Ölpreise machen wegen zahlreicher Meldungen Sprung nach oben

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Die Vorhersagen haben sich bewahrheitet: Laut API-Bericht sind die Bestände an US-Öl deutlich gesunken. Nigeria hat eine weitere Pipeline abgeschaltet und es drohen Sanktionen gegen Venezuela. All das trieb die Ölpreise gestern auf neue Monatshochs.

Ölpreisentwicklung

Wie bereits von vielen Experten berechnet, hätte der Bericht des American Petroleum Institutes (API) gestern sowieso Bestandsabbauten bei Rohöl vermelden müssen. Dass der Abbau jedoch in diesem Maße, wie jetzt verkündet, lag, hatte wohl niemand erwartet.

In Venezuela drohen Generalstreiks aufgrund einer Verfassungsreform, die dem Präsidenten noch mehr Macht einräumen würde. Die USA haben angekündigt, das Land mit Sanktionen bei Rohöl und Finanzströmen zu belegen. Nigeria, das sich gerade erst dazu bereit erklärt hat, eine Obergrenze für seine Rohölförderung einzuhalten, musste eine Pipeline abschalten, was das Ölangebot aus dem Land deutlich senkt.

Dieses Konglomerat an Meldungen trieb die Ölpreise gestern beständig nach oben, sodass etwa Brent inzwischen wieder über 50 Dollar rangiert. Der Eurokurs ist zwar weiter hoch, aber leicht rückläufig.

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäischen Ölpreis Brent notiert momentan bei 50,58 US-Dollar, knapp zwei Dollar über dem gestrigen Tagesstart und ebenfalls über dem Schlusspreis von Dienstag mit 50,20 US-Dollar.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, notiert momentan bei 466,75 US-Dollar, um fast 15 Dollar höher als gestern zum Tagesstart. Der Schlusspreis für Dienstag lag ebenfalls bei deutlich gestiegenen 461,75 US-Dollar.

API-Bericht im Fokus

Auch wenn es gestern weitaus mehr preistreibende Meldungen gab, so sticht der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institutes (API) zu den US-Ölbeständen doch heraus.

So hatte der Markt aufgrund einer stabilen Nachfrage zwar Abbauten bei Rohöl erwartet, doch fielen diese mit 10,2 Mio. Barrel so hoch aus wie schon lange nicht mehr. Bei Benzin gab es Aufbauen, was ebenfalls überrascht. Die Zunahme von 1,9 Mio. Barrel ist aber aus Marktsicht nichts im Vergleich zu den 10 Mio. Barrel Rohöl weniger.

Allerdings verrät der API-Bericht (wie immer) nicht, aus welchen Faktoren sich diese Werte speisen könnten. Denn Daten zur Importtätigkeit und Nachfrage in den USA liefert erst der heute folgende Bericht des Department of Energy (DOE). Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die DOE-Werte den API-Bericht revidieren. Sollten sie ihn allerdings bestätigen, gibt es noch weiteres Aufwärtspotential bei den Ölpreisen.

Nigeria schaltet Pipeline ab /Sanktionen gegen Venezuela möglich

Eine der wichtigsten Pipelines in Nigeria wurde überraschend abgeschaltet. Die Trans Niger Pipeline (TNP) habe wohl ein Leck, dessen Ursache bisher noch nicht gefunden wurde.

Mit dem Abschalten kann Nigeria nun deutlich weniger Öl exportieren. Zwar dürfte dies langfristig nicht das globale Überangebot an Öl senken, doch ist eine solche Meldung im aktuellen Marktumfeld immer mit Reaktionen verbunden.

Gleiches gilt auch für die Nachrichten aus Venezuela. Dem Land unter Präsident Maduro drohen politische Unruhen, da Maduro eine Verfassungsreform durchdrücken will, die de facto das Parlament, und damit die Opposition, auflösen würde. Diese droht mit Generalstreiks, Unruhen erschüttern das Land bereits seit April.

Wirtschaftlich leidet Venezuela enorm unter den niedrigen Ölpreisen und es könnte passieren, dass die USA unter Präsident Trump ihre Drohung wahrmachen und Ölimporte aus Venezuela mit Sanktionen belegen werden, sollte Maduro die Reform durchdrücken.

Venezuela ist OPEC-Mitglied und an den Kürzungen im durchaus erheblichen Maße beteiligt. Außerdem beruht die Wirtschaft Venezuelas fast ausschließlich auf Öl. Sollte also einer der Hauptabnehmer den Import stoppen, dürfte sich die ohnehin prekäre Lage im Land noch deutlich verschlimmern.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro steht aktuell bei 1,1627 US-Dollar mit leichter Tendenz nach unten. Die EZB hatte den Referenzpreis für Dienstag noch bei 1,1694 US-Dollar festgesetzt. Gestern Nachmittag wurde zwischenzeitlich sogar die 1,17-Marke geknackt.

Der leichte Kurseinbruch lässt sich mit dem Warten auf die Zinssatzentscheidung der US-Notenbank Fed heute Nachmittag erklären, die von Anlegern mit Spannung beobachtet wird. Zwar soll es keine Erhöhung des Leitzinses geben, aber das Pendant der EZB vergangene Woche hatte gezeigt, dass die Nebensätze und Aussagen in den Verlautbarungen das sind, wovon sich der Devisenmarkt momentan wirklich beeinflussen lässt.

Heizölpreisentwicklung

Heute Morgen gibt es nichts daran zu rütteln: Deutlich gestiegene Ölpreise und ein nachlassender Eurokurs sorgen zwangsläufig für höhere Heizölpreise: Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,16 Cent pro Liter Heizöl. Am Dienstag waren es noch 52,87 Cent.

Sollte das DOE zum gleichen Ergebnis wie das API kommen, könnte dieser Wert morgen noch einmal nach oben gehen. Deshalb sichern Sie sich immer noch ein günstiges Preisniveau, wenn Sie sich jetzt zum Heizölkauf entscheiden. Die aktuelle politische Lage sowie die vielen Faktoren für Preisanstiege mehren die Anzeichen dafür, dass es mit günstigeren Preisen vorerst vorbei sein könnte. Wenn Sie jetzt kaufen, können Sie den weiteren Entwicklungen gelassen entgegensehen.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen pro

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