender Berichtspflicht seitens der Unternehmen ist.

Dennoch haben die jeweiligen Zahlen, wie die Vergangenheit zeigt, jeweils für sich einen hohen Einfluss auf die Ölpreise und unterstreichen gleichzeitig die Bedeutung der US-Ölproduktion als Gratmesser für den Welthandel.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent liegt am Morgen bei 54,58 US-Dollar pro Barrel was in etwa dem Schlusspreis von gestern entspricht (54,46 US-Dollar). ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert bei 480,75 US-Dollar pro Tonne für die Lieferung im Januar und liegt damit unter dem vorherigen Schlusspreis von 486,25 Dollar.

Der Eindruck, dass der Markt in dieser Woche eher kurzfristig und im recht eng gesteckten Rahmen reagiert, setzt sich auch heute Morgen fort. Deutliche Impulse für den Ölpreis bleiben aus, gleichzeitig richten die Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf das entscheidende Jahr 2017, wenn sich zeigen wird, ob sich Meldungen zu Kürzungen oder Exportsteigerungen im Lichte des OPEC-Abkommens bewahrheiten.

Für aktuelle Kursveränderungen in dieser Woche sind auch die Meldungen verschiedener US-Organe zum US-Rohöllagerbestand mitverantwortlich – die sich teilweise widersprechen, jedoch sofort vom Markt aufgenommen wurden.

Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institute (API) meldete am Dienstag sinkende US-Rohölbestände. Mit -4,1 Mio. Barrel fiel das Ergebnis viel stärker als die Erwartung (-2,3) aus und hatte damit einen sofortigen Effekt auf den Markt. Gleiches galt auch für die Ölprodukt-Bestände, deren Abbauten ebenso stärker als erwartet ausfielen.

Das Department of Energy (DOE) hingegen meldete gestern, dass die Rohölbestände gar um 2,3 Mio. Barrel gestiegen seien und legte für diese Zahl offenbar auch die gestiegenen Ölimporte des Landes in der abgelaufenen Berichtswoche zugrunde. Das DOE stufte auch die Raffinerieauslastung wesentlich höher als API ein, was saisonbedingt jedoch keine Überraschung ist.

Dass beide Berichte den signifikanten Abbau an Ölprodukt-Vorräten vermelden, hängt, so Analysten, mit der gestiegenen landesweiten Nachfrage nach Benzin und Destillaten zusammen. Trotzdem bewertet der Markt die gestiegenen Rohölbestände laut DOE scheinbar höher und reagiert mit fallenden Ölpreisen.

Beide Berichte sind auf ihre Weise verlässlich, jedoch sorgen unterschiedliche Datensätze und -quellen dafür, dass die Zahlen so weit auseinandergehen. So vermeldet zum Beispiel eines der größten Raffinerie-Unternehmen in den USA seine Daten nicht an API, wohl aber ans DOE.

Andererseits wird der API-Bericht dennoch als Seismograph geschätzt, weil rund 90 Prozent aller entscheidenden US-Unternehmen an den Umfragen teilnehmen und die Daten seitens des Instituts wöchentlich stringent gegengecheckt werden. 

Außerdem hat der US-Kongress den Verkauf strategischer Ölreserven beschlossen – was das Angebot an US-Öl noch weiter erhöhen dürfte. Mit dem Erlös sollen Infrastrukturprojekte und das Gesundheitswesen gestützt werden.  Die anvisierten 18 Mio. Barrel wirken im globalen Vergleich zwar relativ überschaubar, allerdings sei der Zeitpunkt für den Verkauf, so Experten, zum Start des wichtigen Öl-Jahres 2017 denkbar schlecht gewählt.

Sollten sich rein rechnerisch alle OPEC-Länder wenigstens zu 70 Prozent an ihre Kürzungsversprechen halten, würden die Reserve-Barrel aus den USA für wenigstens 30 Tage d ie Bemühungen aufheben – und damit den Ölpreis stark beeinflussen.

Entwicklung Eurokurs

Der Eurokurs legt nach seinen hohen Verlusten der vergangenen Woche und den Nachwehen zu Beginn dieser Woche weiterhin leicht zu. Heute Morgen liegt er bei 1,045 US-Dollar und damit leicht über dem Referenzkurs von gestern. (EZB-Referenzkurs: 1,0421).

Impulse setzte die Meldung, dass die Einfuhrpreise in Deutschland zum ersten Mal seit November 2012 angestiegen sind. Im November dieses Jahres legten sie um 0,3 Prozent gegenüber November 2015 zu.

Die steigenden Importpreise sind laut Experten direkt mit dem Ansteigen des Ölpreises gekoppelt. Steigen die Importpreise, kann dies die Verbraucherpreise und die Inflation anheben, was ein wichtiger Konjunkturmotor für ein Land ist – statt auf fallende Preise zu warten, wird weiterhin investiert und konsumiert. Deutschland als eines der führenden EU-Länder hat Signalwirkung für den gesamten europäischen Wirtschaftsraum.

Heizölpreisentwicklung

Aktuell pendeln die Heizölpreise leicht nach unten, sind aber grundsätzlich stabil. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostete am Morgen im bundesweiten Durchschnitt rund 60,66 Cent pro Liter Heizöl, etwas weniger als der gestrige Preis von rund 61,30 Cent pro Liter Heizöl.

Auch wenn zu erwarten ist, dass es über die kommenden Feiertage stabil und ruhig auf dem Markt zugeht, raten wir unseren Kunden dennoch zum baldigen Heizölkauf. Denn grundsätzlich sind aktuell fallende Preise eher unwahrscheinlich und die hohe Nachfrage vor den Feiertagen sorgt dafür, dass kurzfristige Liefertermine knapp werden.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.