Ölpreise scheinen Brexit verarbeitet zu haben

Heizoelpreis steigt 30-06-2016

Die Markteilnehmer widmen sich zunächst wieder anderen Themen und fokussieren auf die abnehmenden US-Bestandszahlen und die Nachfrage. Irakische Exporte sind rückläufig und Norwegen droht weiterhin ein Streik der Ölarbeiter.

Ölpreisentwicklung

Nachdem, nach der Verkündung des Ergebnisses des Brexit Referendums, die Ölpreise deutlich nachgegeben hatten, fangen diese an sich wieder leicht zu erholen. Die Marktteilnehmer beginnen in ihrer Einschätzungen, eine möglichen Rückgang der Nachfrage in Europa nach Öl, ins Verhältnis zu anderen Faktoren auf den Weltmärkten zu setzten.

Dabei scheint sich die Meinung herauszubilden, das der möglichen europäischen Nachfragerückgang als vernachlässigungswürdig einzustufen ist.  

Größere Aufmerksamkeit ziehen die gestiegen US-Nachfrage und die gesunkenen US-Ölbestende auf sich.   

Aktuelle Ölpreise an der Londoner Warenterminbörse ICE:

Der europäische Ölpreis-Index Brent hat wieder die  50,00 US-Dollar Marke je Barrel genommen und scheint diese auch zu halten.

ICE Gasoil, der maßgebliche Indikator für den inländischen Heizölpreis, wird derzeit für Lieferung im Juli knapp  unter 450 US-Dollar je Barrel gehandelt und ist somit 10 US Dollar teurer als noch am Vortag.

Gestern gab Department of Energy (DOE) seine Einschätzungen zu den amerikanischen Ölbestandsveränderung bekannt.

Rohöl- und Destillatbestände nahmen bei einer gestiegenen Raffinerieauslastung  ab, hingegen bei den Benzinvorräten ein Aufbau gezeigt wurde. Das  in den Sommermonaten  die Auslastung der Raffinerien steigt, ist nicht ungewöhnlich, da es in dieser Zeit Mehrbedarf vor allem an Kraftstoffen gibt. Deswegen überraschte auch ein wenig der Aufbau bei den Benzinen. Nichts desto trotz stieg in der Berichtswoche die Gesamtnachfrage nach Ölprodukten in den USA.

Dem entgegen steht die Erwartung, dass das weltweite Angebot weiter rückläufig sein könnte. Zwar ist Kanada nach den verehrenden  Waldbränden wieder im Normalbereich seiner Produktion und auch Nigeria liefert wieder, jedoch sind andere Produzenten an der Grenze ihrer kurzfristigen Möglichkeiten oder aber sogar rückläufig. So meldet der Irak seit zwei Monaten Rückgänge bei den Ölexportzahlen.

Mit in die kurzfristige Ölpreisprognose fließt auch ein drohender Streik in der norwegischen Ölindustrie. 

Entwicklung Eurokurs

Am heutigen Morgen kostete ein Euro wieder unter 1,11 US-Dollar und konnte somit sein Hoch vom  Mittwoch mit bis zu 1,1130 Dollar nicht halten. Die EZB (Europäische Zentralbank) hatte den Euro-Referenzkurs gestern auf 1,1090 Dollar festgesetzt.

Heute werden die Märkte mit zahlreichen Wirtschaftsdaten versorgt. Für den Euroraum werden einige  Inflationszahlen, aus Deutschland der monatliche Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Aus den USA folgen ebenfalls Arbeitsmarktdaten im die Einschätzung der Einkaufsmanager.

Heizölpreisentwicklung

Eine 3.000 Liter Standard Heizöl-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt aktuell rund 52, 70 Cent pro Liter Heizöl.

Unsere Empfehlung lautet aktuell: Wer in den nächsten Wochen Heizöl benötig, sollte in den kommenden Tagen genau beobachten, ob der Ölpreis wieder unter die 50 US-Dollar Marke rutscht oder weiter  ansteigt.

Wer sicher gehen will, sollte jetzt bereits Heizöl kaufen. Auch der Kauf einer kleineren Menge kann sich lohnen, um auf Preisrückgänge in der zweiten Jahreshälfte zu spekulieren. Diese sind durchaus möglich. Auch im Vorjahr folgte auf einen starken Anstieg der Ölpreise in der ersten Jahreshälfte, eine deutliche Gegenbewegung in der zweiten Jahreshälfte.

Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung zu nutzen oder einen Wunschpreis  anzulegen. So können Sie von Preisrückgängen profitieren und günstiger Heizöl bestellen.

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