Ölpreise steigen zum Wochenende wieder an

Heizölpreis gestiegen 11_09_2015

Die Ölpreise steigen seit Donnerstagnachmittag wieder an. Der stärker werdende Euro gleicht jedoch einen Teil des Preisanstiegs an den Ölbörsen aus, sodass die Heizölpreise zum Wochenende nur leicht zulegen. Eine Standard-Lieferung kostet zum Wochenende etwa 50 Cent pro 100 Liter mehr als gestern.

Ölpreisentwicklung

Die Ölpreise folgen seit gestern Nachmittag wieder einer Aufwärtsbewegung. Zunächst hatten die Ölnotierungen am Mittwoch nach der Veröffentlichung der US-Ölbestandsdaten durch das American Petroleum Institute (API) nachgegeben. Das API hatte in seinem Bericht starke Bestandsaufbauten sowohl beim Rohöl aus auch bei den Produkten (Benzin und Destillate) gemeldet.

Seit Donnerstagnachmittag steigen die Ölnotierungen jedoch wieder an. Gründe für diesen Richtungswechsel könnten die Spekulationen um eine Aufhebung des US-Exportverbots, die Aktivitäten der OPEC sowie die gesunkene Rohölförderung in den USA sein. Heute kostet ein Barrel der europäischen Rohölsorte Brent 49,37 US-Dollar. Die für den Heizölpreis entscheidende Notierung von ICE Gasoil liegt bei 478 US-Dollar pro Tonne, etwa 13 Dollar höher als gestern.

Die gestern veröffentlichten US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE) bestätigten die Meldungen des API. Bei einer gesunkenen Raffinerieauslastung haben die Rohölbestände in den USA ebenso zugenommen wie die Produktbestände.
Den einzigen preissteigernden Impuls stellte die gesunkene Rohölförderung in den USA dar. Diese war in der Berichtswoche um etwa 80.000 Barrel pro Tag zurückgegangen.

Laut Medienberichten hat ein Subkomitee des US-Repräsentantenhauses am Donnerstag ein neues Gesetz angenommen, welches das Verbot von US-Rohölexporten aufheben würde. Nach 40 Jahren könnten, sollte das Gesetz verabschiedet werden, amerikanische Konzerne wieder Öl im Ausland verkaufen. In der kommenden Woche müssen jedoch noch der vollständige Energieausschuss sowie anschließend das Repräsentantenhaus und der Senat zustimmen. Ob es also tatsächlich zur Verabschiedung kommt, bleibt zunächst unklar.
Sollte das Gesetz umgesetzt werden, könnten US-amerikanische Ölproduzenten weitere Abnehmermärkte erschließen mit der steigenden Nachfrage kurzfristig höhere Preise für ihr Öl erzielen. Mittel- bis langfristig jedoch würde eine Aufhebung des Exportverbotes die Ölpreise vermutlich belasten, da dadurch das Angebot auf dem internationalen Ölmarkt, welcher derzeit ohnehin überversorgt ist, zunehmen würde.

Auch die OPEC sorgt weiterhin für Unsicherheit an den Ölbörsen. Vor allem Venezuela arbeitet offenbar weiter an einer Lösung zur Stabilisierung der Preise. Dazu will das Land mit anderen großen Ölproduzenten außerhalb der OPEC kooperieren. Zuletzt hatten sich Russland und Mexiko einverstanden gezeigt, an Initiativen zur Stabilisierung der Ölpreise teilzunehmen. Russland soll auch zu der nächsten OPEC Sitzung am 4. Dezember eingeladen worden sein. Ob eine gemeinsame Produktionskürzung thematisiert wird oder ob andere Maßnahmen getroffen werden, bleibt jedoch auch weiterhin unklar.

Marktteilnehmer warten heute auf den Monatsreport der Internationalen Energieagentur (IEA), der gegen Mittag erwartet wird.

Entwicklung Eurokurs

Der Euro hat am Freitag weiterhin zugelegt. Aufgrund der derzeitigen Dollarschwäche waren die Erwartungen gedämpft worden, dass die US-Notenbank Fed bereits im September die Leitzinsen in den USA anheben könnte.

Der Euro steht heute Morgen bei 1,1283 US-Dollar und nähert sich damit zunehmend der Marke bei 1,13 Dollar.

Heute Nachmittag werden in den USA die Erzeugerpreise und Daten zum Konsumklima veröffentlicht. Diese Zahlen könnten Einfluss auf die Entscheidung der US-amerikanischen Notenbank haben, die in der kommenden Woche über die Zinserhöhung entscheidet.

Heizölpreisentwicklung

Die Heizölpreise steigen heute in Folge der höheren Ölnotierungen an. Der stärker werdende Euro gleicht aber einen Teil des Preisanstieges an den Ölbörsen aus. Eine 3000 Liter Standard-Lieferung kostet im bundesweiten Durchschnitt 57 Euro pro 100 Liter, etwa 50 Cent mehr als gestern.

Unser Tipp: Nutzen Sie unseren Service für eine regelmäßige Preisbenachrichtigung und lassen Sie sich über die aktuellen Heizölpreise informieren. So können Sie auch von kurzfristigen Preiseinbrüchen profitieren und Heizöl günstig bestellen. Die Auf- und Abwärtsentwicklungen der Ölpreise in den vergangenen Monaten zeigt, dass sich innerhalb einer Woche ein erhebliches Sparpotenzial beim Heizölkauf bieten kann.

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