Ölpreise mit leichten Verlusten – Euro wieder stärker

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Ruhiger Handel am Montag: Gewinnmitnahmeeffekte sorgen für leicht sinkende Ölpreise. Produktionsausfall in Libyen. OPEC-Sitzungsergebnisse stehen noch aus. Euro wieder stärker.

Ölpreisentwicklung

Der Handel am Montag kann im Rückblick als insgesamt ruhig bezeichnet werden. Vor allem preistreibende Meldungen – egal ob in die ein oder andere Richtung – blieben aus. Einige Händler nutzten das aktuell moderate Preisniveau dennoch für Gewinnmitnahmen. In der Folge drehten die Kurse aller relevanten Notierungen im Tagesverlauf ins Minus, wobei nicht annährend von einem Preiseinbruch gesprochen werden konnte.

Der Blick an den Markplätzen ging gestern zu Handelsschluss vor allen nach Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. Dort fand ein Treffen hochrangiger Vertreter der Organisation erdölexportierender Länder  (OPEC) statt. Die Agenda war im Vorfeld nicht bekannt, doch es kann mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Förderquotentreue der einzelnen Mitglieder im Fokus der Gespräche stand. Doch das Warten war bis heute Morgen vergeblich, bisher sickerten keine Bekundungen, gar Beschlüsse durch.

Zum späten Handel kehrten die Kurse von ihren Tagestiefs zurück. Letztlich schlossen alle Notierungen im Vergleich zu Montagmorgen im Minus, wobei die Abstände nicht allzu groß ausgefallen sind.


Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis Brent notiert am Dienstagmorgen bei 52,17 US-Dollar, am Montag zur gleichen Zeit waren es noch 52,38 US-Dollar. Zum Handelsschluss am Freitag lag der Kurs noch bei 52,42 US-Dollar.

Der Kurs des maßgeblichen Indikators für den inländischen Heizölpreis, ICE Gasoil startet heute Morgen mit 482,75 US-Dollar und ist damit etwa 5 Dollar günstiger als am Montagmorgen.

Eine Übersicht über die Kursentwicklung der für den Heizölpreis auschlaggebenden Notierungen, finden Sie täglich aktuell auf unserer Heizölpreisseite

Produktionsausfall in Libyens größtem Ölfeld

Libyen leidet seit Jahren unter innenpolitischen Konflikten, welche in einigen Regionen, zumindest zeitweise, auch Bürgerkriegsähnliche Ausmaße angenommen haben. Die Öl-Förderung ist traditionell das mit Abstand wichtigste wirtschaftliche Standbein des nordafrikanischen Landes.

Vor der politischen Revolution im Jahre 2011 brachte Libyen mit seinen Produktionsanlagen eine tägliche Rohölmenge von weit über eine Million Barrel zu Tage. Aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen wurde die Ölförderung in der jüngeren Vergangenheit immer wieder unterbrochen. Noch im Frühjahr diesen Jahres, lag die tägliche Produktionsmenge bei zeitweise nur noch 200.000 Barrel pro Tag. In den letzten Monaten kehrte Ruhe im Land ein und die Produktion konnte jüngst wieder auf über eine Million Barrel pro Tag angehoben werden.

Mit der Meldung der Produktionsunterbrechung des mit Abstand größten Ölfeldes Libyens, dem sogenannten Sharara-Feld, verbleibt eine tägliche Produktionsmenge von 275.000 Barrel pro Tag nun im Boden. Gesicherte Meldungen ob die Produktion am Ölfeld an sich oder ob lediglich der Verladehafen betroffen ist, liegen zur Zeit noch nicht vor. Gesichert scheint nur, dass nicht kriegerische Konflikte der Auslöser für den Produktionsstopp sind. Scheinbar handelt es sich lediglich um die Auswirkungen eines Streikes.

Dieser Fakt ist wichtig, da dies bedeuten würde, dass die Produktion schnell wieder angefahren werden könnte, da Beschädigungen der Anlagen in diesem Fall auszuschließen wären. Nach Meldungen laufen zumindest in dem für das Ölfeld wichtigsten Hafen, Zawiya, Verhandlungen mit den Demonstranten. 

OPEC-Komitee zur Förderkürzungseinhaltung am Montag zusammengekommen

Besonders genau nahmen es in den vergangenen Monaten nicht alle Beteiligten des OPEC-Förderabkommens mit ihrer Förderquote. Zumindest das OPEC-Problemmitglied Libyen, sollte von der Agenda des am Montag in Abu Dhabi zusammengekommenen Überwachungskomitees für die OPEC-Förderquoten gestrichen worden sein.

Libyen ist zwar OPEC-Mitglied, doch aufgrund seiner wirtschaftlichen Lage ist der Staat vom Förderabkommen ausgenommen. Die zuletzt auf über eine Million Barrel pro Tag angestiegene Produktion sorgte dennoch für Unmut bei den OPEC-Mitgliedern. Immerhin waren es nun die Anderen, die auf Kosten Libyens ihre Produktion drosseln mussten, um die Gesamtquote noch halten zu können.

Da auch weitere Mitgliedsstaaten sich nicht vollumfänglich an ihre Förderquoten halten, sollte es auf dem Treffen noch genug anderen Gesprächsstoff geben. Allerdings ist bis zum Dienstagmorgen noch nichts über die Ergebnisse des Treffens an die Öffentlichkeit gedrungen.  

Entwicklung Eurokurs

Die europäische Gemeinschaftswährung hat am Montag wieder zugelegt, nachdem sie am Freitag überraschend nachgegeben hatte. Zur Eröffnung der Handelsplätze am heutigen Dienstag notierte der Euro bei 1,1796 US-Dollar. Zum Handelsschluss am Montag lag der Kurs auf gleichem Niveau bei 1,1797 US-Dollar.

Heute Morgen wurden die neuesten Zahlen zur Exportwirtschaft Deutschland veröffentlicht. Danach sind die Ausfuhren im Monat Juli im Vergleich zum Vormonat um 2,8% gefallen. Den Euro hat das bisher unberührt gelassen und auch für den weiteren Tagesverlauf werden keine weiteren impulsgebenden Meldungen erwartet.

Heizölpreisentwicklung

Leicht sinkende Ölpreise an den Ölmärkten sowie ein etwas stärkerer Euro sind für inländische Heizölkäufer eigentlich eine gute Kombination. Heizöl ist für unsere Kunden heute insgesamt aber dennoch etwas teurer als noch am Montag, da die Ölpreisentwicklung am Dienstagmorgen wieder Fahrt nach oben aufnimmt. Eine 3.000 Liter Standard Lieferung kostet aktuell im bundesweiten Durchschnitt rund 54,52 Cent pro Liter Heizöl. Am Montag waren es noch 54,24 Cent.

Wenn sich Ihr Tank leert, ist momentan die beste Gelegenheit für den Heizölkauf. Denn aktuell lässt sich an den Märkten weder ein Trend in die eine noch in die andere Richtung erkennen.

Mit dem Heizölkauf machen Sie sich unabhängig von der aktuellen und mittelfristigen Marktsituation und füllen Ihren Tank bei einem guten Preisniveau auf.

Wenn Sie monatliche Zahlungsarten wie den Heizöl-Ratenkauf oder das heiz&SPAR Wärmekonto nutzen wollen, sollten Sie mehr Zeit bis zur Lieferung einplanen. Die Bearbeitungszeit kann durch den Postweg bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Ein fixer Liefertermin kann erst nach Freigabe der Finanzierung durch die Bank bzw. Eingang des unterschriebenen Vertrages abgestimmt werden.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Heizöl-Wunschpreis anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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